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Artikel 73 / 74

Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Briefe

Elon Musk, CDU, Sahra Wagenknecht, Cancel Culture und FDP-Erstwähler – das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 42/2021

Zeitalter des Größenwahns

Nr. 41/2021 Titel: Der Außerirdische – Warum Elon Musk vergöttert und verteufelt wird 

  • Es ist kaum zu glauben, dass es diesem amerikanischen Phänomen gelingt, eine Fabrik in Deutschland zu bauen, und die deutschen Autobauer schauen zu. Wir diskutieren und schlagen uns die Köpfe ein, angesichts von Klimawandel, Fluten, CO2-Emissionen, und unsere Verantwortlichen feiern diesen Menschen als den Arbeitsplätze-Heilsbringer in Brandenburg, egal was dies klimatechnisch kostet.
    Michael Berrier, Speyer

  • In einem Land, in dem unter Fortschrittlichkeit vor allem die Besserstellung sozial Schwacher verstanden wird, der merkelsche Mehltau risikoscheuer Untätigkeit Initiativen eher lähmt als fördert und der unsägliche Spruch von Helmut Schmidt gilt, dass jemand mit Visionen zum Arzt gehen sollte, erscheint einer wie Elon Musk in der Tat wie ein Alien, vor dem man sich fürchten muss. Es braucht Leute wie ihn, und zwar dringend, vor allem in Deutschland.
    Hasko Neumann, Stuttgart

  • Mich schreckt dieser Hype um Elektroautos ab. Immer mehr Autos auf die Straßen dieser Welt, ob Diesel, Benzin oder Elektro? Das ist keine Lösung. Es geht um Interessen, es geht schlicht und einfach um Profit. Ich glaube nicht, dass es in absehbarer Zeit gelingen wird, das Klima auf der Erde unter den gegenwärtig herrschenden Bedingungen des Raubtierkapitalismus nachhaltig zu verändern.
    Erhard Braun, Halle

  • Er ist wirklich ein Überflieger – er überfliegt das jetzige Jahrhundert in eine Zukunft, von der wir noch keine Ahnung haben. Visionäre sind immer schwierig, sie pendeln zwischen Genie und Wahnsinn. Ja, er kümmert sich um die Menschheit, aber so, dass die Technik uns Menschen beherrscht und nicht umgekehrt. Die Lösungen für die Herausforderungen der Menschheit müssen auf dem Blauen Planeten gefunden werden, nicht auf dem Mars. Es hängt zudem alles von Elon Musk selbst ab. Wenn das Fundament auch aktuell sehr stabil ist, kann es morgen schon ganz anders aussehen. Das Jonglieren mit so vielen Projekten ist ein großes Risiko.
    Rainer Szymanski, Grünheide (Brandenb.)

  • Dereinst wird man unsere Zeit wohl so kennzeichnen: das Zeitalter des Größenwahns. Den verkörpert dieser faszinierende und zugleich erschreckende Zauberlehrling Elon Musk. Meine Anerkennung dafür, was die Autoren über diesen Menschen zusammengetragen haben.
    Hans Neubig, Goldkronach (Bayern)

  • Ohne seine Schattenseiten wie Egoismus, Größenwahn, Dickköpfigkeit und Risikobereitschaft wäre aus Elon Musk nie das geworden, was er heute ist, einer der reichsten Männer der Welt. Er hat sein Kapital immer wieder in seine Visionen investiert, von denen er glaubt, dass sie der ganzen Menschheit und vor allem ihm selbst dienen. Cleverness, sagenhaftes Ingenieurwissen und die richtige Intuition zur richtigen Zeit, die er tatsächlich sofort umsetzt, lassen seine weltweite Fangemeinde ihn hochleben. Seine Kritiker lässt er in seinem Schatten stehen. Mit mehr Respekt und Fairness miteinander ließe sich auch die dunklere Seite von Elon Musk mehr erhellen, da bin ich mir ganz sicher.
    Lambert Kottler, Gernsbach (Bad.-Württ.)

