Tesla schaut in die Röhre Warum Elon Musk mit seinen Tunnel-Taxis selbst Fans enttäuscht

Tesla-Taxi statt Hyperloop: In Las Vegas chauffiert Elon Musk jetzt Passagiere unterirdisch an ihr Ziel. Das Shuttlesystem fällt einige Nummern kleiner aus als geplant.
Tesla im Tunnel: In Las Vegas können seit Dienstag Passagiere mitfahren (Archivbild)

Tesla im Tunnel: In Las Vegas können seit Dienstag Passagiere mitfahren (Archivbild)

Foto: Robyn Beck/ AFP

Plötzlich ist der Name Programm. »The Boring Company« hatte Tesla-Gründer Elon Musk seine Tunnelbaufirma einst getauft, ein Wortspiel aus ­»drillen« und »langweilig«. Mit angeblich revolutionären Technologien soll das Start-up schneller und günstiger Tunnel bauen als die traditionelle Konkurrenz und so die Infrastruktur für den zukünftigen Hyperloop schaffen, dem Highspeed-Röhrensystem, in dem die Passagiere in Kapseln unterirdisch an ihr Ziel düsen. So sollen Kurzstreckenflüge eines Tages überflüssig werden.

Bis dahin scheint es noch ein weiter Weg. In Las Vegas ist nun nach einer Reihe von Tests im Mai das erste Tunnelsystem in den Alltagsbetrieb gegangen. Es ist 2,7 Kilometer lang, hat rund 52 Millionen Dollar gekostet und wurde in 18 Monaten errichtet. Es liegt unter dem riesigen Messegelände des Las Vegas Convention Centers. Dort findet in dieser Woche erstmals seit Beginn der Pandemie wieder ein Kongress statt. Statt zu laufen, können sich die Teilnehmer seit Dienstag unterirdisch von A nach B bringen lassen – in Tesla-Autos. An Haltestellen steigen die Fahrgäste ein und aus.

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Der ursprüngliche Plan sah vor, dass die Nutzer per App die Roboterautos zu sich rufen. Vorerst sitzen aber echte Fahrer hinter dem Steuer und die Leute warten einfach an den Haltestellen auf den Shuttle, so die Berichte von Testnutzern. Statt 20 Minuten über das Gelände zu laufen, verkürze sich die Zeit für die gleiche Strecke auf zwei Minuten. Von der geplanten Kapazität von 62 Taxis, die 4400 Fahrgäste pro Stunde transportieren können, sei man aber noch weit entfernt, heißt es in US-Medien. Shuttle-Busse oder Schienenfahrzeuge wären vermutlich das effizientere Transportmittel.

Selbst in den bislang sehr begeistert berichtenden US-Medien wächst die Skepsis . Monatelang hatten sich Bürgermeister aus dem halben Land die Baufortschritte in Las Vegas persönlich angeschaut. Pläne für Los Angeles und Washington wurden geschmiedet und später wieder fallen gelassen. Städte in Florida seien dagegen noch in konkreten Gesprächen mit Musk.

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Bei den traditionellen Tunnelbauern dürfte sich die anfängliche Nervosität angesichts der großspurigen Ankündigungen von Musk längst gelegt haben. Der deutsche Weltmarktführer im Tunnelbau, Martin Herrenknecht, sagte schon im Februar dem manager magazin: »Bei seinem Referenzprojekt in Las Vegas hat Musk in einer Woche 20 Meter gebohrt. Wir schaffen die gleiche Strecke an einem Tag. Das ist technisch noch ganz weit weg von uns.«

fww
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