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Unfallforschung Umgebaute Kreuzungen werden zur Falle für Radfahrer

Kreuzungen nach niederländischem Vorbild, bei denen die Radwege weiter nach rechts verlegt werden, sollen Radfahren sicherer machen. Einer Studie zufolge tun sie jedoch das Gegenteil.
aus DER SPIEGEL 42/2020
Radfahrer in Rotterdam (2013): In den Niederlanden sind Kreuzungen mit nach rechts verschwenkten Radwegen Alltag

Radfahrer in Rotterdam (2013): In den Niederlanden sind Kreuzungen mit nach rechts verschwenkten Radwegen Alltag

Foto: Ralf Roletschek / CC BY 3.0

Deutschlands Städte riskieren im Kampf gegen tödliche Fahrradunfälle einen schweren Rückschlag – weil sie gefährliche Kreuzungen nach niederländischem Vorbild umbauen wollen. Dabei wird der Fahrradweg vor der Einmündung um mehrere Meter nach rechts verschwenkt. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass rechtsabbiegende Fahrzeuge Radfahrer übersehen. Wie Versuche und Computersimulationen der Unfallforschung der Versicherer (UDV) nun aber belegen, funktioniert das ausgerechnet bei Lkw gar nicht.

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Weil unter deren Rädern in den vergangenen Jahren besonders viele Fahrradfahrer ums Leben kamen, müssen alle Lkw und Busse ab 2022 mit einem Abbiegeassistenten  ausgerüstet sein. Leider würden jedoch gerade die digitalen Helfer durch das neue Kreuzungsdesign völlig nutzlos, zeigt die UDV-Studie. Denn wenn sich ein Fahrradfahrer nach rechts von der Fahrbahn entfernt, unterstellen die Assistenten automatisch, dass er ebenfalls abbiegen will.

"Objektiv wäre die niederländische Lösung schlechter als das, was wir bisher haben", warnt UDV-Leiter Siegfried Brockmann. Wie das Statistische Bundesamt unlängst bekannt gab, starben 2019 445 Fahrradfahrer im Straßenverkehr. Rund zwei Drittel der innerörtlichen Radverkehrsunfälle ereignen sich laut UDV an einer Kreuzung oder Einmündung.

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