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Leserbriefe Aus dem Rhythmus geflogen

Die innere Uhr, die Corona-Lockerungen, ein Gespräch über den Zustand des Planeten, Joseph Beuys und eine Gegendarstellung zum gendern waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 14/2021

Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Aus dem Rhythmus geflogen

Nr. 13/2021 Die innere Uhr – Länger und gesünder leben: Das Geheimnis unseres Bio-Rhythmus

Foto: Johannes Unselt / DER SPIEGEL
  • »Ich freue mich schon immer im Voraus auf die Umstellung zur Sommerzeit, denn der erste längere Tag ist ein sichtbares und fühlbares Zeichen: Der Winter ist geschafft.«
    Christa Kamm, Karlsruhe (Baden-Württemberg)

  • Toll, dass endlich mal die Wissenschaft zu Wort kommt bei dem leidigen Thema Zeitumstellung. Zweimal im Jahr wird man aus seinem erarbeiteten Rhythmus geworfen, muss auch die Kinder wieder noch müder zur Schule schicken. Wir Eltern wissen bereits, dass die Zeitumstellung zu einem Schlafentzug führt und dies wiederum einen starken Einfluss auf das eigene Wohlbefinden hat.
    Steffi Attia, Lörrach (Bad.-Württ.)

  • Hunderttausende schwer arbeitende Bauarbeiter warten wahrscheinlich schon sehnsüchtig auf die extraheißen Nachmittagsstunden, die ihnen bei einer dauerhaften Winterzeit drohen ... In klimatisierten Redaktionsräumen kann man so etwas schon mal vergessen.
    Winfried Eickhoff, Rheda-Wiedenbrück (NRW)

  • Den wissenschaftlichen Untermauerungen von Annahmen, dass Geschöpfe, die nachtaktiv sind, in der Regel hinterhältig und rücksichtslos seien, ist einfach nicht zu trauen. Diese von Ihnen zitierte Studie ist nicht nur »kühn«, sondern hilft bei diesem sicher hochinteressanten Thema nicht weiter; im Gegenteil. Das Niveau des Artikels wird dadurch eher abgesenkt.
    Barbara Hofmann, Essen

  • Zu diesem Thema wäre interessant, auf den Japaner Yoshinori Ohsumi hinzuweisen, der 2016 den Nobelpreis für Medizin erhalten hat für seine Forschungen über die Autophagie, eine Art zelluläre Müllabfuhr im Körper. Defekte und alte Zellen werden durch diese körpereigenen Prozesse aufgelöst und das Zellmaterial recycelt. Die Autophagie wird durch die im Artikel erwähnte Nahrungsreduktion, dem Intervallfasten, aktiviert und ist eine sehr einfache, jederzeit verfügbare Möglichkeit, Krankheiten zu verhindern und sich bis ins hohe Alter gesund zu erhalten.
    Ute Dehn, Lautertal (Bayern)

  • Dass der menschliche Biorhythmus sich anpassen und umstellen kann, wird im Artikel durchaus als positiv dargestellt – und das ist es ja auch. Wenn man die Zeitumstellungen positiver behandeln würde, anstatt alljährlich zu jammern und zu klagen, könnte es dann sein, dass die Menschen sogar davon profitieren würden?
    Petra Schneider, Friedrichsrode (Thüringen)

  • Der Artikel ist sehr interessant, obwohl eigentlich alles, was darin erwähnt wird, seit Jahrzehnten bekannt ist. Als Biologe, der 1980 im Bereich Biorhythmik promoviert hat, interessiert mich allerdings nach wie vor, welcher bislang ungeklärte Mechanismus letztendlich die endogene Tagesrhythmik steuert. Meine bescheidene Meinung, die allerdings von Kollegen immer belächelt wurde, ist, dass es sich um eine natürlich vorkommende physikalische Schwingung handeln muss, da es keine biochemische Reaktion gibt, die von selbst stets nach circa 24 Stunden endet. Derjenige, der dieses Rätsel löst, wäre in meinen Augen ein Nobelpreiskandidat.
    Dr. Jürgen Mack, Kusterdingen (Bad.-Württ.)

Präziser Schlag auf den Nagel

Nr. 12/2021 Leitartikel: Die Lockerungen sind verantwortungslos, die Politik muss umsteuern 

  • Der Autor erliegt leider dem Irrtum, wir könnten das Virus eradizieren. Es gibt kein Entweder-oder: Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben und uns bestmöglich und unter Wahrung der Grundrechte vor ihm zu schützen. Ein weiterer monatelanger Lockdown bereitet dem Verfasser offenbar keine Probleme. Das gibt zu denken.
    Martin Stemberger, Rosenheim (Bayern)

