Im US-Bundesstaat Kalifornien Autohersteller geben Widerstand gegen strengere Verbrauchsregeln auf

Zwischen der Regierung Trump und Kalifornien war ein erbitterter Streit über Standards zum Spritverbrauch entbrannt, der auch die Autoindustrie spaltete. Mehrere Hersteller wollen nun strengere Regeln akzeptieren.
Foto: Gabriel Bouys/ AFP

Mehrere Autohersteller geben ihren Widerstand gegen strengere Spritverbrauchsstandards des US-Bundesstaats Kalifornien auf. Die »Coalition for Sustainable Automotive Regulation« (CSAR), der unter anderem Toyota, Hyundai, Kia sowie der kürzlich im Stellantis-Konzern aufgegangene Hersteller Fiat-Chrysler angehören, gab nun bekannt, gemeinsam mit der Biden-Regierung an neuen Umweltstandards arbeiten zu wollen.

Dieser Schritt dürfte der neuen US-Regierung die Einführung strengerer Verbrauchsstandards erleichtern. Unter US-Präsident Trump waren strengere Verbrauchsregeln für Neuwagen aus der Obama-Ära gekippt worden, der Bundesstaat Kalifornien hielt über eigene Umweltgesetze jedoch an den Standards fest. Dieser Schritt war für die Industrie von großer Bedeutung, denn der Staat ist auch der größte Automarkt des Landes. Trump wollte Kalifornien deshalb das Sonderrecht entziehen – und der Bundesstaat für dessen Erhalt notfalls bis vor den obersten Gerichtshof gehen.

Eine »Geste guten Willens«

Bereits 2012 hatte die Regierung des damaligen US-Präsidenten Barack Obama eine Absenkung des durchschnittlichen Pkw-Flottenverbrauchs auf umgerechnet 4,4 Liter Benzin je 100 Kilometer bis zum Jahr 2025 beschlossen. Die Trump-Regierung widerrief diese Regelung und erhöhte den durchschnittlichen Pkw-Flottenverbrauchsgrenzwert bis 2025 auf umgerechnet 5,8 Liter je 100 Kilometer – das wiederum wollten etliche US-Bundesstaaten, allen voran Kalifornien, nicht hinnehmen. Der Westküstenstaat erließ daraufhin einen eigenen, strengeren Grenzwert, der mit umgerechnet 4,6 Litern je 100 Kilometer bis zum Jahr 2026 ungefähr dem früheren Standard entsprach.

Die in der Koalition organisierten Hersteller gaben nun die Unterstützung der von der Trump-Regierung angestrengten Klage gegen die strengeren Regeln Kaliforniens auf. »Als Geste guten Willens« habe die CSAR entschieden, sich aus der Klage zurückzuziehen, um die Autoindustrie in einem einzelnen nationalen Programm mit ehrgeizigen, aber erreichbaren Zielen zu vereinen. Denn nicht alle Hersteller hatten Trumps Pläne unterstützt. So hatten Ford, Honda, VW, BMW und Volvo im Sommer 2019 zugesagt, sich weiterhin an die strengen Vorgaben Kaliforniens zu halten. Die CSAR schloss sich dagegen der Haltung der Trump-Regierung an, gemeinsam mit General Motors – der Konzern verkündete jedoch bereits in der vergangenen Woche, ab 2035 nur noch lokal emissionsfreie Pkw verkaufen zu wollen.

ene
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.