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Leserbriefe

Wuhan, Politik im Sport und Afghanistan waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 28/2021

Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Beklemmende Fragen

Nr. 27/2021 Das Rätsel von Wuhan: Stammt das Virus von der Fledermaus – oder doch aus dem Labor?

  • Was soll eine noch so gründliche und bemühte Forschungsanstrengung internationaler hochrangiger Experten zur Entstehung der Coronapandemie ausrichten gegen ein System, das so tickt wie das von Chinas Staatspräsident Xi Jinping? Erst kürzlich ließ er in einer Rede verlautbaren: »Lang lebe die großartige, ruhmreiche und richtige Kommunistische Partei Chinas.«
    Rolf Monnerjahn, Emmelshausen (Rheinland-Pfalz)

  • Die Titelgeschichte um die Herkunft von Sars-CoV-2 beeindruckt mich nicht nur durch die umfassende Auswertung der vielfältigen Quellen. Auch die – für den Nichtwissenschaftler – verständliche Sprache macht komplizierte wissenschaftliche Hintergründe deutlicher. Respekt für das sachliche Niveau in dieser politisch hochbrisanten Sache. Bleibt die beklemmende Frage, wem man in dieser Krise noch glauben soll (außer den Fakten).
    Arnold Roßberg, Weiterstadt (Hessen)

  • Danke für diesen umfangreich recherchierten Artikel. Auch wenn bisher noch nicht exakt aufgeklärt werden kann, woher das Coronavirus tatsächlich kommt, so hat mich diese »Wildtier-Theorie« nie wirklich überzeugt. Ich hielt es immer schon für wahrscheinlicher, dass das Virus aus einem Labor entwichen ist. Einen Beleg dafür werden wir wohl nie wirklich bekommen, weil China keine konkrete Aufklärung zulässt.
    Christa Schonscheck, München

  • Seit Monaten warte ich auf diesen Artikel. Danke, dass Sie endlich den Mut gefunden haben, dieses Thema so offen und kontrovers in die Öffentlichkeit zu tragen.
    Peggy Pohl, Berlin

  • Für mich war und ist es nicht nachvollziehbar, wieso die Laborthese nicht breiter diskutiert wurde und nahezu kommentarlos verschwand. Deshalb begrüße ich Ihre Titelgeschichte. Endlich finden die möglichen Umstände der Virusverbreitung eine breitere Öffentlichkeit. Es ist an der Zeit, die Indizienkette, die sie aufzeigen, genauer zu betrachten.
    Volker Wessolleck, München

  • Ein super Artikel, der zeigt, was so zutage kommt, wenn man anfängt, Steine umzudrehen. China ist auf keinen Fall zu trauen: Das Regime hat seine ganz eigene Agenda.
    Sven Bartsch, Emmendingen (Bad.-Württ.)

  • Sollte es stimmen, dass das Coronavirus aus einem Labor kommt, dann hat die Menschheit den Punkt erreicht, an dem sie nicht mehr warten muss, bis die Erde untergeht. Dann werden die Menschen ihr Ende weitaus früher selbst herbeiführen.
    Uwe Schmidbauer, Höhenkirchen-Siegertsbrunn (Bayern)

Nicht politisch, sondern menschlich

Nr. 26/2021 Leitartikel: Politische Botschaften schaden dem Sport

  • »Sagen, was ist« – auch wenn es schmerzt. Das ist Lothar Gorris in seinem Leitartikel hervorragend gelungen. Mich wundert aber nicht nur die Empörung von der CSU, sondern auch die der CDU, die das Dilemma zwischen Sport und Politik zum Anlass nimmt, mit dem Finger auf Viktor Orbán zu zeigen. Achtung: Drei Finger zeigen dabei in die andere Richtung. Denke ich an die noch nicht lange zurückliegenden Kommentare, unter anderem von Annegret Kramp-Karrenbauer und Volker Kauder zu dem Thema Diskriminierung von LGBTQ-Menschen, ist eine geistige Nähe zu Herrn Orbán unverkennbar.
    Bernd Schönecker, Idstein (Hessen)

  • Was ist ein politisches Zeichen? Diese Frage stelle ich mir, seit die Uefa verboten hat, die Allianz-Arena in den Farben des Regenbogens zu beleuchten. Und auch nach dem Lesen des Leitartikels stelle ich mir noch immer diese Frage. Ist es nicht ein menschliches, wertorientiertes Verhalten, wenn sich Sportler:innen für Toleranz, Weltoffenheit und Vielfalt aussprechen – egal wie diese Gesten aussehen? Es ist in meinen Augen nicht politisch, sondern menschlich, wenn jemand Haltung zeigt.
    Astrid Marschall, Eckental (Bayern)

  • Auch der Autor sollte begreifen, dass es sich beim Eintreten für die Menschenrechte, die über jedem anderen Gesetz stehen sollten, nicht um irgendeine »Ideologie« geht. Was wäre so schlimm gewesen, wenn die Uefa die Regenbogenbeleuchtung des Münchner Stadions genehmigt hätte? Wären Länder wie Ungarn, Polen und Russland dann der Europameisterschaft ferngeblieben? Und wenn: Es wäre kein Ende des internationalen Sports gewesen, eher eine Blamage für solche Länder, die sich ins Abseits stellen. Und es wäre ein Erfolg für die Menschenrechte gewesen, die sich sowieso nicht aufhalten lassen.
    Harald Liebig, Wilhelmshaven (Nieders.)