  • Wer schlägt die Umweltschäden, die Herr Musk durch Space X und seine vielen weitere Ideen verursacht, der CO2-Bilanz eines jeden Elektroautos zu, das Tesla baut?
    Hans Eberhard, Dachau (Bayern)

Nicht mal die Note »ausreichend«

Nr. 40/2021 Leitartikel: Die Union sollte ihre Niederlage endlich akzeptieren und in die Opposition gehen 

  • Es ist für mich erschreckend, wie willig die meisten CDU-Abgeordneten – offenbar ohne jegliche echten, persönlichen konservativen Überzeugungen, nur um ihre lukrativen Pöstchen zu behalten – jahrelang mitmachten, als die Kanzlerin ein Grundprinzip der Union nach dem anderen abräumte, zum Beispiel bei der Flüchtlingspolitik und aktuell sogar bei der Vergemeinschaftung der EU-Schulden durch den EU-Vertrag »Next Generation«. Für eine dermaßen wertefrei gemachte CDU konnten ich und viele frühere CDU-Wähler dann am Ende offensichtlich nicht mehr stimmen.
    Dr. Matthias Kießling, Berlin

  • Das miserable Wahlergebnis für die CDSU sollte man – wie nach dem Schulbesuch – als Abschlusszeugnis der Bürgerinnen und Bürger für 16 Jahre Merkel-Kanzlerschaft begreifen. Wer nur reagiert statt agiert, wer nur dann was tut, wenn von außen etwas auf einen zukommt, wer einen derartigen Reformstau aufbaut, kann nicht mal die Note »ausreichend« erwarten. Zumal sich nicht jemand in der CDSU glaubwürdig als Reformer, Anpacker und Löser der Zukunftsprobleme präsentieren kann, der beim Reformstau fleißig mitgewirkt hat. Dies gilt auch für Söder, selbst wenn der mit seiner Breitbeinigkeit ein paar Stimmen mehr eingesammelt hätte als Laschet, sowie seine zweite Reihe. Oder will man die Leistungen von Scheuer und Bär ernsthaft als zukunftswürdig bezeichnen?
    Dr. Bernd Lüders, Gauting (Bayern)

  • Als 1998 die CDU unter Kohl am Ende war, hat Angela Merkel Mut gezeigt und die Führung übernommen, obwohl Roland Koch und andere Größen bereit gewesen wären. Nach 16 Jahren Kanzlerschaft steht die CDU erneut ohne Führung da, obwohl Laschet so tut, als ob. Wo sind denn heute die mutigen Männer, die den Schritt nach vorn wagen? Alles nur Dampfplauderei in den verschiedenen Formaten, aber kein einziger Schritt nach vorn. So kann das nichts werden. Und wie eine derart desolate CDU eine zukünftige Kanzlerschaft legitimieren will, bleibt ein Rätsel. Ja, rechnerisch ist noch alles drin, aber niemand glaubt, dass das der CDU vier Jahre lang helfen würde. Ich sehe schon heute die zukünftigen Landtagswahlergebnisse.
    Günther Euler, Wolfhagen (Hessen)

  • Die weitestgehend im Kotau erstarrte CDU-Bundestagsfraktion, aber vor allem die Mitglieder ihres Parteipräsidiums hatten sich bekanntlich auf den bereits angezählten Armin Laschet festgelegt – unter der Mitwirkung des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und des politisch angestaubten Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble – der sich berechtigt um seine politische Zukunft Sorgen machen muss. Jedenfalls ist Laschet nicht der alleinige Verlierer dieses derzeitigen Theaters. In der Summe hat die CDU so viele Fehler in Deutschland hinterlassen, dass es höchste Zeit wurde, dass sie dieses Wahlergebnis eingefahren hat. Ob sie sich ihrer Schuld überhaupt bewusst ist, wird die Zukunft in der Opposition zeigen.
    Heinrich Hofferbert, Bad König (Hessen)

