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Leserbriefe

Außerirdisches Leben, die Neuen Rechten und Unions-Kanzlerkandidat Laschet waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Wochen die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 27/2021

Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Bereit für den Erstkontakt?

Nr. 26/2021 Mythen: Ufo-Alarm am Himmel – die Fahndung nach außerirdischem Leben

  • Ich habe mich sehr gefreut, dass dieses Thema imSPIEGELin aller Ernsthaftigkeit und (fast) ohne Klischees zu bemühen aufgegriffen wird. Die Menschheit muss endlich von ihrem hohen Ross herunterkommen und beim Blick in die Sterne Demut lernen. Je weiter wir in die Tiefen des Alls vordringen, desto wahrscheinlicher wird es, dass wir früher oder später auf (intelligentes) Leben stoßen könnten. Darauf sollten wir uns dringend vorbereiten. Wir rennen in einen möglichen Erstkontakt genauso unvorbereitet hinein wie in die Coronapandemie. Wie schnell aus einem unvorstellbar geglaubten, vermeintlichen Science-Fiction-Szenario Realität werden kann, haben uns die vergangenen Monate ja eindringlich demonstriert. Wie heillos überfordert die internationale Gemeinschaft aber schon angesichts eines irdischen Virus war und ist, lässt für ein mögliches Alien-Szenario allerdings nichts Gutes hoffen.
    Meike Mittmeyer-Riehl, Eppertshausen (Hessen)

  • Sicherlich gibt es Leben außerhalb unseres Sonnensystems. Ob dieses eine ähnliche Entwicklung wie auf unserer Erde genommen hat, ist aber zu bezweifeln. Wenn es außerirdische Lebensformen geben sollte, die uns sogar besuchen sollten, dann dürften diese Lebensformen die Menschheit angesichts unseres Umgangs mit unserer Lebensgrundlage sicherlich nicht als intelligent betrachten.
    Andreas Stamer, Aachen

  • Ich hoffe, die erste Begegnung mit Außerirdischen erfolgt nicht in Deutschland. Deutsche Behörden würden erst mal das Raumschiff einbehalten, da es nicht den örtlichen Normen und Verkehrsvorschriften entspricht und (vermutlich) keine Zulassung durch das Luftfahrt-Bundesamt hat.
    Dr. Daniel Liebisch, München

  • Die Wissenschaft erklärt nicht alles und rennt nicht jeder Anomalie hinterher. Sie ist konservativ, bedächtig und ändert sich nur zögernd. Um die Frage zu beantworten, ob wir alleine im Universum sind, bedarf es einer besseren Definition davon, was Leben überhaupt ist. Das heutige vage Konzept von Leben lässt Platz für neue Denkansätze, die uns später vielleicht erlauben, Leben auch auf Basis von Kohlenstoff oder anderen chemischen Elementen zu erkennen. Das sollte vorrangig gefördert werden, nicht das Erklären jedweder Himmelserscheinung.
    Prof. Dr. Thomas Vogt, Biochemiker, Columbia (South Carolina, USA)

  • Sollten uns im Widerspruch zu allen bekannten Naturgesetzen Außerirdische auf der Erde besuchen, dann sind sie uns technisch unfassbar überlegen, und wir können nur hoffen, dass sie der Menschheit auch moralisch weit überlegen sind.
    Rainer Kollewe, Laer (NRW)

  • Rein statistisch gesehen, müsste es selbst in der Milchstraße vor Planeten mit anderen Zivilisationen nur so wimmeln. Falls nicht, stellt sich ernsthaft die Frage nach dem Sinn der unfassbaren Größe von Galaxien und des gesamten Universums. Niemand kann ausschließen, dass Ufos von mittlerweile ausgestorbenen Zivilisationen bereits zu Dinosaurierzeiten auf der Erde landeten – oder dass am heutigen Tag noch irgendwo da draußen ein Signal losgeschickt wird, welches erst in 100 000 bis 5 Millionen Jahren die Erde erreicht, wir dann aber nicht mehr da sein werden, um es zu empfangen. Wir bleiben deswegen wahrscheinlich unter uns, wobei sich auch hier die Frage stellt, ob dies einen tieferen Sinn hat.
    Dr. Rüdiger Falke, Lübeck

  • Seit Jahrzehnten versuchen Forscher mit sehr viel Aufwand Hinweise für die Existenz von Leben auf fernen Planeten zu finden. Obwohl bisher noch keinerlei Anzeichen von extraterrestrischem Leben gefunden wurde, bin ich mir sicher, dass da draußen jemand ist. Warum ich mir da so sicher bin? Nun, wenn es in den Weiten des Universums kein Leben geben würde, dann hätte ein Apfelbaum wohl auch nur einen Apfel.
    Winfried Stahl, Oppenweiler (Bad.-Württ.)