Abgrundtief geschämt

Nr. 26/2021 Afghanistan: Beim Abzug der Bundeswehr bleiben lokale Helfer zurück

  • Der Artikel lässt mich wieder einmal fassungslos und wütend zurück: Wir nutzen afghanische Menschen aus, missbrauchen ihr Vertrauen und lassen sie dann schutzlos zurück – offenbar langfristig vorbereitet durch windige Vertragskonstruktionen. Der Einsatz in Afghanistan wurde ursprünglich mit der Notwendigkeit begründet, Terrorismus zu bekämpfen, um ihn von Deutschland fernzuhalten. Mit dem beschriebenen Verhalten werden letztendlich Wut und Hass geschürt und wird Terrorismus eher gefördert. Wenn unsere Bundesregierung noch einen Funken Anstand und Verstand besitzt, dann sorgt sie dafür, dass ausnahmslos alle, die direkt oder indirekt für sie gearbeitet haben, in Deutschland aufgenommen und integriert werden.
    Monika Dengler, Hamburg

  • So wie alle meine Kameradinnen und Kameraden war auch ich bei meinen drei Einsätzen in Afghanistan als Reservist auf verschiedene afghanische Ortskräfte angewiesen. Diese Helfer und leider auch ihre Familien sind bei einer Machtübernahme durch die radikalislamischen Taliban in höchster Gefahr – ihnen drohen Repressalien oder der Tod. Diese Menschen müssen großzügig Asyl erhalten. Das ist das Mindeste, was unser Land tun muss, wenn wir uns schon zur Unzeit zurückziehen.
    Dr. Markus Bode, Münsterhausen (Bayern)

  • Mit Scham und Entsetzen erinnere ich mich daran, wie schäbig die USA ihre lokalen Hilfskräfte im Stich gelassen haben, als sie sich aus Vietnam zurückzogen. Ich kann und will nicht glauben, dass Deutschland sich in Afghanistan nun genauso verhält. Wo bleiben die Menschenrechtsorganisationen und Kirchen, um sich für die todgeweihten Helfer einzusetzen?
    Wolfram Rudolph, Heilbronn (Bad.-Württ.)

  • Als ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete, die 2001 den ersten Bundeswehreinsatz in Afghanistan mit beschlossen hat, bin ich erschüttert über die Verantwortungsvermeidung seitens der Bundesregierung gegenüber den vielen zurückbleibenden afghanischen Ortskräften, die für Deutschland jahrelang gearbeitet haben. Sie ihrem Schicksal zu überlassen, erachte ich als zutiefst unmenschlich. Es ist zu befürchten, dass diese Männer und Frauen samt ihren Familien als Erste dem Rachefeldzug der Taliban zum Opfer fallen werden. Wenn schon der 20-jährige Einsatz nicht das erbracht hat, was er sollte – nämlich Afghanistan zu einem funktionierenden Staat mit demokratischen Strukturen umzugestalten –, sollte die Bundesregierung wenigstens ihr Gesicht wahren und den afghanischen Ortskräften, die an diesem Versuch mitgearbeitet haben, die nötige Hilfe und Unterstützung gewähren.
    Christine Lehder,Saalfeld (Thür.)

  • Auch wer den Bundeswehreinsatz in Afghanistan abgelehnt hat, muss jetzt für ein humanes Verhalten eintreten.
    Prof. Martin Beck, Pliezhausen (Bad.-Württ.)

  • Wie steht es bei diesem Vorgang um die sogenannten Werte, die angeblich »auch am Hindukusch verteidigt« werden müssen? Wie schlank ist wohl mittlerweile der Fuß, den sich Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer und die Bundesregierung da machen?
    Frank Bubenheim, Kassel

  • Der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr geht zu Ende. Nicht vorbei ist aber die Verpflichtung unserer Regierung gegenüber den lokalen Helfern, die der Truppe jahrzehntelang in den unterschiedlichsten Funktionen das Leben und die Arbeit vor Ort erst ermöglicht haben. Was derzeit passiert, ist in jeder Hinsicht verantwortungslos und inhuman. So geht man nicht mit ehemaligen »Mitarbeitern« um.
    Alois Schwind, Wachtberg (NRW)

  • Bei der Lektüre dieses Artikels habe ich mich für mein Land und dafür, dass auch ich vor langer Zeit Soldat der Bundeswehr war, abgrundtief geschämt. Wie kann man Menschen, die unseren Truppen in einem überaus schwierigen Einsatz geholfen haben und damit in gewissem Sinne auch Kameraden waren, auf so schäbige Weise fallen lassen? Statt die gebotene Dankbarkeit und Großzügigkeit zu zeigen, werden mit Kleinlichkeit Menschenleben aufs Spiel gesetzt.
    Dr. Wolfhard Klöhn, Hildesheim

