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Briefe

Die Kanzlerfrage der Union, Covid-19, Föderalismus und Ferdinand von Schirach waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Wochen die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 16/2021

Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Beide können es nicht

Nr. 15/2021 Armin Laschet in Häuptling Wirdsonix – Die Union und ihr Problemkandidat 

  • »Selten so befreiend gelacht wie über das Titelbild, obwohl einem das Lachen ja eher im Halse stecken bleiben müsste bei dem Unvermögen der Volksvertreter in der Coronakrise.«
    Gunther Weckherlin, München (Bayern)

  • Wenn man den Titelkomplex mit dem Artikel zu Armin Laschet, dem Gespräch mit Markus Söder und dem Leitartikel gelesen hat, wird objektiv betrachtet überaus deutlich, dass beide Kandidaten für das anspruchsvolle und so wichtige Kanzleramt eher nicht geeignet sind. Allerdings ist wohl nicht zu erwarten, dass man bereit ist, den überzeugenden Einsichten des Leitartikels zu folgen.
    Dr. Thomas Weise, Hamburg

  • Wenn ich Ihre Einzelbeobachtungen zu einem Gesamtbild zusammenfüge, dann stehen für mich zur Wahl: auf der einen Seite ein skrupelloser, zynischer Machtpolitiker, der es hervorragend versteht, Phrasen eines modernen politischen Marketings virtuos aneinanderzureihen, auf der anderen Seite ein Politiker, bei dem zumindest noch Züge von Menschlichkeit und Charakter deutlich zu erkennen sind. Ist es wirklich Aufgabe eines kritischen Journalismus, den einen zum idealen Kanzlerkandidaten hochzujubeln, den anderen aber der Lächerlichkeit preiszugeben?
    Wilfried Rahe, Mühldorf (Bayern)

  • Gerade ist die Maskenaffäre nicht mehr präsent, da verspielt Markus Söder (CSU) das letzte bisschen Vertrauen der Bevölkerung in die Glaubwürdigkeit des politischen Personals. Sein Credo ist »Mein Platz ist in Bayern« oder »Wenn die CDU mich ruft ...«. Die CDU hat ihn aber nicht gerufen. Wer andere kleinmacht, wird nicht größer. Und Umfragewerte sind noch keine Wahlergebnisse.
    Gisela Fulle, Mühlhausen (Thür.)

  • Politisch eher konservativ und wirtschaftsfreundlich, sehe ich nach 16 Jahren Regierungsverantwortung der CDU/CSU, dass ein Richtungswechsel notwendig ist. Auch wenn durch die Beteiligung der Grünen mit einem Fokus auf ökologischen Umbau die deutsche Industrie wohl Federn lassen und unser Land im Energiebereich gewohnte Sicherheiten verlieren wird, sollten neue Strukturen entstehen, allein um der alternativen Jugend zu zeigen, dass ihre Träumereien Verzicht bedeuten werden.
    Dr.-Ing. Frank Leschhorn, München

  • Kurz vor meinem 100. Geburtstag lese ich Ihren Titel über Armin Laschet. Wir leben in einer Zeit, in der hochgejubelte Lichtgestalten nach kurzer Zeit einen tiefen Fall erleiden müssen. Ich nenne dies Paternostererfahrungen: Erst geht es nach ganz oben, dann aber rasch nach ganz unten.
    Luise Kathrin Thomalla, Groß Sarau (Schl.-Holst.)

  • Soll keiner mehr sagen, der SPIEGEL habe ein Problem mit der CSU. Doch hätte ich Markus Söder gern gefragt, warum die CSU den Antieuropäer und Antidemokraten Viktor Orbán noch 2018 zu ihrer Klausur eingeladen hat. Ich hätte ihn gern gefragt, warum er den Scheuer nicht schon längst aus dem Verkehr gezogen hat. Unter dem Stichwort Maut leuchtet mir's ein, denn mit der »Ausländermaut« glaubte man, Stimmen sammeln zu können. Auch hätte ich ihn gerne darauf hingewiesen, dass seine »Grünwerdung« überzeugender wäre, wenn sein Verkehrsminister bei der Gegnerschaft zum Tempolimit nicht von »gesundem Menschenverstand« geschwafelt hätte. Statt die Menschen auf einen gewissen Verzicht vorzubereiten, unterstützt Scheuer die dümmliche Aktion »Tempolimit, nein danke«. Die Grünen können es als Vorlage dankbar nutzen.
    Hans Neubig, Goldkronach (Bayern)

Karnevalist Laschet Februar 2020

Karnevalist Laschet Februar 2020

Foto: babiradpicture
  • Vielen Dank für den kritischen Blick auf die möglichen Kanzlerkandidaten der Union. Das war eine präzise Analyse, schlüssig argumentiert. Einer nachträglichen Seligsprechung von Kurt Beck hätte es jedoch nicht bedurft. Becks politische Karriere endete nicht lapidar an negativen Schlagzeilen, miesem Image und Pech. Sie zerschellte förmlich. Nicht zuletzt am Nürburgring, einem ewigen Kreisverkehr in tiefster Provinz. Als Leser verwahre ich mich gegen eine solche Form mit sozialdemokratischer Milde überzuckerter Geschichtsklitterung.
    Clemens Flock, Bad Dürkheim (Rhld.-Pf.)

