Autozulassungen 2006 VW gewinnt, Opel verliert

Der Automarkt hat 2006 eine derartig rasante Entwicklung erlebt wie schon seit Jahren nicht mehr. Bei den Neuzulassungen hat die gesamte VW-Markenfamilie die Nase weit vorn. An das Ende des Feldes fallen französische Marken – und Opel.


Flensburg - Die Marke Volkswagen ist der große Gewinner des Autojahres 2006: Mit einem Zuwachs von fast 11 Prozent verkauften die Wolfsburger nahezu 690.000 Autos, das ist ein Marktanteil von fast 20 Prozent. Auch die anderen deutschen Marken schlugen sich ordentlich: VW-Tochter Audi legte 5,5 Prozent zu, BMW 2,2 Prozent, Porsche 5,6 Prozent. Ausnahme ist Mercedes mit einem Rückgang von 0,3 Prozent. Insgesamt wuchs der deutsche Markt um 3,8 Prozent auf rund 3,47 Millionen Neuwagen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Freitag mitteilte.

Das sind so viele Neuzulassungen wie seit 1999 nicht mehr. Bei VW legte nicht nur die Muttermarke zu, sondern die ganze Familie: Audi, Skoda, Seat wuchsen deutlich kräftiger als der Markt, Edeltochter Bentley setzte immerhin 0,8 Prozent mehr Fahrzeuge ab. Vor allem die Marke VW hatte neue Modelle wie das Cabrio EOS am Start, die die Verkäufe beflügelten.

Am schwächsten von den deutschen Marken zeigte sich Mercedes mit einem Rückgang von 0,3 Prozent auf 343.000 Fahrzeuge. Erst in diesem Jahr kommt die volumenstarke C-Klasse mit einem neuen Modell. Allerdings legte Mercedes zum Jahresende deutlich zu und schaffte allein im Montag Dezember ein Plus von 34 Prozent, doppelt so viel wie der Markt.

Franzosen hinken hinterher, Opel auf Verliererspur

Das Comeback des Jahres erlebte Fiat mit einem Zuwachs von fast 30 Prozent auf 78.000 Fahrzeuge - die Italiener hatten mit dem neuen Grande Punto ein erfolgreiches Modell auf die Straße gebracht. Toyota setzte den schier unaufhaltsamen Siegeszug mit einem Zuwachs von fast zehn Prozent auf 148.000 verkaufte Autos fort.

Deutlich verloren haben die Franzosen mit Ausnahme von Citroën: Der größte Importeur Renault verlor elf Prozent auf 150.000 Fahrzeuge, Peugeot setzte mit 111.000 fast sechs Prozent weniger ab. Die Schwestermarke Citroën wuchs dagegen um 15 Prozent. Ebenfalls auf der Verliererspur fuhren die Traditionsmarken Opel und Ford: Opel verlor 3,9 Prozent auf 334.000 Fahrzeuge, Ford 1,2 Prozent auf 244.000.

Mit über 303.000 Fahrzeugen erzielte der deutsche Automarkt eine neue Bestmarke für den Monat Dezember, den letzten Monat vor der Mehrwertsteuererhöhung. Die Steigerung gegenüber Dezember 2005 betrug fast 18 Prozent. Der Anteil deutscher Marken fiel im vergangenen Jahr leicht auf 64 Prozent, wie es hieß. Der Durchschnittsverbrauch sank bei Benzinern auf 7,4 Liter pro 100 Kilometer und blieb bei Diesel-Fahrzeugen gleich bei 6,5 Liter.

Von Claus-Peter Tiemann, AP



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