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Artikel 66 / 67

Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Briefe

Die mögliche Rückkehr von Donald Trump, Wolfgang Schäubles neuer Job, Österreich, Klimapolitik und Karl Lauterbach – das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 46/2021

Noch eine Titelseite für Trump?

Heft 45/2021 Mit diesem perfiden Plan könnte Trump erneut Präsident werden 

  • Falls Trump wiederkehrt, wäre es tatsächlich eine Notlage, wie die kopfstehende Fahne der Anstecknadel auf Trumps Revers schelmisch andeutet. Bleibt zu hoffen, dass diverse Justiz- und Steuerbehörden ihn rechtzeitig so sehr abstrafen, dass ihm eine Kandidatur verwehrt wird. Dann haben fanatische Republikaner nur noch einen Märtyrer.
    Alan Benson, Berlin

  • Der rachebesessene alte Mann und seine finsteren Strippenzieher gleich wieder als platzraubende Titelgeschichte. Es ist ja zu befürchten, dass dies nur der Startschuss zu einer neuen Ausgabe der Donald-Saga ist. Im Sinne der Lesehygiene sollte man diesen »toxischen Stoff« in Sonderbeilagen packen. Die wahren Trump-Fans könnten so gleich wieder ihre Sammlung anlegen.
    Gert Häusler, Schwetzingen (Bad.-Württ.)

  • Muss ich mir jetzt wieder diesen Fiesoduck für die Zeit bis zur US-Wahl und dann, nach gewonnener Wahl – ja, ich rechne damit – die gesamte Amtszeit anschauen? Ich war gerade froh, die Omnipräsenz von Herrn T. losgeworden zu sein. Meine Bitte: nicht jede zweite Ausgabe Herrn T. auf den Titel heben. Oder alternativ eine Perforation der Titelseite, dann kann ich sie sauber abtrennen und dem Altpapier überlassen.
    Markus Eckert, Butzbach (Hessen)

  • Die Titelgeschichte des SPIEGEL offenbart eine Perspektive der amerikanischen Politik, die ein mulmiges Gefühl hinterlässt. Gerade auch im Hinblick auf mangelndes Vertrauen der Amerikaner in Stabilität und Leistungsfähigkeit ihres demokratischen Systems. Dabei deutet die Affinität vieler Wähler*innen zu stinkreichen Familienclans wie den Kennedys, Clintons und Trumps schon seit Langem darauf hin, dass es um die demokratischen Werte dieses Landes nicht gut gestellt ist.
    Dr. Volker Brand, Bad Oeynhausen (NRW)

  • Es wäre sehr freundlich von Ihnen gewesen, mich telefonisch rechtzeitig vor diesem Titelbild und des zu erwartenden Inhalts zu warnen. So saß ich Samstagabend da und musste mir zwecks Ablenkung den Gottschalk reinziehen. Beide Blondies zu ertragen, bedarf eines mittleren Quantums Whiskey.
    Wilhelm Stauch-Becker, Stuttgart

  • Auf dem Titelbild trägt Donald Trump eine kleine Anstecknadel am Revers: das Sternenbanner der USA – auf dem Kopf stehend. Ein Versehen oder ein Anzeichen dafür, was er mit seinem Land vorhat?
    Reinhard Fey, Bonn

  • Es ist etwas faul in »God's Own Country«, oder der Souverän spielt verrückt. Annähernd jeder zweite US-Wähler stimmte 2016 für Trump, und es spricht wenig dagegen, dass seine Fürsprecher weniger geworden sind. Größere Bevölkerungsschichten der »Low Whites« sehen das Versprechen des amerikanischen Traums durch vermeintliche Bedrohungen als aufgekündigt an. Schuld daran sind alle – nur nicht sie selbst. In Verbindung mit einer plutokratischen, religiös verbrämten und politischen Machtelite – nicht nur seitens der Republikaner – bildet das eine toxische Mischung, die in einer egomanen, narzisstischen sowie soziopathischen Führerfigur gipfelt. Alle Macht geht in einer Demokratie vom Volke aus, aber vor diesem Volk – mit Verlaub und ohne Antiamerikanismus – geht aktuell auch Gefahr aus.
    Alfred Kick, Vohenstrauss (Bayern)

  • Warum bekommt Trump noch eine Titelseite? Ich habe nichts dagegen, dass die Machenschaften um diesen unsäglichen Mann recherchiert, aufgedeckt, beschrieben werden, aber die Aufmerksamkeit eines SPIEGEL-Titels hat er nicht verdient. Es gibt wichtigere Themen.
    Birgit Seitz, Offenburg (Bad.-Württ.)