  • Es ist absolut spannend, dass dieses Thema aus der Schmuddelecke rauskommt und durchaus mal ernsthaft diskutiert wird. Der Sprung auf das Titelblatt desSPIEGEList schon beeindruckend. In unseren Breitengraden wird das Thema doch immer als recht lächerlich behandelt.
    Martin Spranck, Bonn

Den Nagel auf den Kopf getroffen

Nr. 25/2021 Essay: Der Philosoph Richard David Precht über den verwirrten Kompass der Neuen Rechten

  • Vielen Dank an den SPIEGEL und insbesondere an Richard David Precht für dieses sowohl inhaltliche als auch sprachliche Highlight. Es ist immer ein Genuss, wie Herr Precht komplexe Sachverhalte mit wenigen klaren Worten auf den wesentlichen Punkt bringt. Bitte mehr davon.
    Andreas Feige-Munzig, München

  • Wo Richard David Precht draufsteht, ist Richard David Precht auch drin. Sehr kluge Analysen und interessante Analogien. Eine Analogie und ein fatalistisches Resümee sei hinzugefügt: Die befremdlichen Stilblüten der vermeintlichen Rechts- und Links-Ausleger scheinen dieselbe Ursache zu haben wie die Gesichtslosigkeit der breiten Mitte. Die komplette Orientierungslosigkeit in einer komplexer werdenden Welt. Und die Bürger? »Bitte keine Veränderung« auf der einen Seite und »Das System muss eingerissen werden« auf der anderen Seite. Weder das eine noch das andere geschieht. »Dann wenigstens ordentlich Bambule«, aber nicht mal das bekommen sie geliefert.
    Hermann Rave, Filderstadt (Bad.-Württ.)

  • Das Gymnasium Schwertstraße zu Solingen hat mehrere bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht. Darunter sind unter anderem Ex-Bundespräsident Walter Scheel und Richard David Precht, der in seinem aktuellen Essay souverän und mit Witz die rezente sozialpolitische Gesellschaft in Deutschland zerlegt. »Precht hat recht« kann man da nur entwaffnet seufzen. Thomas von der Mühle, Küsten (Nieders.)

  • Unter dem Label »Neue Rechte« fasst Precht eine gedankliche Strömung zusammen, die offenkundig so unterschiedliche Attribute zusammenzubinden weiß wie »Obrigkeitsfeindlichkeit«, »Querdenkertum«, »Wehleidigkeit« sowie die Nähe zum »kulturfremden Import« eines »libertären Freiheitsbegriffs«. Eigenartigerweise passt nun, nachdem diese beliebige Begriffsbildung eingeführt wurde, nichts mehr zusammen. Könnte es da sein, dass das Problem das beliebige prechtsche Labelling ist? Dass wahre Freiheitsliebe nichts mit politischen Raumordnungen zu tun hat und sie deswegen weder »rechts« noch »links« ist? Freiheit ist die den Menschen ausmachende Fähigkeit zur Selbstbestimmung – als Individuum und in Gemeinschaft. Auf die Idee, dass man sich auch für Fortschritt in Freiheit starkmachen kann oder gar: dass das der einzige Weg ist, der dem Menschen angemessen ist, kommt Precht gar nicht.
    Prof. Dr. Katrin Gierhake, Rechtswissenschaftlerin, Regensburg

  • Herr Precht hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Seine intellektuelle Fähigkeit, die Neue Rechte deutlich und dazu noch witzig zu entblößen, ist beeindruckend. Ach, wie gern würde ich mit Herrn Precht in entspannter Runde Gedanken austauschen.
    Hermann Dannenfeldt, Falkensee (Brandenb.)

Geistliche Lobbyarbeit

Nr. 25/2021 Karrieren: Welche Rolle die Religion für Unions-Kanzlerkandidat Laschet spielt

  • Glückwunsch an die Verfasser dieses so angenehm provokativ geschriebenen Artikels. Wie stark die katholische Kirche, in die Armin Laschet so stark eingebunden ist, in bestimmten Regionen Deutschlands das Wahlverhalten beeinflusst, hat schon Heinrich Böll beschrieben, als Konrad Adenauer noch Bundeskanzler war.
    Wolfgang Berrens, Willich (NRW)

  • Den politischen Entscheidungen von Herrn Laschet liegt also das christliche Menschenbild zugrunde. Das hätte ich gern präziser erklärt bekommen: das christliche oder das katholische Menschenbild? Denn beides unterscheidet sich sehr stark. Und auch in Bezug auf das christliche Menschenbild sind durchaus Zweifel erlaubt.
    Astrid Bach, Simmern (Rhld.-Pf.)