Unsolidarische Besserwisserei

Nr. 40/2021 Karrieren: Mit Sahra Wagenknecht durch die Wahlnacht 

  • Auf die Idee, mal nachzufragen, ob der Verlust der Linken auch was mit Frau Wagenknecht zu tun haben könnte, ist der Autor leider nicht gekommen. Vielleicht haben ja die 100.000 Wechselwähler zur AFD ihr Buch gelesen und dann doch gleich lieber das Original gewählt. Tröstlich für den Leser: Wenigstens gab es noch ein Dessert – eine wirklich weltbewegende Sensation.
    Kay Milner, Bonn

  • Sören Pellmann holte im Wahlkreis Leipzig II das dritte Direktmandat für seine Partei. Als ich vor einigen Wochen dort herumstolperte, fielen mir sofort die überall sichtbaren Plakate von Sahra Wagenknecht auf. Der Kandidat setzte also bewusst auf ein prominentes Aushängeschild mit genialen Eigenheiten. Frau Wagenknecht hat ja viel Kluges in ihrem jüngsten Sachbuch gebündelt. Oftmals zugespitzt und polarisierend. Aber ist das Aufgeschriebene dadurch weniger wertvoll?
    Roland Barwinsky, Hirschberg (Thüringen)

  • Mit »Aufstehen« versuchte Sahra Wagenknecht eine überparteiliche linke Bewegung neben der Linken zu etablieren. Der Partei hat sie immer wieder vorgeworfen, sich um das nach rechts oder ins politische Nirwana abgewanderte Proletariat zu wenig zu kümmern. Personen, die nie die Linke wählen würden, zitieren gern mal aus ihrem Buch »Die Selbstgerechten«, wenn sie »Fridays for Future« oder Flüchtlingshilfeorganisationen diffamieren wollen. Vielleicht kann man sich mit kompromissloser unsolidarischer Besserwisserei profilieren, aber sicher auch ins parteipolitische Abseits stellen.
    Paul Korf, Hamburg

  • Mit der fatalen Einsicht in jene Notwendigkeit, nicht alle infrage kommenden Flüchtlinge bei uns aufnehmen zu können, begann der Stern der Sahra Wagenknecht an Leuchtkraft zu verlieren. Sachzwänge, Neid und Missgunst verdarben ihr den Nimbus, eine empathische und charismatische Heilige zu sein.
    Bernhard Feghelm, Würzburg

  • Frau Wagenknecht geriert sich zwar permanent als Fürsprecherin der Geringverdiener:innen und Ausgebeuteten, lässt sich aber immer wieder von konservativ-bürgerlichen Medien hofieren, die die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in unserem Land verteidigen. Diese augenscheinliche Doppelmoral lässt nur einen Schluss zu: Der prominenten Linken geht es bei ihrem vorgeblichem Kampf für soziale Gerechtigkeit mehr um die eigene Person als um die Benachteiligten. Von deren Alltag ist das Leben, das Sahra Wagenknecht führt, Lichtjahre entfernt.
    Uwe Tünnermann, Lemgo (NRW)

Wohlkalkuliertes Chaos

Nr. 40/2021 Infokriege: Gastautor Jonathan Rauch über Trollkultur, Cancel Culture und die Krise der Wahrheitsfindung 

  • Mir hat der Gastartikel von Jonathan Rauch über die »Zerstörung der Wahrheit« aus der Seele gesprochen – es gibt wohl kaum ein Thema, das mich mehr beunruhigt und mehr zum Grübeln bringt. Seine Worte waren unglaublich nachvollziehbar und haben meine Sorgen direkt auf den Punkt gebracht. Aber (worüber ich umso dankbarer bin) dieser Artikel hat mir auch die Augen geöffnet. Beispielsweise habe ich mich bei dem Begriff »Cancel Culture« ertappt gefühlt. In unserer demokratischen Gesellschaft sollte es keine »richtige« und keine »falsche« Seite geben. Für mich als 18-Jährige der Generation Z spielen soziale Medien eine zu präsente Rolle – doch je älter ich werde, desto mehr verstehe ich, wie auf Onlineplattformen geurteilt und gehandelt wird. Wie verändert sich die Entscheidungsfähigkeit zwischen Gut und Schlecht für junge Menschen, wenn jeder Inhalt unreflektiert geteilt wird? Kann es gut gehen, wenn sich jeder Nutzer als Aufklärer für andere sieht? Wird dadurch unsere eh schon gespaltene Gesellschaft noch mehr entzweit, statt, wie es immer heißt, durch Digitalisierung zusammengebracht? Ich merke, dass ich dringend etwas an meinem Social-Media-Konsum ändern muss. Ich wünsche mir sehr, das in Zukunft mehr solcher Gastartikel den Weg in den SPIEGEL finden. Sie zeigen nicht nur andere Ansichten auf, sondern würden den SPIEGEL auch diverser aufstellen.
    Leonie Stoffels, Straubing (Bayern)