  • Kein Jahr ist vergangen, seit Donald Trump schmachvoll das Weiße Haus räumen musste, da bringt der SPIEGEL sein Bild, im Kontext einer möglichen Rückkehr mittels der nächsten amerikanischen Präsidentschaftswahlen, auf die Titelseite. Kaum einer der Vorgänger hat während seiner Amtszeit durch Wort und Tat so viel politisches Porzellan zerschlagen wie Donald Trump. Mit dem Aufsammeln der Scherben dürfte der Nachfolger noch lange beschäftigt sein. Zu hoffen bleibt also, dass die Operation Comeback ins Oval Office scheitert. Dem Medienjongleur Donald Trump sollte es nicht gelingen, die Welt erneut zu seiner Bühne zu machen.
    Willi Nethen, Kempen (NRW)

Gerechte Geschichte

Heft 44/2021 Wie Wolfgang Schäuble seinen Bedeutungsverlust verkraftet 

  • Manchmal ist die Geschichte auch gerecht. Durch ein Machtwort hatte Wolfgang Schäuble den ungeeigneten Armin Laschet zum Kanzlerkandidaten der Union gekürt. In Thüringen oder Sachsen war der Aachener Karnevalsprinz nicht präsentabel. Nun bringt die ebenso überflüssige wie katastrophale Wahlniederlage der Union den sturen Badener auch um das Amt des Bundestagspräsidenten. Hoffentlich versucht die CDU nicht nach Gutsherrenart, ihren künftigen Vorsitzenden wieder im Hinterzimmer zu bestimmen. Das wäre ihr Ende als Volkspartei.
    Klaus Spiegel, St. Ingbert (Saarl.)

  • Wolfgang Schäuble wäre ein guter Bundespräsident gewesen. Bei ihm hätten Amt, persönliche Würde, Kompetenz und öffentliches Verdienst vortrefflich zusammengepasst. Die Merkel-Westerwelle-Regierung hat mit der Nichtnominierung Schäubles im gelb getönten Machtrausch eine große Chance vertan. Danke für die exzellente Recherche von Melanie Amann.
    Prof. Dr. Rudolf Messner, Kassel

  • Ich verstehe die Welt nicht mehr. Herr Schäuble sollte in seinem hohen Alter gemütlich auf einem Sofa sitzen und seinen Enkeln Märchenbücher vorlesen; dort wäre er wesentlich besser aufgehoben, als weiterhin veraltete Politik zu machen. Wer sagt ihm, dass er endlich in Berlin seine Koffer packen soll?
    Ingrid Dietz, Saarbrücken

Wehleidige Abwehr

Heft 44/2021 »Kurz kann absolut wieder zurück in die Politik« 

  • Hier zeigt sich mal wieder deutlich: SPIEGEL-Leser wissen mehr. Wobei gegessene Äpfel auf Schreibtischen vermutlich den größeren Nachrichtenwert hätten. Im Komödiantenstadl der Wiener Politik mag es sich aber umgekehrt verhalten.
    Fabian Klein, Schönböken (Schl.-Holst.)

  • Das Interview ist ein schönes Beispiel dafür, wie Politiker dreist mit der Schwäche des menschlichen Kurzzeitgedächtnisses spielen, damit den Leser verwirren und ihre Wähler einlullen: Fragen mit Gemeinplätzen, die erfahrungsgemäß niemand bestreiten kann zu beantworten, die keine Antwort auf die Frage sind oder zumindest danebenliegen, und dafür Antworten auf Fragen zu geben, die niemand gestellt hat. Am Schluss des Interviews spürt man geradezu die Erleichterung des Befragten, als der Interviewer sich den Zugang zur Staatskanzlei zu bewahren versucht, indem er den Blick auf die Außenpolitik lenkt.
    Andreas Rutschke, Bonn

