Tödlicher Unfall in Arizona Back-up-Fahrerin eines autonomen Uber-Wagens angeklagt

Ihr Handy soll sie abgelenkt haben: In Arizona steht die Back-up-Pilotin eines selbstfahrenden Uber-Autos vor Gericht. Sie war in einen tödlichen Unfall verwickelt gewesen.

Die Back-up-Fahrerin eines selbstfahrenden Uber-Testautos, das 2018 in den USA eine Fußgängerin überfahren hat, ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Die Frau starb , als sie in Tempe, Arizona, die Straße überquerte und von einem Prototypen erfasst wurde.

Laut Polizeibericht sei der Unfall "völlig vermeidbar" gewesen, da die Angeklagte zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes mehrfach nach unten auf den Bildschirm ihres Handys geschaut habe, anstatt den Blick auf die Straße zu richten.

Der Prozess soll im Februar 2021 beginnen. In der Anhörung am Dienstag plädierte die Angeklagte auf "unschuldig". Sie hatte in Vernehmungen abgestritten, auf das Telefon geschaut zu haben.

Uber laut Staatsanwaltschaft nicht haftbar

Uber sei für den Unfall strafrechtlich nicht haftbar, hatte die Staatsanwaltschaft im März 2019 erklärt. Dabei war die US-Behörde für Transportsicherheit zu dem Schluss gekommen, dass Softwarefehler dazu geführt haben, dass die Frau von dem selbstfahrenden Volvo nicht als Fußgängerin identifiziert worden sei, als sie ein Fahrrad schiebend eine Straße überquerte.

Das automatische Notbremssystem des Volvos war im Test deaktiviert. Stattdessen verließ sich Uber auf den menschlichen Back-up-Fahrer. Die Behörde befand auch, dass Uber dadurch die Risiken beim Testen autonomer Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen erhöhte.

Die 49-Jährige starb beim ersten tödlichen Unfall, der von einem selbstfahrenden Wagen verursacht wurde. Arizonas Gouverneur Doug Ducey untersagte daraufhin Uber, die Tests im Bundesstaat fortzusetzen.

Anm. d. Red.: Ursprünglich hieß es in der Meldung, dass es sich um einen Fahrer handelt, tatsächlich saß aber eine Back-up-Fahrerin am Steuer des Wagens. Der Text wurde deshalb angepasst.

jak/AP/Reuters