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Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Briefe

Immobilienfinanzierung in Deutschland, Angela Merkels Bilanz und die Klimabewegung – das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 26/2022

Es geht nicht ohne Einschränkungen

Heft 25/2022 Titel: Der Zins-Schock 

  • Ihr Mitleid mit Hauseigentümern in allen Ehren. Aber wo bleibt Ihr Mitleid mit den Menschen, die sich kein Haus leisten können und Altersvorsorge durch Sparen betreiben müssen? Diese werden seit Jahrzehnten durch die mandatswidrige und nur den südlichen Ländern dienende perverse Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) um Milliarden gebracht. Auch einer der grandiosen »Vorteile« Europas.
    Dr. Helmut Eschweiler, Berlin

  • »Schaffe, schaffe, Häusle baue«, das Credo der schwäbischen Sparsamkeit, wird, besonders für Otto Normalverbraucher, immer mehr zu einem sadomasochistischen Experiment.
    Raffaele Ferdinando Schacher, Rorschach (Schweiz)

  • Sie schreiben, dass ein Immobiliendarlehen mit zehn Jahren Laufzeit 2,98 Prozent Zinsen kostet. Das sind doch immer noch traumhaft günstige Bedingungen im Vergleich zu früheren Jahren und Jahrzehnten. Ich habe im Dezember 1969 am Bodensee ein Einfamilienhaus gekauft und ab Januar 1970 satte 8,25 Prozent Zinsen für das Grundstücksdarlehen an die Sparkasse bezahlt. Also fast den dreifachen Betrag im Vergleich zu den heutigen Darlehensbedingungen und den neunfachen der Bedingungen vor einem halben Jahr. Wenn ich auf dem laufenden Konto einen Tausender übrig hatte, habe ich sofort eine Sondertilgung gemacht, um die Zinslast zu reduzieren. Wie die Kaufpreise damals im Verhältnis zu den Einkommen im Vergleich zu heute standen, kann ich nicht sagen. Immobilien waren zu allen Zeiten »zu teuer«, wie man es auch dreht und wendet, und ohne sonstige Einschränkungen ging es nicht.
    Werner Mühlmann, Schönau am Königssee (Bayern)

  • Wir haben vor knapp zwanzig Jahren ein Grundstück erworben und mit viel Eigenleistung ein eher bescheidenes Haus gebaut. Damals hatten wir zwei Kinder und haben in Berlin schon knapp 2000 Euro Miete bezahlt. Also haben wir gebaut. Viel Arbeit, viele unnötige Bestimmungen und Gebühren. Die Zinsen betrugen damals gut vier Prozent, und es hieß, dass sie nie wieder so günstig sein würden. Wir haben seitdem auf vieles verzichtet, beispielsweise auf Urlaube, und fahren immer noch das gleiche Auto. Bereut haben wir es nie. Heute könnten wir uns noch nicht einmal das Grundstück leisten, so sind die Preise explodiert. Ich glaube also nicht, dass die Zinsen, sondern vielmehr ein völlig aus dem Ruder gelaufener Immobilienmarkt der Hauptgrund dafür ist, dass Immobilien immer unerschwinglicher werden. Und so schön es ist, dass der Wert unseres Hauses sich vervielfacht hat, bedeutet es auch, dass eine Studentenbude für unsere Kinder fast unbezahlbar ist. Ich glaube nicht, dass man hier in irgendeiner Weise noch von sozialer Marktwirtschaft reden kann. Bildungsgerechtigkeit? Lohnentwicklung und Vermögensbildung? Wer sieht da noch Gerechtigkeit?
    Name und Wohnort sind der Redaktion bekannt