  • In ihrer Kritik am Verhalten der Bürger in dieser Pandemie bemühen Sie wie der französische Präsident Macron den Vergleich mit einer Kriegssituation. Bei Ihnen sind das Bunker und Bomben. Nur sind wir nicht im Krieg. Das uns bedrohende Virus ist Teil der Natur, und es verhält sich wie alle Viren in der Natur: Es mutiert und macht so seine Bekämpfung schwierig und zeitaufwendig.
    Bernd Henn, Mannheim

  • Ich empfinde jedes Wort des Leitartikels wie einen präzisen Schlag auf den Nagel in diesem dicken Corona-Brett. Es ist auch mal wieder gut zu sehen, dass ein Leitartikel des SPIEGEL die Richtung der fast zwei Drittel unseres Landes aufnimmt, welche die Coronamaßnahmen der Regierung unterstützen oder sogar zu schwach finden.
    Rudi Wolz, Kemmeldorf (Bayern)

  • Langsam kommt es mir vor, als würden unsere Politiker einen großen Menschenversuch machen. Was treibt sie an, in dieser Pandemie so halbherzig vorzugehen? Es ist unerträglich anzusehen, wie Tausende Menschen sterben, während andere sorglos nach Mallorca reisen. Wann kommen endlich Maßnahmen, um die Pandemie wirkungsvoll zu bekämpfen?
    Thomas Rieger, München

  • Vermutlich gehört der Autor zu jenen Bürgern, für die Lockdowns keine existenzielle Bedrohung darstellen. Erstaunlich ist, dass der SPIEGEL diese extreme Sicht als Leitartikel zur Geltung bringt.
    Thomas Butz, Sulzbach (Hessen)

  • Wann wird eigentlich die Staatsanwaltschaft anfangen, gegen Kommunal- und Landespolitiker zu ermitteln aufgrund der Unterlassungshandlungen bei der Seucheneindämmung. »Wir haben ja von nichts gewusst«, wird man bei dieser Katastrophe nicht behaupten können.
    Florian Lahmann, Peine (Nieders.)

  • Ein tatsächlicher und zeitlich abgesteckter Lockdown wäre eine Möglichkeit gewesen, die die Bevölkerung mitgetragen hätte. Stattdessen darf man in diesem Land rund um die Uhr arbeiten: Es gibt offenbar Betriebsvereinbarungen mit dem Virus, am Arbeitsplatz nicht zu erscheinen und sich doch bitte ordnungsgemäß auf Hotels und Gaststätten zu konzentrieren.
    Dr. Michael Rentzsch, Swisttal (NRW)

  • Kein Pilot käme auf die Idee, während des Take-offs das Fahrwerk einzufahren, bevor das Flugzeug wirklich abgehoben ist. Aber genau dies versuchen die Ministerpräsidenten jedweder Couleur immer wieder ... Es bleibt uns nur, auf das Abheben mithilfe von Impfstoff zu warten.
    Herbert Smetan, Rehlingen-Siersburg (Saarl.)

Verschwundene Klimakrise

Nr. 12/2021 Wissenschaftler Michael Mann im SPIEGEL-Gespräch über den Zustand des Planeten 

Klimaforscher Mann

Klimaforscher Mann

Foto: Sydney Herdle
  • Michael Mann spricht von Ethik und dass wir die Verantwortung haben, den nächsten Generationen eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen. Wie zynisch und pervers ist denn diese Aussage? Unser Lebensstandard gründet doch nur auf der Ausbeutung von weniger entwickelten Staaten. Was sollen die Menschen in den Ländern, wo sogenannte seltene Erden oder Silizium abgebaut werden, ihren nächsten Generationen hinterlassen?
    Norbert Rückborn, Hamburg

  • Ich war sehr begeistert, dass es zwei Interviews in die Ausgabe geschafft haben, die sich mit den Zuständen und Folgen der Klimakrise befassen! Seit Ausbruch der Pandemie war ich mehrfach fassungslos, dass das Thema Klimakrise aus dem Angebot der Berichterstattungen so gut wie verschwunden ist.
    Laura Boeger, Weimar

Humorrettende Alternative

Nr. 12/2021 Die Gegendarstellung: Leichter gendern

  • Dank den Redaktys für den Artikel. Ein Vorteil wurde nicht erwähnt: Leichter würde es für Dichtys. Denn es gäbe Reime gratis.
    Volker Aurich, Schwäbisch Hall

  • Alle Ansätze für eine genderneutrale Sprache, die das Sprachempfinden stören, werden diesem berechtigten Anliegen nicht helfen. Die vom Germanisten Kronschläger vorgeschlagene Alternative aber hat Witz und Eleganz! Nur hat Herr Neubacher das so vergnüglich dargestellt, dass ihr Potenzial hinter seinem wunderbaren Aufsatz zu verblassen droht.
    Hannes Haufe, Hamburg