  • Wenn Herr Schallenberg behauptet, jeder habe bereits SMS in rüdem Ton geschrieben, kann ich nur entgegnen: eben nicht! Es ist eine Beleidigung der Mehrheit der österreichischen Bevölkerung, dies zu behaupten. Außerdem übersieht Herr Schallenberg etwas sehr Wesentliches: Es handelt sich bei diesen Chats um Kommunikation zwischen hochrangigen Amtsträgern der Republik, die für die Bevölkerung verantwortlich sind. Kaum wurde ein Teil dieser Chats bekannt, begann die wehleidige Abwehr, es handle sich um »private« Kommunikation. Das schlampige Demokratieverständnis dieser Herrschaften stimmt bedenklich.
    Ulrike Nabavi-Winter, Wien (Österreich)

Gefährliches Ideal

Heft 44/2021 Warum Doppelmoral eine nützliche Methode ist, um den Klimawandel aufzuhalten 

  • Wer konsequentes Handeln als Ideal postuliert beziehungsweise danach strebt, läuft Gefahr, unmenschlich und damit selbst amoralisch zu handeln, da die aus dem Misslingen entstehende Frustration zu einem Abdriften in eine gedankliche Einmauerung führen kann, die sich der mitunter rauen Zugluft der Demokratie verschließt. Es muss nicht unbedingt Terror sein, der daraus entstehen kann, aber es reicht schon, wenn das Streben in eine Art Ökodiktatur mündet oder in eine Diskreditierung des demokratischen Systems.
    Bernhard Proß, Münster (NRW)

  • Es passiert selten, dass ein relativ kurzer Text etwas in meinem Kopf verändert oder mir eine völlig neue Sichtweise eröffnet, aber Dirk Kurbjuweits »Lob der Doppelmoral« hat das getan. Ein perfekter kleiner Beitrag, gut argumentiert, super geschrieben und von Anfang bis Ende mit hervorragenden Beispielen ausgeleuchtet. Bitte nehmen Sie diesen Text aus der Paywall raus, ich finde, er sollte frei verfügbar sein.
    Alex Selck, Giesen (Nieders.)

  • Grundsätzlich gefällt mir der ganze Artikel. Nur eines habe ich zu bemängeln: Ist es nicht tragbar, statt des Wortes »kujoniert« »unwürdig behandeln« oder »tyrannisieren« zu verwenden? Ich lese den SPIEGEL nun schon viele Jahre. Anfangs einzeln gekauft, aber seit geraumer Zeit abonniert. Warum um alles in der Welt müssen immer wieder Fremdwörter verwendet werden, die ich »Unstudierter« – und sicher auch viele andere Leser – ohne Fremdwörterlexikon oder Wikipedia nicht verstehen.
    Franz Gehrke, Winnenden (Bad.-Württ.)

Besser als Spahn

Heft 44/2021 Neues von Professor Schreck 

  • Die Frage ist mitnichten, wie Herr Neubacher uns geschickt suggeriert, ob Herr Prof. Dr. Dr. Lauterbach ein guter Bundesgesundheitsminister wäre, sondern ob er besser wäre als der aktuelle Stelleninhaber. Und das wäre Lauterbach, zu dessen Fans ich offen gesagt auch nicht unbedingt zähle, allemal. Mal abgesehen von Sachverstand und Fachkompetenz sind bei einem Bundesgesundheitsminister Lauterbach eindeutig keine krummen, sehr viele Fragen aufwerfenden millionenschweren Maskendeals an Parteifreunde und deren Angehörige wie auch an dubiose Jünglinge, die sich davon Ferraris kaufen, zu erwarten. Ganz anders als beim fleißigen Bankkaufmann Jens Spahn.
    Anton Leontjev, Hamburg

  • Mit Vergnügen habe ich Alexander Neubachers Beitrag über Karl Lauterbach, »Professor Schreck«, wie er ihn so treffend nennt, gelesen. Lauterbachs Panikmache hat viel Verunsicherung gestiftet und Ängste geschürt. Ich hoffe, Herr Neubacher behält mit seiner Prophezeiung recht.
    Gisela Neudeck, Wiesbaden

  • Vielleicht sollte man vor lauter Kritik an Karl Lauterbach nicht übersehen, dass er seinen Wahlkreis mit über 45 Prozent gewonnen hat. Einen Wahlkreis, der, unter anderem vom SPIEGEL, als hart umkämpft und knapp beschrieben worden ist, da dort nicht ganz unbekannte Konkurrenten angetreten sind. So schlecht wie Herr Neubacher es gerne hätte, scheint das Wahlvolk die Bilanz von Herrn Lauterbach wohl nicht zu sehen.
    Jens Herzog, Schlangen (NRW)

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