  • Der Artikel stimmt einseitig und ideologiegefärbt das alte neoliberale Hohelied vom zu billigen Geld und der Gefahr zu hoher Staatsschulden an, ohne auch nur im Ansatz progressive Ökonom*innen zu Wort kommen zu lassen oder detailliert auf die wesentlichen Ursachen der gegenwärtig gewaltigen Inflation einzugehen, die zu ganz anderen und ehrlicheren Schlussfolgerungen führen würden: Die absurde globale Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, ihr exorbitanter Preisanstieg (auch schon vor dem Ukrainekrieg) und das Auftauchen eben dieser Energie-Verteuerung auf restlos jeder Ebene sind maßgeblich. Wir haben es eindeutig mit einer stark angebotsseitigen Inflation und eben keineswegs einer nachfrageseitigen zu tun! Welchen Sinn ergibt also ein allgemeiner Zinsanstieg, der Kredite verteuert, Menschen bei der (Folge-)finanzierung ihrer Immobilien in ein Desaster stürzt, Unternehmen in global existenziell wichtigen Energiewendezeiten beim Investieren hemmt und die ohnehin schwächelnde Wirtschaft weiter abwürgt und in eine gewaltige Krise stürzen kann?
    Fabian Osbahr, Bad Segeberg (Schl.-Holst.)​​

Im Nachhinein sind alle schlauer

Heft 24/2022: Gebt es endlich zu! 

  • Nachdem die Sozialdemokraten, nicht nur Schröder – der allerdings sehr wohl zu Recht –, auf die mediale Anklagebank gezerrt wurden, nun auch, mit Verspätung, Ex-Kanzlerin Merkel. Der Autorin ist insoweit zuzustimmen, als die CDU/CSU als Gesamtpartei dreisterweise jegliche Verantwortung für die verfehlte Russlandpolitik von sich weist. Dabei unterschlägt Frau Beyer jedoch, dass ein klares Schuldbekenntnis der Union von den Medien bislang auch nicht wirklich eingefordert wurde. Die begangenen Fehler der politischen Eliten sind doch so offensichtlich, dass es einer Wiederholung aus dem Munde der Ex-Kanzlerin nicht bedarf. Ihr fehlende Selbstreflexion vorzuwerfen, nur weil sie mit sich im Reinen ist, ist schlichtweg Unfug. Demut, ja; Selbstbezichtigung, nein. Wir alle haben uns in Putin geirrt, trotz zahlloser Warnhinweise.
    Rüdiger Paul, Wedel (Schl.-Holst.)

  • Merkel hat nie gesagt, sie habe in ihrem Handeln nie Fehler gemacht, sie hat solche wiederholt eingeräumt! In Bezug auf Putin hat sie allerdings ihr Handeln verteidigt, aus der Zeit heraus, in der sie entscheiden musste. Jetzt, im Nachhinein, sind alle schlauer, insbesondere der SPIEGEL. Merkel hat aus ihrer Sicht so handeln müssen, wie sie es getan hat, und nach typischer Art steht sie auch dazu. Das hat für einen Politiker Seltenheitswert.
    Alexander Reiter, Kirchzarten (Bad.-Württ.)

  • Es scheint, als hätte Frau Beyer hellseherische Fähigkeiten, die sie leider nicht Frau Dr. Merkel auslieh, als diese sich um den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 kümmerte. Offensichtlich spürte nur Frau Beyer und nicht die Bundeskanzlerin, dass Putin sich auf einen Krieg vorbereitete, denn sie sagt ja selbst: »Versäumnisse sind unvermeidbar.«
    Dr. Jutta Alice Kuehne, Oberursel (Hessen)

  • In verschiedenen Medien wurde über ein Interview des SPIEGEL-Journalisten Alexander Osang mit Ex-Kanzlerin Angela Merkel über ihre Russland- und Ukrainepolitik berichtet. Gespannt wartete man auf eine Wiedergabe im SPIEGEL. Zu meiner großen Verwunderung unterblieb sie jedoch. Stattdessen wurde im Leitartikel »Die Angst vor dem Makel« der gängige Vorwurf der Uneinsichtigkeit gegenüber Frau Merkel einfach wiederholt, ohne sie selbst zu Wort kommen zu lassen. In dem weiteren Artikel »Schattenboxen« plauderte Alexander Osang über seine Begegnung mit Frau Merkel nach dem Interview. Also eine vollständige Ausblendung ihrer eigenen Sichtweise! Wie kann das sein?
    Christa Pötzl, Oberkochen (Bad.-Württ.)