  • Lasst uns revolutionär sein oder aber: »Empört euch!« Wer hätte gedacht, dass der gesunde Menschenverstand einmal auf dem Prüfstand stehen würde. Nach Georg Orwell ist in Zeiten universeller Täuschung die Aussprache der Wahrheit ein revolutionärer Akt. Die Wahrheit steht also zur Debatte.
    Alfred Kick, Vohenstrauss (Bayern)

  • Danke für den neuen Heftteil »Debatte«, er passt perfekt in unsere Zeit und ins Blatt. Die Erkenntnis, dass Abstand, Maske und Hygiene sowie Impfen sinnvoll sind, sollte Konsens sein und kann sauber hergeleitet werden. Wenn aber Gesprächspartner oder gesellschaftliche Gruppen Fakten zur Disposition stellen und dies gar mit dem Prozess der diskursiven gesellschaftlichen Wahrheitsfindung zu begründen suchen, dann stellen sie sich und ihre Behauptungen außerhalb des zu tolerierenden Rahmens. Wer die Existenz des Virus leugnet, behauptet, mit der Impfung erhalte man einen Chip oder meint, die Erde sei eine Scheibe, der kann und darf sich keinesfalls auf die Prozesse der gemeinsamen, regelbasierten Wahrheitsfindung berufen. Denn falsche Fakten müssen genau das bleiben: Falsch! Diese Art »alternativer Fakten« und deren brandgefährliche Verbreitung gehören nachhaltig und vollständig gesellschaftlich bekämpft.
    Thomas Thelen, Bötzingen (Bad.-Württ.)

  • Wichtiger Hinweis im Text: Ein großer investigativer Report oder eine akademische Studie erfordern die Arbeit von Fachleuten und viel Geld. Somit mein Aufruf: Kauft weiterhin Zeitschriften wie den SPIEGEL und vergleichbare.
    Dr. Henning Lüpertz, Darmstadt

  • Man könnte sagen, es stehen sich Bauchwahrheiten im Sinne von »ich bilde mir meine eigene Wahrheit, unabhängig von der herrschenden« und einem verbliebenen Rest an Kopfwahrheiten unversöhnlich gegenüber. Daraus entwickelt sich ein Kampf der Wahrheiten, der sich auf unterschiedlichen Internet-Plattformen entlädt. Dieses Phänomen muss ernst genommen, gedeutet, übersetzt werden, es muss herausgefiltert werden, welcher politische Wille sich darin ausdrückt. Zu vermuten ist, dass die feinen Schattierungen oft nicht wahrgenommen werden. Unterschiedliche Milieus produzieren unterschiedliche Wahrheiten. Denn die Wissens- und Informationsstände in der Bevölkerung sind einfach zu verschieden, als dass sich die Gesellschaft ohne Weiteres auf eine gemeinsame Realität festlegen ließe. Dem liegt die Fehleinschätzung zugrunde, die individuell gefühlte Wahrheit sei mehrheitsfähig und müsse von allen anderen geteilt werden. Im Lichte dieses Missverständnisses ist die Debatte um die Zerstörung der Wahrheit wohl auch zu sehen. Agitatoren, Demagogen Dogmatiker, Schreihälse aller Couleur machen sich diesen Umstand zu Nutze und tragen Ihre »epistemischen Bürgerkriege«, ihre Desinformationsfeldzüge in die Gesellschaften hinein, stiften wohlkalkuliertes Chaos und Verwirrung und verwischen damit für sie unangenehme, entlarvende und damit gefährliche Wahrheitsspuren.
    Wolfgang Gerhards, Berlin

