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Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Briefe

Waldimir Putin, Fachkräftemangel, Ukraine, Verlobung – das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 27/2022

Mephisto im Kreml

Nr. 26/2022 Der Kaltmacher

  • Wow! Welch ein Titelbild! Doppel-, ja mehrfach-deutiger geht es kaum. In einem Bild werden die grausame Kaltschnäuzigkeit, mordende Gleichgültigkeit und dia­bolische Verachtung für den Rest der Welt symbolisiert. Ja, dem Schädel des Kriegsherren – könnte man interpretieren – entströmt sogar das Faulgas der Verderbtheit und züngelt kalt-blau empor. Dieses Titelbild wird wieder einmal aufbewahrt. Und ich hoffe, ich kann es in einiger Zeit her­vorkramen und mit der Gewissheit darauf blicken, dass der kalte Hauch Putins sein letzter war.
    Tom Brüderl, Landshut

  • Geniales Titelbild, optisch wie wortschöpferisch. Dem Betrachter offenbart sich das Ebenbild eines Soziopathen. Man ist konfrontiert mit dem Herrn der Kriege, dem Verursacher ungezählter Tode, dem Verantwortlichen für Hungernde weltweit, man blickt auf den Drahtzieher, wenn demnächst in Europa gefroren werden könnte. Dieses verstörende Porträt eines dämonisch-irrational Getriebenen steht für die Perso­nifizierung einer seit Langem tickenden Zeitbombe, die zu entschärfen trotz aller Sanktionen nicht gelingt.
    Peter Hülcker, Norderstedt (Schl.-Holst.)

  • Sie haben offenbar den Ehrgeiz, den Wettbewerb um die perfideste Darstellung Putins zu gewinnen. Ich gratuliere Ihnen jetzt schon mal: Sie schaffen das.
    Hans-Jörg Stein, Nützen (Schl.-Holst.)

  • Danke für die umfangreiche Recherche und ein großes Lob an die Redakteure, die diese komplizierten Zusammenhänge verständlich dargestellt sowie schwere politische Versäumnisse und Fehlentscheidungen unserer politischen Elite aufgedeckt haben. Ein unbeschreibliches Ohnmachtsgefühl überfällt einen, dass man sich diesem Mephisto im Kreml auf Gedeih und Verderb ausgeliefert hat.
    Ursula Thielemann, Hamburg

  • Wer diesen hervorragend recherchierten Bericht über die ungeheuren Fehler und Versäumnisse in der Energieversorgung der vergangenen Jahrzehnte sehr genau liest, muss Schlimmes für die Gegenwart und unsere Zukunft befürchten. Wir alle haben Anspruch auf die volle Wahrheit.
    Alois Schwind, Wachtberg (NRW)

  • Interessanter Artikel, der die Wirrungen der deutschen Energiepolitik seit den Siebzigerjahren gut skizziert. Mir fehlt nur ein aktueller Aspekt: Wir betreiben in Deutschland über 9000 Biogasanlagen. Deren Methanproduktion könnte circa 20 Prozent der jährlichen Erdgaslieferungen substituieren, die wir bisher aus Russland bezogen haben. Anstatt kurz- und mittelfristig die heimische Produktion von klimafreundlichem Biogas zur Substitution von russischem Erdgas zu nutzen, diskutiert die Politik das Thema nicht einmal. Stattdessen wird auch bei zweifelhaften Regimen um Flüssigerdgas gebuhlt.
    Prof. Dr. Martin Wittmaier, Bremen

  • »Der Markt wird’s schon richten. Nur richtet der Markt nicht, was sich nicht rechnet«: Dieser Satz bringt es auf den Punkt. Das zeigt sich auch immer wieder in vielen anderen Bereichen. Es wird höchste Zeit, dass Politiker und Politikerinnen dies bei ihren Entscheidungen mit bedenken, egal wie groß der Aufschrei aus der Wirtschaft wäre. Eigentlich müsste man das mittlerweile auch bei der FDP verstanden haben.
    Gert Schmidt, Lehrte (Nieders.)

  • Der Artikel nimmt nur die alte Bundesrepublik in den Blick. Die Probleme der Energiewirtschaft des Ostens bleiben ausgeblendet, obwohl auch diese bis heute nachwirken. Schon lange vor Putin benutzten die Sowjets ihre Öl- und Gasvorkommen, um selbst die eigenen »Brüder« zu erpressen und wirtschaftlich abhängig zu machen.
    Peter Schewe, Regenstauf (Bayern)

  • Das jahrelange Versagen der politischen Elite in der Energiepolitik hat Deutschland in eine dramatische Lage gebracht. Hohe Abhängigkeit und Kosten bei Energie und Rohstoffen, hohe Inflation, Verschuldung et cetera. Es sieht nicht gut aus. Vor uns die schlechten Jahre.
    Bernhard Ottenbreit, Bad Kreuznach (Rhld.-Pf.)