  • Als jahrzehntelanger Abonnent und begeisterter »Asterix«-Leser und -Sammler kaufe ich mir eine weitere SPIEGEL-Ausgabe Nummer 15 als Ergänzung meiner »Asterix«-Sammlung.
    Klaus Strecker, Sachsenheim (Bad.-Württ.)

  • Ja, ich bin Wähler und nachtragend! Unvergessen, Herr Laschet! Straßenausbaubeiträge in NRW. Brückendesaster in Leverkusen. Fehlende Filter und Digitalausrüstung in Schulen und Ämtern. Chaotische Wendungen in der Coronapolitik. Der andere Kandidat – ein talentierter Opportunist. Beide können es nicht! Also: mindestens vier bis acht Jahre Lüften der schwarzen Filzmäntel!
    Albert Waldhoff, Düsseldorf

  • Als traditionell eher konservativer Wähler bin ich der Meinung, dass keiner der beiden Kanzlerkandidaten der Union wirklich für das Amt geeignet ist: Söder gilt als herrschsüchtig, wirkt arrogant und eitel, ist ein gnadenloser Populist, krankhaft ehrgeizig und vor allem auf seine Selbstdarstellung bedacht. Laschet könnte man als den »AstraZeneca der Politik« betrachten: nicht so schlecht, wie er von anderen gemacht wird, lässt aber kein Fettnäpfchen aus. Er ist für das Kanzleramt schon fast wieder zu gutmütig und harmlos. Also, liebe Union: Der Untergang des Abendlands wird durch eine Wahlniederlage nicht eingeläutet, es ist für die Union besser, sich in der Opposition neu zu formieren und in vier Jahren mit neuem Personal und neuen Ideen an den Start zu gehen. Dem Land tut ein Wechsel gut!
    Dr. med. Georg Haselbek, Schnaittach (Bayern)

  • Was für ein Titelbild! Will sich der SPIEGEL jetzt als Satiremagazin profilieren? Lassen Sie das lieber sein, das kann die »Titanic« einfach besser. Wer heute Armin Laschet plattmacht, muss im Herbst mit einem breitbeinigen fränkischen Bajuwaren leben. Ich freue mich schon auf die Berliner Realsatire mit den CSU-Barden. Markus Söder als Majestix. Außerdem dabei: der schicke Grautvornix, Andi Scheuer. Wir lachen noch heute über die Pkw-Maut. Für den alten Asylnix Horst Seehofer findet sich bestimmt auch noch eine Verwendung. Dann ist vier Jahre lang Oktoberfest. Oans, zwoa, gsuffa!
    Werner Markowitz, Jüchen (NRW)

Toxische Mixtur

Nr. 14/2021 Die kommenden Tage entscheiden, ob dem Land eine Katastrophe oder ein entspannter Sommer bevorsteht 

Polizisten, Passanten in Köln

Polizisten, Passanten in Köln

Foto: C. Hardt / Future Image / snapshot
  • Ungeachtet des Kardinalfehlers, der in Krisensituationen kaum handlungsfähigen EU die Impfstoffbeschaffung zu überantworten, hat sich die Politik in Deutschland im Umgang mit den Herausforderungen der Pandemie auch ansonsten als erschreckend träge und konzeptionslos erwiesen.
    Klaus Hofer, Gräfelfing (Bayern)

  • Was in dem Artikel nicht benannt wurde, ist die Mischung von Pandemie und Wahlkampf. Das scheint mir eine besonders toxische Mixtur zu sein, weil sie den Politikern völlig das Denkvermögen vernebelt.
    Jürgen Ziegenbein, Bielefeld

  • Dieser impertinente Dilettantismus und der desaströse, orientierungslose Aktionismus unserer politisch Verantwortlichen, bei dem jede Entscheidung tags darauf wieder revidiert wird und der in allen Reaktionen nur den angstvollen Weg über restriktive Schließungsmaßnahmen kennt, anstatt eine verantwortungsbewusste, funktionierende Impfung auf den Weg zu bringen, ist zum Verzweifeln. Man muss sich schämen, Deutscher zu sein.
    Dr. med. Johann Königer, Landsham (Bayern)

