Wegen anhaltender Probleme Volkswagen ruft Golf-8-Wagen in die Werkstätten

Europaweit soll bei Fahrzeuge der achten Golf-Generation ein Software-Update installiert werden, teilte der VW-Konzern mit. Betroffen seien Wagen, die vor Dezember 2020 gefertigt worden sind.
Seit Dezember 2019 wird die achte Generation des VW Golf verkauft

Seit Dezember 2019 wird die achte Generation des VW Golf verkauft

Foto: Jan Huebner / Tager / IMAGO

Wegen anhaltender Software-Probleme beim Golf 8 ruft Volkswagen Fahrzeuge des neuen Modells in die Werkstätten. Dort solle ein großes Software-Update aufgespielt werden, um Anwendungen wie Navigation und Sprachbedienung zu verbessern, sagte ein Sprecher des Konzerns.

Angeboten wird die achte Golf-Generation seit Dezember 2019. Seitdem wurden in Deutschland rund 220.000 Fahrzeuge verkauft.

Nach Informationen von Volkswagen sollen darunter nun Wagen, die vor Dezember 2020 gefertigt wurden, das Update erhalten. Europaweit seien 150.000 Fahrzeuge betroffen.

Das Unternehmen betonte, dass es sich nicht um einen vom Kraftfahrt-Bundesamt angeordneten Rückruf handelt, sondern um »eine freiwillige Serviceaktion zur Verbesserung und Optimierung des Multimediasystems«. Die Aktion sei bereits angelaufen. Im Frühjahr sollten alle Halter von den betreuenden Servicepartnern angeschrieben und eingeladen werden. Neu produzierte Golf 8 sollen ab Werk außerdem mit einer leistungsfähigeren Hardware ausgestattet werden.

Schlüssel würden nicht erkannt, Notbremsungen ohne Not ausgelöst

Das Magazin »Auto Motor und Sport«  hatte zuerst über das Update berichtet. Dem Bericht zufolge hätten Leserinnen und Leser der Zeitschrift von erheblichen Problemen beim Golf 8 berichtet: Autoschlüssel seien nicht erkannt worden, Assistenzsysteme hätten falsch reagiert oder seien ganz ausgefallen.

Es sei auch von Abweichungen bei der Anzeige der Kilometerstände in App und Auto berichtet worden und von Notbremsungen, die ganz ohne Not eingeleitet wurden. Außerdem erfasse die Verkehrszeichenerkennung mitunter Verkehrsschilder, die gar nicht aufgestellt seien. Bisweilen falle das Entertainmentsystem komplett aus.

Für Besitzer gehe damit auch das Risiko eines erheblichen Wertverlustes einher. Das könne zu Problemen bei Leasingfahrzeugen mit den Restwerten führen. VW betonte, dass die genannten Probleme nur bei einigen wenigen Fahrzeugen aufträten.

Der Schwerpunkt der überarbeiteten Software liegt dem Bericht von »Auto Motor und Sport« zufolge auf häufig genutzten Anwendungen wie Navigation und Sprachbedienung. Dadurch, dass überflüssige Kommunikationskanäle und Schnittstellen entfernt worden seien, reduziere sich die sogenannte Grundlast des Systems laut VW um etwa 20 Prozent. Dadurch starte das System schneller und arbeite grundsätzlich flüssiger und stabiler.

Zu den Kosten der Serviceaktion äußerte sich das Unternehmen nicht.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde die Zahl der betroffenen Wagen in Deutschland, dem Medienbericht entsprechend mit 220.000 angegeben. VW erklärte am Donnerstag, dass europaweit 150.000 Fahrzeuge betroffen seien – mit einem Produktionstermin »vor KW 48/2020«. Diese Angabe haben wir angepasst.

vki/Reuters
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