Rüsten, rüsten, rüsten

Nr. 25/2022 Die Ukraine braucht jetzt Waffen, sonst verliert sie den Krieg 

  • Was denn nun? Im Untertitel des Leitartikels ist von der »bedingungslosen Unterstützung« der Ukraine durch Deutschland die Rede, während im Artikel »Sonderzug nach Westen« mehrfach Bedingungen für eine solche Unterstützung erwähnt werden. Meine Meinung: bedingungslos geht es nicht, denn man muss ja irgendwelche Ziele zumindest anstreben.
    Christoph Müller-Luckwald, Bingen (Rhld.-Pf.)

  • »Sollte die Ukraine ihren Existenzkampf verlieren, ist kein Land in Europa mehr sicher«, schreibt Özlem Topçu in ihrem Leitartikel. Vor einigen Wochen hieß die Titelgeschichte »Putins Desaster«. Darin wurde ausgeführt, dass die Welt Putins Macht lange überschätzt hat und seine Armee viel schwächer ist als gedacht. Und vor dieser geschwächten Armee muss sich ganz Europa fürchten? Fast täglich kann man in der Presse lesen, dass die modernen westlichen Waffensysteme den russischen weit überlegen sind. Schließlich wenden die Nato-Staaten ja auch ein Vielfaches mehr für Rüstung auf als Russland. Trotzdem müssen wir rüsten, rüsten, rüsten – immer mehr. Ich wäre dem SPIEGEL sehr dankbar, wenn er einen Experten auftreiben könnte, der für diesen Irrsinn eine rationale Erklärung hat.
    Wilfried Rahe, Mühldorf (Bayern)

Bei Fehlverhalten ausschließen

Nr. 25/2022 Die Skepsis gegenüber einem EU-Beitritt der Ukraine bleibt groß 

  • Vielen Dank für die ausgewogene Analyse. Im Grunde hat die Europäische Union ihre Osterweiterungen von 2004 bis 2013 noch nicht verkraftet, denn sie muss sich mit einem Mangel an Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie hoher Korruption in einigen dieser Länder herumschlagen. Noch problematischer sind Staaten mit umstrittenen oder gar militärisch umkämpften Außengrenzen, denn sie ziehen die EU zwangsläufig in ihre Konflikte hinein. Die Ukraine wird wohl in ferner Zukunft, wenn Putin längst nicht mehr im Amt ist und der wirtschaftliche Wiederaufbau Osteuropas mit einer Demokratisierung einhergegangen ist, gleichzeitig mit Russland und Belarus der EU beitreten, Moldau vermutlich schon eher. Und die sechs Balkanstaaten, die es in die EU zieht, könnten sich erst einmal zu einer Föderation zusammenschließen, um zu üben, wie man in einem Staatenbund kon­struktive Politik macht. Ansonsten: keine EU-Erweiterung, bevor die EU sich das Recht gegeben hat, Mitgliedstaaten bei schwerem Fehlverhalten auch gegen deren Willen auszuschließen.
    Dr. Wolfgang Caesar, Stuttgart

  • Gerade weil es sich mit Blick auf den Aggressor Russland und auch China als ein fataler Fehler er­weisen könnte, wenn es die EU gegenüber der Ukraine bei einem reinen Lippenkenntnis beließe, ist eine Reform der EU, die endlich die widersinnige Einstimmigkeitsregelung über Bord wirft, dringend vonnöten. Nur dann könnten Beitritte der Kandidaten schneller realisiert werden, ohne dass das in unsäglichen Entscheidungsdilemmata münden würde, wie wir sie bis heute insbesondere mit Ungarn erleben müssen. Es sollte künftig auch möglich sein, ein Mitglied aus der Gemeinschaft auszuschließen, wenn sein Handeln mit freiheitlichen Werten unvereinbar ist. Viktor Orbán hat sich diesbezüglich längst disqualifiziert.
    Rüdiger Reupke, Isenbüttel (Nieders.)

Dann lieber woanders

Nr. 25/2022 Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst

  • Wer die derzeitige Lage am Arbeitsmarkt einigermaßen realistisch verfolgt, wird sich kaum für den öffentlichen Dienst interessieren. Eine sachgerechte Organisationsstruktur fehlt meistens. Sesselkleber mit dem Hauptziel eines ungestörten Tagesablaufs und Aufsteiger, die sich statt um eine vernünftige Erledigung der obliegenden Aufgaben hauptsächlich um die Pflege und Förderung ihres Status bemühen. Es gibt da hoffnungsvolle Ansätze für Verbesserungen, aber die Fortschrittlichen werden vom Apparat auch heute noch häufig als Schädlinge bekämpft.
    Winfried Ade, Oberndorf (Bad.-Württ.)