  • Dieser Leitartikel von Susanne Beyer ist genauso milde wie Alexander Osang im Interview mit Angela Merkel . Für mich geradezu gruselig war Frau Merkels stolz verkündetes angebliches »Durchschauen« von Putins Denken und seinen Absichten von Beginn ihrer Kanzlerschaft an. Wenn das so war, dann ist ihr Kuschelkurs gegenüber Russland, gekrönt von den Vereinbarungen zu Nord Stream 1 und 2, schon fast ein Verbrechen!
    Heide Barsiek, Magdeburg

Wahrlich Schattenboxen

Heft 25/2022: Mein Abend mit Angela Merkel 

  • Ich bin schon immer Fan von Alexander Osang und lese, was ich aus seiner Feder finden kann. Dieser Artikel hat mir so richtig aufgezeigt, wie es bei Befragungen von Prominenten zu gehen hat. Er war für mich wieder einmal ein Beweis für Herrn Osangs Souveränität, mit gezielten Sätzen seine Meinung kundzutun. Chapeau!
    Margrit Wagner, Korb (Bad.-Württ.)

  • Von dem TV-Interview erhofften wir Bürger uns doch wenigstens einige Erklärungen für die vielen Probleme, die Altbundeskanzlerin Merkel hinterlassen hat: kaputte Bundeswehr, verschleppte Energiewende sowie Flüchtlingsintegration, Digitalisierung und Rentenreform und, obwohl sie doch angeblich wusste, dass Putin die EU zerstören will, jahrelange Unterstützung für Nord Stream 2, was uns in eine katastrophale Gasabhängigkeit von Russland geführt hat. Statt kritischer Nachfragen, die SPIEGEL-Journalist Osang gut angestanden hätten, nur Stichwortgeben für Merkels Selbstdarstellung, sie habe ja doch alles richtig gemacht. Ein überflüssiges Gespräch, wahrlich nur Schattenboxen.
    Dr. Matthias Kießling, Berlin

  • Eigentlich habe ich die Kolumnen von Alexander Osang gerne gelesen, sie hatten einen hintergründigen Humor. Das 90-Minuten-Interview mit Angela Merkel war jedoch eine Katastrophe. Frau Merkel, wie immer freundlich und ernst, mit etwas Humor und der geschliffenen Rede, hatte die Lacher auf ihrer Seite. Alexander Osang stammelte sich von Frage zu Frage. Schade.
    Wolfgang Koppermann, Lockenhaus (Österreich)

Eine Grüne Armee Fraktion?

Heft 24/2022: Ermattet, orientierungslos, frustriert 

  • Ich bin entsetzt, dass der SPIEGEL Werbung für Ökoterroristen wie »Letzte Generation« oder »Ende Gelände« macht. Auch ein angeblich positives Ziel rechtfertigt keine Straftaten. Beide Gruppierungen stehen für eine »grüne RAF« – Wo bleibt der Verfassungsschutz?
    Bernd Vogel, Loxstedt (Nieders.)

  • Was, nur »Frust« und »Demotivation« bei den Klimaschützern? Obwohl im Jahr sechs nach Paris der CO2-Ausstoß doppelt so schnell wächst wie die Wirtschaft? Obwohl Braunkohle- und Fracking-Gas-Verfeuerung massiv hochgefahren werden, ebenso der Flugverkehr? Obwohl Autos, die in der Stadt über zwölf Liter rausblasen, sich blendend verkaufen – aber in den nächsten drei bis sechs Jahren kaum neue Windräder zu erwarten sind? 16 Jahre nach der Inthronisierung der großen Klimakanzlerin kommt von der Regierung immer noch gar nichts, was das Klima messbar entlasten würde. Da kann sich doch jeder, der Umweltschutz ernst nimmt, nur veräppelt fühlen und mit Wut reagieren. Ich bin leider zu alt und zu weise, um eine Grüne Armee Fraktion zu gründen. Aber ich könnte verstehen, dass es dazu kommt.
    Karl Jetter, Planegg (Bayern)

