Toyota Lindwurm Gekoppelt in die Zukunft

Im japanischen Mishuku betreibt Toyota eine Teststrecke für ein neues "Nahverkehrsmittel des 21. Jahrhunderts", wie das Unternehmen glaubt. Es handelt sich um eine Bus-Zug-Kombination.


IMTS nennen die Japaner das futuristische Fahrzeug, eine Abkürzung für "Intelligent Multi-Mode Transit System. Die Grundidee des neuen Verkehrsmittel beruht darauf, die Vorteile von Schienen- und Straßenwegen zu kombinieren. Dazu wurden herkömmliche Niederflurbusse so umgebaut, dass sie sich auf bestimmten Streckenabschnitten von alleine - also quasi wie auf Schienen - vorwärtsbewegen, sonst aber von einem Fahrer ganz nach Wunsch chauffiert werden können.

IMTS: "Nahverkehrsmittel des 21. Jahrhunderts"

IMTS: "Nahverkehrsmittel des 21. Jahrhunderts"

Die Toyota-Ingenieure versuchen mit diesem System-Mix die Geschwindigkeit und Regelmäßigkeit des Schienenverkehrs mit der Flexibilität und der Wirtschaftlichkeit des Straßenverkehrs zu verbinden.

Die Testergebnisse sind ermutigend. Zumal sich bis zu sechs dieser Busse aneinander koppeln lassen, so dass je nach Platzbedarf bis zu 480 Fahrgäste (pro Bus maximal 80 Plätze) transportiert werden können. Als ideales Einsatzszenario für das neue Verkehrssystem stellt sich Toyota zum Beispiel den Shuttledienst von und zu Flughäfen vor.

Die einzelnen Busse könnten an einer Sammelstelle aneinander gekoppelt und von dort als "Straßenzug" führerlos auf einer festgelegten Route zum Abflugterminal fahren. In umgekehrter Richtung würden die Flugpassagiere per automatisch fahrendem Bus-Lindwurm bis in die Stadt gefahren und von dort in den entkoppelten Bussen mit jeweils eigenen Fahrern in verschiedene Richtungen weitertransportiert werden.

Bei den Bussen selbst handelt es sich um Niederflurfahrzeuge mit einem gasbetriebenen Verbrennungsmotor, der sich durch sehr niedrige Abgaswerte auszeichnet. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt rund 100 km/h. Die "automatischen" Streckenabschnitte werden kostengünstig durch "Nägel" in der Fahrbahn definiert, an denen entlang sich die Magnetfühler der Busse orientieren. Zudem sind die Fahrzeuge mit Hochfrequenzradar ausgerüstet, um auf Hindernisse reagieren und untereinander kommunizieren zu können.



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