  • Nicht nur Information und Wissen muss unterschieden werden, sondern auch verschiedene Arten des Wissens. Seit der Entstehung der Sprache ist der Großteil unseres Wissens diskursives Wissen. Im einfachsten Fall also das, was wir meinen zu wissen, weil andere Menschen uns von ihren Erkenntnissen erzählt haben. Und hier liegt der Hund begraben: Sie könnten uns anlügen. Durch das Internet hat sich das zugängliche diskursive Wissen vervielfacht. Kaum etwas davon können wir mit eigenen Augen sehen, kaum etwas selbst tatsächlich nachprüfen. Wir stehen lediglich vor der Wahl, angebliches Wissen zu glauben oder nicht. Für die Herstellung einer gemeinsamen Realität spielen deshalb die Kriterien der Menschen für Glaubwürdigkeit eine zentrale Rolle.
    Tobias Werner, Hamburg

  • Herrn Rauch möchte ich zu dem hervorragenden Artikel über die Zerstörung der Wahrheit gratulieren. Er beschreibt vor allem die Macher, deren Intentionen und die Auswirkungen auf das Funktionieren von Kommunikation in einer Gesellschaft. Als Pädagoge frage ich mich, warum ein Individuum derartige Publikationen aufsucht, wie es diese rezipiert und weshalb es sich im schlimmsten Fall jeglicher Auseinandersetzung darüber verweigert.
    Prof. Dr. Dietmar Raufuß, Springe (Nieders.)

Missionarischer Eifer

Nr. 40/2021 Der gesunde Menschenverstand: Spinnen die jungen Leute?

  • Erfreulicherweise nehmen Erstwähler ihre Staatsbürgerpflicht ernst und wählen zum ersten Mal, und werden nun durch Aneinanderreihen von FDP-Klischees als Egoisten abgestraft bzw. lächerlich gemacht. Nur weil sie nicht links gewählt haben. Gerade Erstwählern sollte man doch zutrauen, sich mit Parteiprogrammen auseinandergesetzt zu haben und ihr Kreuz bei der Partei zu setzen, die sie für die fortschrittlichste für die Gestaltung ihrer Zukunft erachten.
    Patrizia Krienke, Hamburg

  • Klar, den Erst- und Jungwählern, die beispielsweise am Prenzlauer Berg aufgewachsen sind, liegt nicht nur die Rettung der Natur am Herzen, sondern sie denken ganz pragmatisch an die Erbschaftsteuer, welche die SPD und die Linke zu gern erhöhen möchten. Dabei denken sie an das kleine Vermögen, das sie von ihren Eltern in Form einer Eigentumswohnung von 150 Quadratmetern eines Tages erben werden. Übrigens: Nicht jeder über Vierzigjährige hat gleich seinen Verstand verloren, wenn er noch einen Funken Sehnsucht nach ein bisschen Kommunismus in sich trägt, man muss ja nicht gleich die Mao-Bibel auf dem Nachttisch liegen haben.
    Gerhard Müller, Berlin

  • Als Lehrer weiß ich, dass »Fridays for Future« unter den 11 Millionen Schülern nur ein Randphänomen darstellt. Die Bewegung rekrutiert ihre Anhängerschaft zudem fast ausschließlich an Gymnasien, also unter den Kindern des Bildungsbürgertums. Gesamtschulen blieben davon weitgehend unberührt. Ich habe »Fridays for Future«-Aktivisten im Unterricht erlebt und feststellen müssen, dass sie bei ihren Klassenkameraden keineswegs beliebt sind. Sie gelten als besserwisserisch und arrogant. Den Mitschülern geht auch der missionarische Eifer auf die Nerven. Die Jugendlichen, die FDP gewählt haben, suchen Chancen und keine Bevormundung. Sie favorisieren realistische technische Konzepte zur Bewältigung der Klimakrise und keine Weltuntergangsstimmung, die vor moralischer Erpressung nicht zurückschreckt.
    Rainer Werner, Berlin

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