Hausbesuch bei Bestsellerautor Heinz Strunk

Nr. 24/2022 Die charmante Eitelkeit von Heinz Strunk 

  • Herzlichen Dank für das wunderbare Porträt des großartigen Heinz Strunk. Nach der erfrischen-den Lektüre stand mein größter Wunsch sofort fest: einmal mit ihm und Charly Hübner einen trinken gehen. Zielkneipe egal. Der Deckel geht komplett auf mich.
    Dirk Jansen, Köln

Glück der Hauskatze

Heft 24/2022: »Der Katzen-Lockdown ist so lebensfremd« 

  • Ich bin ein großer Katzenfreund, der mehr als 20 Jahre lang zwei Katzen hielt. Es waren Wohnungskatzen, womit ich bei vielen Katzenliebhabern als Tierquäler gelte. Aber frei laufende Katzen töten nun mal, ihrem Instinkt folgend, sehr viele frei lebende Vögel. Nicht nur kranke und alte Tiere. Die Anzahl der Katzen in Deutschland hat sich in den letzten 20 Jahren auf geschätzt acht Millionen verdoppelt. Laut Vogelliebhabern ist das eine Katastrophe für unsere einheimische Vogelwelt. Meiner Erfahrung nach können Wohnungskatzen, wenn sie ausreichend beschäftigt und nicht allein gehalten werden, durchaus glücklich sein. Naturschutz ist doch wichtiger als das vermeintliche Glück der Katze. Rainer Springer, Neumarkt (Bayern)

  • Die Katzenbesitzerin stellt die richtige Frage: »Warum müssen Katzen nur in Walldorf drinnen bleiben?« Während der Brutzeit sollten konsequenterweise alle Katzen in der Wohnung bleiben.
    Peter Lattmann, Hamburg

  • Mit welchem Recht erwarten eigentlich Besitzer von Hauskatzen die ständige Verfügbarkeit der gesamten Umwelt für ihre Haustiere? Man stelle sich nur für einen Moment vor, alle Besitzer von Hunden würden morgens die Tür aufmachen und vor Arbeitsbeginn ihren Lieblingen freien Lauf lassen. Millionen frei laufende Katzen in Deutschland, das heißt auch Millionen getötete Singvögel. Katzen müssen dazu nicht mal hungrig sein. Die hier beschriebene Maßnahme hat meiner Meinung nach Modellcharakter. Jeder einzelne Singvogel, der aus diesem Grund überlebt, ist höher zu bewerten als die angeblich artgerechte Haltung von Hauskatzen.
    Michael Riemenschneider, Oettersdorf (Thür.)

  • Natürlich hat die Frau recht: Es ist der Mensch, der die Vögel tötet. Leider eben auch der Mensch, der Katzen einfach zur Tür hinaus­lässt, wo sie ein »unnatürlicher« Teil der Natur sind. In unserem Garten waren zeitweise drei fremde Katzen. Sie markieren, das heißt spritzen ihr Urin hoch und flächig in die Pflanzen. Sie jagen aus Instinkt und töten, was sie kriegen können: Libellen, Schmetterlinge, Kröten, Frösche, Mäuse und besonders Jungvögel. Perfide, dass sie die nicht fressen wollen, sondern nur bis zum Tode quälen. 200 Millionen Vögel pro Jahr allein in Deutschland. Katzensteuer, verpflichtende Kastration – und warum nicht auch Leinenpflicht? – fände ich gut.
    Helga Koch, Hamburg

  • Katzen sind Raubtiere. Wer seine Katze ins Freie lässt, lässt sie wildern. Wer sich dabei auf Tierliebe beruft, heuchelt, denn er liebt nur ein einziges Tier, nämlich seine Katze – und die Opfer, meistens Vögel und deren Brut, sind ihm egal.
    Werner Stammberger, Troisdorf (NRW)

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