Richtig fahren Die sieben Todsünden

Laut Statistik ist ein Autofahrer nur alle zehn Jahre von einer Reifenpanne betroffen - oder etwa alle 150.000 Kilometer. Doch diese Intervalle lassen sich bei pfleglichem Umgang mit den Pneus deutlich ausdehnen. Hier sind einige Details, auf die Sie achten sollten.


1. Korrekter Luftdruck

Der richtige, vom Pkw-Hersteller für die jeweilige Situation empfohlene Luftdruck sollte regelmäßig kontrolliert werden. Korrekt befüllte Reifen bieten optimalen Fahrbahnkontakt und haben den geringsten Verschleiß.

2. Beschädigung durch Bordsteinkanten
Durch unachtsames Fahren über Bordsteine oder durch Schlaglöcher können Schäden am Reifen entstehen, die zunächst nicht sichtbar sind. Wenn es nötig ist, einen Bordstein zu überfahren, dann möglichst langsam (Zeitlupentempo) und möglichst im rechten Winkel. Reifenflanken sind äußerst empfindlich. Wenn sie zwischen Hindernissen und der Felge gequetscht werden, besteht die Gefahr von Beschädigungen der Karkasse, des stabilisierenden Reifen-Unterbaus.

3. Beschädigung durch Fremdkörper
Ein Schnitt in der Gummihaut oder eine Beschädigung durch einen eingefahrenen Fremdkörper mag noch so harmlos erscheinen - in jedem Falle ist Vorsicht geboten. Bereits das Eindringen eines Nagels in die Lauffläche führt bei schlauchlosen Reifen zu einem schleichenden Druckverlust. Vor allem aber kann Feuchtigkeit bis zum Stahlgürtel des Reifens vordringen und dort zur Korrosion führen. Beschädigungen wie Risse, Schnitte oder Beulen sollen besonders bei Reifen mit den Geschwindigkeitsindex H, V, W, Y oder ZR sehr ernst genommen werden, da diese Pneus sehr ohen Belastungen ausgesetzt sind.

4. Beschädigung durch Hochdruckreiniger
Viele Autofahrer wissen es nicht, doch Hochdruck-Reinigungsgeräte zur Fahrzeugwäsche können für Reifen schädlich sein. Beim Reinigen des Autos oder des Unterbodens mit einer Flachstrahldüse oder gar mit einem so genannten Dreckfräser sollte unbedingt ein Mindestabstand zwischen Wasserdüse und Reifen von 20 Zentimetern eingehalten werden. Es empfiehlt sich zudem grundsätzlich, den Wasserstrahl nur im spitzen Winkel auf den Reifen auftreffen zu lassen.

5. Beschädigung durch Öl oder Kraftstoff
Reifengummi, der fortdauernd den Einflüssen von Öl oder Kraftstoff ausgesetzt ist, verändert seine Eigenschaften. Entweder wird die Gummimischung brüchig und wasserdurchlässig, oder sie wird weich und löst sich auf. In jedem Falle sollten Reifen vor dem Kontakt mit Sprit und Öl verschont werden.

6. Beschädigung durch Überladung
Die empfohlenen Reifen für ein Auto sind auf das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs abgestimmt. Extreme Überladung, die über das zulässige Gesamtgewicht hinausgehen, können deshalb die Pneus schädigen. Besonders gefährlich wird es dann, wenn neben der Überladung weitere Risikofaktoren wie etwa der falsche Luftdruck oder eine hohe Außentemperatur hinzu kommen. Neben eventuellen Schäden im Reifenaufbau tritt in solchen Fällen übermäßiger Verschleiß des Reifens auf.

7. Beschädigung durch Vollbremsung
Bei Vollbremsungen aus hoher Geschwindigkeit kann ein so genannter Bremsplatten entstehen. Blockiert ein Rad, radiert der Reifen regelrecht über die Fahrbahn. Das Profil wird unter starker Hitzeentwicklung abgerieben. Häufig ist der Reifen danach so unrund, dass er ausgetauscht werden muss. Zu schweren Reifenschäden kann es auch bei heftigen Bremsmanövern auf losem Untergrund wie etwa Schotter kommen.



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