  • Wir Wähler haben einen Anspruch darauf, dass sich auch ein möglicher Bundeskanzler Laschet einzig und allein von (ebenfalls gewählten) Fachleuten, nicht von Gott, dem Papst, der Kirche oder anderen Lobbyisten beeinflussen lässt. Wer sein ganzes Leben überzeugt im Schoße der katholischen Kirche verbracht hat und sich nicht einmal angesichts der jüngst offenbarten Verbrechen von diesem Verein distanziert, kann nicht Regierungschef eines säkularen Staates sein.
    Bernd Kockrick, Braunschweig

  • Aus der angeblichen und offenbar Jahre zurückliegenden Nähe eines Laschet-Beraters zu Opus Dei und der Mitgliedschaft des Bruders seines Schwiegervaters (!) in der erzkonservativen, geheimnisumwitterten Organisation der katholischen Kirche mutmaßen die Autoren, auch Laschet sei in dieser Richtung geprägt worden. Belege? Fehlanzeige. Soll da einfach nur etwas hängen bleiben? Dieses Niveau kennt man eher von Boulevardzeitungen.
    Ulf Marwege, Bonn

Die Wunden der Pandemie

Nr. 25/2021 Psychologie: Millionen Menschen fühlen sich einsam – über Wege aus der Not

  • Jahrhundertelang waren in Deutschland verschiedene Vereine, Verbände, Parteien, Gewerkschaften und Kirchen eine feste Säule gegen Einsamkeit. Es wurde Geselligkeit, Unterhaltung und Aktivität geboten, einschließlich der Möglichkeit, gleichgesinnte Partner zu finden. Ich bin ehrenamtlich für zahlreiche Vereine und Verbände aktiv, und ich stelle mir immer und immer wieder dieselbe Frage: Warum gelingt es heutzutage kaum mehr, die Leute zu faszinieren und ihnen eine »Heimat« zu geben und damit der Einsamkeit entgegenzuwirken?
    Ulrich Reinwald, Nürnberg

  • Danke für diesen vielschichtigen Artikel von Christopher Piltz, der das psychologische Phänomen Einsamkeit begreifbarer macht. Als psychologische Psychotherapeutin begleite ich Menschen, die unter chronischen destruktiven Zuständen leiden. Dabei sind das Benennen und funktionale Verstehen dieser Empfindungen wichtige Schlüssel zur Heilung. Auch die von Ihnen beschriebene Haltung des Mitgefühls mit sich selbst und anderen kann helfen, sich von destruktiven Zuständen wie Einsamkeit und Verbitterung zu befreien. Mögen die Wunden, die in unserer Gesellschaft im Zuge der Coronapandemie entstanden sind, mithilfe von Achtsamkeit und gegenseitigem Wohlwollen heilen.
    Silke Brand, Köln

Furios und präzise

Nr. 25/2021 Ideologien: Der Siegeszug der »Critical Race Theory«

  • Danke an René Pfister für diesen höchst informativen Beitrag. Warum er aber ein mögliches Ministerium für Antirassismus, selbst wenn es mit Disziplinarbefugnissen der im Artikel beschriebenen Art ausgestattet wäre, als Abschaffung der Demokratie und als orwellsche Dystopie diskreditiert, verschließt sich meinem Verständnis. Und dass das im Kern legitime, lange überfällige Anliegen des US-Historikers Ibram X. Kendi »das Meinungsklima zu vergiften« droht – und das auch gleich weltweit –, erschließt sich mir nicht. Ebenso wenig verstehe ich, wieso ich bei Kendi einen »Hauch von Nordkorea« verspüren soll. Da wird etwas auf den Kopf gestellt: hier der zugegebenermaßen radikale Kämpfer gegen Rassismus, dort der ebenso radikale, aber skrupellose Diktator und Menschenverächter.
    Dieter Schabram, Berlin

  • Furioser Text, präzise formuliert – dabei zutiefst deprimierend. Herrn Kendi mit seinen obsessiven Thesen möchte man nur fragen: »Wann werden Sie aufhören, sich selbst zu hassen?«
    Walter Wigand, Hamburg

  • Diskriminierung darf es nicht geben, und Frauen verdienen selbstverständlich eine paritätische Teilhabe in der Gesellschaft. Doch dabei hilft die Fixierung auf alte weiße Männer, die vielleicht selbst sozial benachteiligt sind, wenig. Die politischen Fragen sollten sich auf die Strukturen von Macht und die sozialen Verhältnisse im Allgemeinen beziehen – und nicht auf einzelne Gruppen. Ralf Einert, Berlin

Nr. 26/2021 Mythen: Ufo-Alarm am Himmel – die Fahndung nach außerirdischem Leben

  • Es ist durchaus möglich, dass auf anderen Planeten intelligentes Leben existiert. Allein die Tatsache, dass uns bisher keiner besucht hat, spricht dafür.
    Rosemarie Mettler, Koblenz

Nr. 25/2021 Skandale: Der Wirtschaftsprüfer EY kämpft seit dem Versagen bei Wirecard um seinen Ruf

  • Es kann doch nicht sein, dass ein Wirtschaftsprüfer bei fahrlässigem Handeln nur bis zu vier Millionen Euro haftet, während einige Hundehaftpflicht-Tarife eine Mindestdeckungssumme von zehn Millionen Euro aufweisen.
    Christian Miller, Fürth (Bayern)

Nr. 25/2021 Medien: Darf ein »Tagesschau«-Sprecher einen solchen Roman schreiben?

  • Soll ein »Tagesschau«-Sprecher nicht als Buchautor eine klare Haltung formulieren dürfen? Doch, unbedingt, zumal es hier darum geht, freie Diskussionen und unabhängigen Journalismus für die nächsten Generationen zu verteidigen.
    Johannes Zink, Norderstedt (Schl.-Holst.)

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