Joint-Venture Daimler und Volvo bauen Wasserstoffantrieb für Lkw

Batterie oder Wasserstoff - welche Technik eignet sich besser für Lkw? Daimler und Volvo bündeln bei der Brennstoffzelle nun ihre Kräfte.
Daimler bringt seine Brennstoffzellentechnologie in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Volvo ein

Daimler bringt seine Brennstoffzellentechnologie in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Volvo ein

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Daimler AG

Die Lastwagenhersteller Daimler und Volvo wollen künftig gemeinsam Brennstoffzellenantriebe entwickeln. Dazu gründen die Konzerne ein Gemeinschaftsunternehmen, das beiden Partnern je zur Hälfte gehört, wie die Unternehmen mitteilten.

Daimler will dazu alle seine bisherigen Aktivitäten rund um die Brennstoffzelle in das neue Unternehmen einbringen. "Das gemeinsame Ziel beider Unternehmen ist, in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts schwere Brennstoffzellennutzfahrzeuge für den anspruchsvollen und schweren Fernverkehr in Serie anzubieten", erklärten beide Hersteller. In allen übrigen Feldern wollen Daimler und Volvo Wettbewerber bleiben.

Der Transportbedarf wachse, ein wirklich CO2-neutraler Transport könne jedoch nur durch einen elektrischen Antriebsstrang erreicht werden, sagte Martin Daum, Vorstandsvorsitzender der Daimler Truck AG. "Für den Lkw-Einsatz im schweren Fernverkehr sind Brennstoffzellen eine entscheidende Lösung", so Daum.

Diese Ansicht vertreten auch andere Hersteller. So zeigte Hyundai im vergangenen Oktober einen Konzept-Lkw mit Brennstoffzelle, Toyota erprobt die Technologie bereits gemeinsam mit dem Lastwagenhersteller Kenworth. Bosch und der Mutterkonzern des Lkw-Produzenten Iveco, CNH Industrial, investierten dagegen in das Start-up Nikola, das ebenfalls an schweren Nutzfahrzeugen  mit Wasserstoffantrieb arbeitet.

Daimler arbeitet weiterhin auch an batteriebetriebenen Lkw . Auf dieses Konzept setzt unter anderen auch US-Konzern Tesla.

Das Joint Venture soll Entwicklungskosten senken und die Fahrzeuge schneller auf den Markt bringen. Angesichts des wirtschaftlichen Abschwungs durch die Coronakrise sei eine Zusammenarbeit noch notwendiger geworden.

ene/dpa/AFP