Trotz drastischen Rückgangs Europa verfehlt selbst gestecktes Ziel bei Verkehrstoten

Die Zahl der Verkehrstoten ist europaweit stark gesunken – wenn auch nicht so stark wie geplant. In zwei europäischen Hauptstädten wurde 2019 kein einziger Radfahrer oder Fußgänger im Straßenverkehr getötet.
2020 starben nach vorläufigen Angaben der EU-Kommission 4000 Menschen weniger bei Verkehrsunfällen als im Vorjahr – trotzdem verfehlten die Staaten ein gemeinsames Ziel (Symbolbild)

2020 starben nach vorläufigen Angaben der EU-Kommission 4000 Menschen weniger bei Verkehrsunfällen als im Vorjahr – trotzdem verfehlten die Staaten ein gemeinsames Ziel (Symbolbild)

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Im vergangenen Jahr sind in der EU vorläufigen Angaben der EU-Kommission zufolge 4000 Menschen weniger bei Verkehrsunfällen getötet worden als im Vorjahr, insgesamt starben 18.800 Menschen im Straßenverkehr. Dies entspreche einem »drastischen jährlichen Rückgang um 17 Prozent«, teilte die Brüsseler Behörde mit.

Welche Rolle die Covid-19-Pandemie dabei spielte, sei nicht messbar, hieß es. Das ihretwegen geringere Verkehrsaufkommen habe aber deutliche Auswirkungen auf die Zahl der Verkehrstoten gehabt. Die Straßen in der EU seien damit nach wie vor die sichersten der Welt, sagte EU-Verkehrskommissarin Adina Valean. »Dennoch liegen wir hinter unserem Ziel für das letzte Jahrzehnt und brauchen gemeinsame Maßnahmen.«

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Über einen längeren Zeitraum gesehen, sei die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2010 und 2020 um 36 Prozent zurückgegangen. Damit sei das EU-Ziel eines Rückgangs von 50 Prozent verfehlt worden.

Nur Griechenland sei es gelungen, diese Vorgabe mit einem Rückgang von 54 Prozent zu übertreffen. Danach folgten Kroatien, Spanien, Portugal, Italien und Slowenien mit einer Reduzierung zwischen 44 und 42 Prozent. Neun Mitgliedstaaten verzeichneten demzufolge einen Rückgang um 40 Prozent oder mehr. Deutschland blieb weit unter dieser Marke, hierzulande lag die Veränderung bei minus 25 Prozent.

Die sichersten Straßen hat laut EU-Kommission Schweden . Dort kamen 18 Verkehrstote auf eine Million Einwohner, ein Rückgang um 29 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010. In Deutschland lag der Wert bei 33 Verkehrstoten je eine Million Einwohner.

In Städten sind sogenannte schwache Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer besonders gefährdet. EU-weit handele es sich bei etwa 70 Prozent der Verkehrstoten in städtischen Gebieten um Fußgänger, Motorradfahrer, Radfahrer und andere weniger geschützte Personen, teilte die EU-Kommission mit.

Doch besonders zwei europäische Hauptstädte hätten wichtige Ziele in dieser Frage erreicht: In Helsinki und Oslo sei 2019 kein einziger Fußgänger und Radfahrer im Straßenverkehr ums Leben gekommen, so die Kommission. »Beide nannten Geschwindigkeitsbegrenzungen als entscheidenden Faktor für diese Fortschritte.«

ene/dpa
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