  • Vielen Dank an Alexander Neubacher für seinen Hinweis auf Thomas Kronschlägers Entgendern nach Phettberg. Das ist endlich mal ein Vorschlag für eine konsequent geschlechtergerechte Sprache, die auch geschlechtsneutrale Formulierungen zulässt und zudem leicht und vergnüglich handhabbar ist! Die neutrale Y-Endung macht es möglich!
    Angelika Rode, Soest (NRW)

  • Ein Y an die Personenbezeichnungen zu hängen scheint zunächst ein praktikabler Gedanke zu sein. Allerdings werden Genderpuristen einwenden, dass das Y-Chromosom für die männliche Linie steht und somit unbrauchbar ist. Ich schlage vor »um« anzuhängen und für den Plural ebenfalls ein »S«. Beispiel: das Lehrum(s) oder vielleicht als leichter eingängige Variante im Plural: die Lehrum.
    Dr. Bernd Trümper, Heistenbach (Rhld.-Pf.)

  • Sie schreiben mir aus der Seele als Autory dieses Textes und Verbreity einer möglicherweise sprach- und humorrettenden Genderalternative. Ich frage mich schon länger, ob man nicht auch einen grammatikalischen Spezialartikel brauchte, welcher der Sondersituation des Genderns als bewusster Eingriff in die Sprache gerecht wird und nicht alle zu Neutren macht, wie es mit dem »das« passiert. Ich denke da an »de« (das »e« haben »der« und »die« gemeinsam) oder damit das nicht verkümmert klingt: »det«.
    Simon Putzhammer, Marzling (Bayern)

  • Ein mexikanischer Kollege erzählte mir vor vielen Jahren, dass das Problem des Genderns in Mexiko gelöst wird, indem man in den entsprechenden Texten Substantive auf @ enden lässt. Das @-Zeichen ist ja innen ein A und außen ein O. Die Söhne und Töchter von jemandem sind also: l@s hij@s.
    Prof. Ortwin Smailus, Hamburg

Selten so geärgert

Nr. 12/2021 Joseph Beuys wird als Ökovisionär idealisiert – aber er besaß eine dunkle Seite 

Künstler Beuys 1978

Künstler Beuys 1978

Foto: Gerd Ludwig / VISUM
  • Wenn Ulrike Knöfel Ihnen in zwei Jahren zum vierten Mal die Story »Joseph Beuys war in Wirklichkeit ein rechter Populist« anbietet, fragen Sie sie doch bitte mal, ob sie in der Richtung etwas Neues herausgefunden hat. Zum Beispiel eine Äußerung von Beuys, die tatsächlich eine rechte Gesinnung belegt. Ich wüsste gern, warum sie diese Idee so hartnäckig verfolgt.
    Paule Hammer, Künstler, Leipzig

  • Wichtig ist Ihre Information, dass Beuys dem Nationalsozialismus nahestand, sodass man ihn nicht länger als harmlosen Narren abtun darf. Das Niveau der Gespräche über Beuys an Abendbrottischen, derer ich teilhaftig wurde, war niedrig. Ob man sagen kann, dass er »die Kunst zum Thema gemacht« habe, halte ich für fraglich.
    Gebhart Müller-König, Moisburg (Nieders.)

  • Ich möchte Ulrike Knöfel und dem SPIEGEL etwas mehr Offenheit, Fairness und Humor bei den Recherchen zu Joseph Beuys und Rudolf Steiner wünschen.
    Gerd Hornung, Mühlacker (Bad.-Württ.)

  • Ihr Beitrag erinnert mich spontan an einen Ausspruch des inzwischen verstorbenen Politikers Heiner Geißler zu derartiger Art von Kunst: »Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Dummheit ihrer Bewunderer zusammen.«
    Rudolf Kreyer, Melle (Nieders.)

  • Hier Argumente aufzuzählen zugunsten von Rudolf Steiner und Joseph Beuys ist wohl sinnlos. Joseph Beuys hätte es zu Lebzeiten gefreut, dass Kunst solche Reaktionen auslösen kann, dann machen Sie weiter so, obwohl es dem SPIEGEL nicht gut zu Gesicht steht.
    Sigrid Baumgärtner, Mühlacker (Bad.-Württ.)

  • Als Abonnent und Sammler des SPIEGEL, selbst Künstler und ehemaliger Kunstlehrer, fand ich noch nie einen Artikel so ärgerlich wie diesen. Beuys wurde seit den Anfängen seiner künstlerischen Aktionstätigkeit kontrovers diskutiert. Wenn hier aber der Versuch einer Demontage seiner Person unternommen wird, um die Bedeutung seiner künstlerischen Persönlichkeit in Zweifel zu stellen, sollte der SPIEGEL sich nicht parteinehmend daran beteiligen, wie es die Autorin erscheinen lässt.
    Ingolf Jännsch, Walldürn (Bad.-Württ.)

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe (leserbriefe@spiegel.de ) gekürzt sowie digital zu veröffentlichen und unter www.spiegel.de zu archivieren.

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