  • Gut gemeint ist oft nicht gut gemacht, aber kein Verbrechen. Fehler und Unsinnigkeiten passieren, wenn man sich in einer Situation befindet, die komplex und neu ist. Darüber zu streiten ist legitim. Legitim sind aber auch die Regierung und die Institutionen, die mit Wissenschaftlern und Experten in einem Spagat aus evidenzbasierter Praxis und den Möglichkeiten einer Demokratie versuchen, die Krise zu meistern. Es gibt einen großen globalen, europäischen und nationalen Konsens über die Pandemie, ihre Ursachen und Folgen. Dieser Konsens wird immer wieder in Zweifel gezogen, wenn wir über die Uneinigkeit der Maßnahmen sprechen, die Bund und Länder oft nicht nachvollziehbar zeigen. Vielleicht auch, weil es keine endgültig richtige, rechtsstaatliche oder durchführbare Maßnahme gibt, die allem gerecht wird, und weil wir nicht in die Zukunft sehen können, sondern von Prognosen sprechen. Dennoch sollten wir akzeptieren, dass wir innerhalb dieses Konsenses um die verschiedenen Maßnahmen ringen müssen.
    Dr. Young-Ho Lee, Berlin

Wunderbar föderal

Nr. 14/2021 Die deutsche Kleinstaaterei versagt im Krisenfall 

  • Selbstverständlich haben Sie recht. Eine Föderalismusreform ist schon lange überfällig. Alle die von Ihnen genannten Problemfelder würden enorm davon profitieren. Aber mal ganz ehrlich, und schauen Sie sich vorab ausgiebig um, wer soll diese Reform denn beschließen?
    Christoph Schneppenheim, Berlin

  • Niemand braucht mehr Zentralismus! Großbritannien, das 50 000 Coronatote mehr als wir zu beklagen hat, soll jetzt unser Vorbild sein? Der Vorteil bei der Impfstoffbeschaffung wurde doch nur durch die Aufkündigung der Solidargemeinschaft erreicht. Wer soll sonst als Vorbild dienen? China? Bei Corona erfolgreich, aber was denken wohl Uiguren und Hongkong-Chinesen vom staatlichen Zentralismus? Die USA konnten Diktator Trump gerade noch verhindern. Welche Spitze soll bei uns mehr Macht bekommen? Merkel oder Spahn? Stellschrauben müssen immer justiert werden. Ansonsten ist unser föderaler Staat wunderbar!
    Rüdiger Rühfel, Augsburg

  • Zur erfolgreichen Bekämpfung der Pandemie bedarf es nicht mehr Macht für den Bund, sondern mehr Expertise und Kompetenzen des Robert Koch-Instituts. Bei der Tierseuchenbekämpfung funktioniert unser föderales System sehr gut: Hier arbeiten Bund, Länder und Kommunen reibungslos zusammen und folgen den Empfehlungen des Friedrich-Loeffler-Instituts.
    Ludwig Heitz, Bad Iburg (Nieders.)

  • Genau! Der deutsche Föderalismus ist krisenuntauglich und fördert die Politikverdrossenheit. Was Merkel mittwochs in der Pressekonferenz mitteilt, wird donnerstags von Kretschmann und Co. einkassiert. So entsteht die von Bundespräsident Steinmeier diagnostizierte Vertrauenskrise.
    Marion Oechsner-Hieke, Eberbach (Bad.-Württ.)

Neue Ideen und Ziele

Nr. 14/2021 Der Autor Ferdinand von Schirach will neue Grundrechte für EU-Bürger 

Autor Schirach

Autor Schirach

Foto: Marcus Hoehn / laif
  • Ich bin 79 Jahre alt, habe mit meinem Mann zwei Kinder, vier Enkelinnen, und mir liefen beim Lesen Tränen des Glücks über die Wangen. Ich hoffe, dass Herrn Schirachs Forderungen ins Grundrecht gemeißelt werden und wir alle anfangen, global, human, mit der Natur, den Tieren und unseren Mitmenschen umzugehen.
    Ingrid Röllinghoff, Aschaffenburg (Bayern)

  • Es wurde höchste Zeit, dass sich unsere kreativen Köpfe auf den Weg machen, neue Ideen und Ziele für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu formulieren. Die Politik selbst ist oft zu mutlos und unkreativ, aber auch zu sehr in Abhängigkeiten verstrickt, um überfällige Lösungen für dringende Probleme zu präsentieren.
    Ekkehard Arens, Dülmen (NRW)

  • Als »Wind der Freiheit« bezeichnet der SPIEGEL die von Ferdinand von Schirach entworfenen EU-Grundrechte. Dieser Wind weht zu stark aus der Richtung, in der die Auffassung vorherrscht, dass der Mensch hauptsächlich Rechte habe müsse. Gänzlich wird außer Acht gelassen, dass alle EU-Bürgerinnen und EU-Bürger auch Pflichten haben könnten.
    Monika Paschmann, Karlsruhe

  • Europa sollte Vorreiter und Hoffnungsträger sein, und einklagbare Rechte für alle würden sicherlich den nötigen Schub geben oder zumindest ein Signal aussenden, sich seiner Verantwortung bewusst zu sein.
    Andrea Bauer, Oberammergau (Bayern)

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe (leserbriefe@spiegel.de ) gekürzt sowie digital zu veröffentlichen und unter www.spiegel.de zu archivieren.

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