  • Ich bin verwundert, dass im Artikel nicht auf die schlechte Bezahlung beziehungsweise Besoldung im öffentlichen Dienst eingegangen wird – meines Erachtens eine der Hauptursachen für Personalmangel. Mit vergleichbarer Ausbildung beziehungsweise Studium verdient man in der freien Wirtschaft deutlich mehr. Auch die teils man­gelnde Wertschätzung, geringen Aufstiegschancen, schlechte Ausstattung, marode Gebäude und vergleichsweise langen Arbeitszeiten tragen nicht zur Attraktivität des öffentlichen Dienstes bei. Bundesbedienstete zum Beispiel haben eine Wochenarbeitszeit von 41 Stunden. Die meisten arbeiten dann lieber woanders 38 oder gar 35 Stunden bei höherem Gehalt. Der Staat ist eben leider kein attraktiver Arbeitgeber.
    Name und Wohnort der Redaktion bekannt

Sorry, was ist daran falsch?

Nr. 25/2022 Das Comeback der Verlobung 

  • Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen! Valentinstag, Ver­lobung, Hochzeitsplanerin und »Baby Shower«, blaue und rosa Kinderausstattungen – ich fasse das alles nicht. Eine Amerikanerin betrachtete einmal bei einem Meeting ratlos meine Hände und fragte schließlich perplex: »Where is your engagement ring?« Denn der Wert des Verlobungsrings ist für Amerikaner der wichtigste Indikator für das Jahreseinkommen des Ehemannes. Ja, ich war nie verlobt, bin aber seit 28 Jahren glücklich verheiratet – und beim Autofahren wechseln wir uns ab, da wir beide gerne fahren und das selbstverständlich finden.
    Kim Bagus, Dreieich (Hessen)

  • Sorry, aber was ist daran falsch, dass ein Mann – inklusive Verlobungsring – einen Heiratsantrag macht? Wäre es nicht auch Knechtschaft, wenn eine Frau das macht? Knechten heißt, jemanden zum Sklaven machen. Ein ritualisierter Akt der Liebe wird hier als Sklaverei bezeichnet – und das Fahren auf dem Beifahrersitz als Unterdrückung der Frau angesehen. Tipp an die Autorin: Einfach mal dem Freund die Beifahrertür öffnen und sich ans Steuer setzen. Vielleicht ist er sogar dankbar dafür und fühlt sich nicht mehr als Fahrsklave.
    Detlev F. Neufert, Bernau am Chiemsee

  • Sie haben keine Verteidigungsrede auf die Verlobung gehört? Ich bin kein Pfarrer und kein Mitglied im Ethikrat, aber es ist eigentlich ganz einfach. Es geht darum, die Entscheidung zu treffen, eine Bindung einzugehen und die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft zu haben. Wenn junge Menschen die Reife dafür haben, ist das doch eine gute Sache. Zu dieser Gelegenheit einen Ring zu verschenken ist doch schön – verblüht nicht, wertstabil, eine Freude für Träger wie Betrachter. Wie sollen wir uns das vorstellen, wenn wir schon »weiter« wären? »Schatz, wäre es nicht praktischer, wenn wir zusammenziehen? Zu dem freudigen Anlass schenke ich dir eine Mallorcareise oder einen Amazon-Gutschein oder einen Satz Alufelgen oder ein SPIEGEL-Abo. Da haben wir dann immer eine schöne Erinnerung«?
    Rainer Tilse, Pforzheim

  • Ihre Autorin irrt (wie die meisten Menschen in dieser Frage), wenn sie schreibt, dass Maria und Josef vor der Ehe keinen Sex miteinander gehabt hatten. Bei der »unbefleckten Empfängnis« geht es um etwas ganz anderes, nämlich dass Maria von jedem Makel der Erbsünde bewahrt gewesen ist.
    Heidi Loleit, Erding (Bayern)

Corona-Betrug

Nr. 25/2022 Die Berliner Halbwelt mischte kräftig mit beim Betrug mit Coronatests 

  • Nach diesem Artikel stellt sich doch ein­fach nur folgende Frage: Wann stehen die verantwortlichen Politiker und Mit­arbeiter der Kranken­versicherung vor Gericht? Bei den Tätern wird doch nichts mehr zu holen sein.
    Reinhold Winter, Birstein (Hessen)

Abgasnorm Euro 7

Nr. 25/2022 Warum jetzt noch der Verbrennungsmotor verbessert wird 

  • Durch E­-Mobilität löst sich das Problem der Feinstoffemissionen durch Bremsabrieb ganz ohne Kosten von selbst: Rekuperation. Wenn ich bei 30 000 Kilometern Fahrleis­tung vielleicht hun­dertmal die Bremse betätigt habe, ist das viel!
    Norbert Hilde, Senden (NRW)

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