Differenziertes Gendern

Nr. 27/2021 Hausmitteilung: Geschlechterneutrale Sprache

  • Über Ihre redaktionelle Entscheidung für die Gendersprache bin ich sehr enttäuscht. Hätte ich mir doch gewünscht, diese Entscheidung nach einer Leserumfrage zu treffen. Möglicherweise könnte dieses Votum eine negative Resonanz bescheren. Sollte dies der Fall sein, bin ich sehr gespannt, ob Sie den Mut aufbringen, diesen Entschluss rückgängig zu machen.
    Hans-Dieter Krüger, Duisburg

  • Ihre Entscheidung, die gendergerechte Schreibweise differenziert zu praktizieren, ist richtig. Es müssen nicht alle »Minderheitsthemen«, die den Mehrheitsmeinungen unterlegen sind, immer dominieren.
    Claus Loewe, Isernhagen (Nieders.)

  • Ich würde mich als Feministin bezeichnen und finde das Gendern fürchterlich. Zur Not kann man beide Formen nennen, was aus meiner Sicht aber nicht unbedingt nötig ist. Wichtiger wäre, dass sich Frauen mit großer Selbstverständlichkeit und mit absoluter Gleichberechtigung in männerdominierten Bereichen wiederfinden.
    Katrin Stiehler, Hamburg

  • Ich persönlich finde es gut, wenn der SPIEGEL seinen Schreibstil in Richtung Gleichberechtigung verändert. Warum bringen Sie nicht einmal einen Artikel heraus, der in drei oder vier Abschnitten mit jeweils unterschiedlichen Formulierungsmethoden geschrieben ist? Und bitten Ihre Leserschaft anschließend um Feedback?
    Joachim Anton, Bielefeld

  • Es gefällt mir, dass der SPIEGEL maßvoll gendern will. Dazu werden aber stilistische Anpassungen nötig sein, wenn Stilblüten, Umständlichkeiten oder unfreiwillige Komik vermieden werden sollen.
    Hans-Joachim Bock, Röhrmoos (Bayern)

Anreiz zur Teilzeit

Nr. 26/2021 Die Gegendarstellung: Popanz Hausfrauenehe

  • Welche Vorstellung hat der Autor eigentlich davon, wie unverheiratete Paare zueinander stehen? Im Falle von Arbeitslosigkeit und Pflegebedürftigkeit macht der Unverheiratete doch nicht einfach »Winke-Winke«. Kein Mensch, der Jahre oder Jahrzehnte mit einem anderen Menschen zusammenlebt, läuft sofort weg, wenn es »teuer wird«. Und wenn er es doch tut, liegt es an seinem schlechten Charakter, woran auch ein Trauschein nichts ändern würde.
    Natalia Morjaschov, Hamburg

  • Warum sollte der Staat die Ehe mittels Steuervorteilen fördern, nicht aber die Familie? In der Regel sind zwei erwachsene Menschen miteinander verheiratet, die tatsächlich für sich selbst sorgen können. Es ist nicht Aufgabe des Staates, einem kinderlosen Vielverdiener mittels Ehegattensplitting eine Gattin zu finanzieren, die ihm den Rücken freihält und den Zweipersonenhaushalt versorgt. Vielmehr ist es Aufgabe des Staates, diejenigen zu unterstützen, die Kinder großziehen. Der Staat besteuert bisher aber kinderlose Ehepaare weniger als Alleinerziehende mit Kindern.
    Dr. Stefanie Knab, Kaufbeuren (Bayern)

  • Nach dem Lesen habe ich mich gefragt: Weshalb – wenn das deutsche Steuerrecht so vorbildlich neutral ist – haben Frauen vor allem im Alter ein deutlich höheres Armutsrisiko als Männer? Das Ehegattensplitting verführt nämlich dazu, dass ein Ehepartner weniger arbeitet, denn, wie der Autor selbst schreibt, es ist ja »der Steuervorteil umso größer, je weiter die Einkommen auseinanderliegen«. Das ist ein Anreiz zur Teilzeitarbeit. Im Alter zeigen sich die Folgen dieser Politik.
    Angelika Keller, Kaufering (Bayern)

Nr. 26/2021 Bildung: Warum Eltern, Schüler und Lehrer den Herbst fürchten müssen.

  • Wer jetzt immer noch nicht alles tut, um nicht wieder einen Winter (fast) ohne Präsenzunterricht zu erleben, versündigt sich an einer ganzen Schülergeneration und deren Familien – und das bei vollem Bewusstsein und sehenden Auges.
    Sahra Kleefuß, Bammental (Bad.-Württ.)

Nr. 26/2021 Formel 1: SPIEGEL-Gespräch mit Sebastian Vettel über seinen Wandel zum Umweltschützer

  • Wer sich einigermaßen mit der Bibel auskennt, weiß, dass im Himmel über einen reumütigen Sünder mehr Freude herrscht als über 99 Gerechte. Also: Man wird auch dort oben die Bekenntnisse von Sebastian Vettel wohlwollend zur Kenntnis genommen haben.
    Uwe Tünnermann, Lemgo (NRW)

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