Diesel-Katalysatoren Saubermann im Doppelpack

Während Peugeot seine Dieselmodelle ab Herbst mit einem serienmäßigen Partikelfilter sauberer machen will, geht Toyota einen Schritt weiter: Die Japaner wollen ein System entwickelt haben, das neben Ruß auch Stickoxide im Abgas reduziert.


Trotz ihrer Vorteile wie Kraft, Sparsamkeit und günstigem Spritpreis gelten Dieselmotoren immer noch als Dreckschleudern. Denn Rußpartikel, die bei der Dieselverbrennung anfallen, stehen im dringenden Verdacht, Krebs zu verursachen. Um die Selbstzünder von diesem Makel zu befreien, arbeiten die Hersteller an unterschiedlichen Konzepten, den Diesel sauberer zu machen.

Am weitesten vorgeprescht ist dabei Peugeot. Die Franzosen wollen ihr neues Flaggschiff 607 HDI, das im Oktober auf den deutschen Markt kommen soll, serienmäßig mit einem Partikel-Filter bestücken. Mit diesem Drecksammler schleudert die Oberklasse-Sänfte pro Kilometer nur noch vier tausendstel Gramm Russ durch den Auspuff. Volkswagen arbeitet mit Hochdruck an einem ähnlichen Konzept.

Und auch Toyota vermeldet, dass die Japaner eine "neue Kern-Technologie zur hocheffizienten Emissionsminderung von Dieselmotoren entwickelt" haben. Das System heisst DNPR (Diesel Particulate NOx Reduction) und soll nicht nur den Anteil der Rußpartikel sondern auch gleichzeitig und kontinuierlich die nicht minder gefährlichen Stickoxide reduzieren können.

Herzstück des DNPR-Systems ist ein Keramikfilter, der mit einem Stickstoff-Dreiwege-Speicherkatalysator beschichtet ist. Durch die wechselseitigen chemischen Reaktionen sollen dabei Partikel- und Stickoxid-Ausstoß um mehr als 80 Prozent zurückgehen, hat Toyota bei seinen Versuchen festgestellt.

Um diese Vorgaben einhalten zu können benötigt das DNPR-System allerdings Treibstoffe mit niedrigem Schwefelgehalt, die in Deutschland zurzeit noch nicht verfügbar sind. Die ersten Fahrzeuge mit dem Filter-System sollen 2003 auf den Markt kommen. Ein nachträglicher Einbau ist nicht möglich.



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