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Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Briefe

Die feudalistische Welt der Superreichen, die vielen Fehler von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, eine Kolumne zum Handelsabkommen Ceta und das Porträt eines Mannes, der gegen seine Magersucht kämpft – das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 22/2022

Wie die Bond-Bösewichte

Heft 21/2022 Titel: Die Gesetzlosen 

  • Die Titelstory bestätigt den persischen Mystiker und Dichter Rumi: »Doch wem Gott einen hohlen Kopf verlieh, den stopft er voll mit Gold, den Schaden zu beheben.«
    Dr. Günther Witzany, Bürmoos (Österreich)

  • Schön, dass der SPIEGEL einmal kritischer blickt auf diese Menschen, als es oft andere Medien und viele Zeitgenossen – in fast schon devoter Begeisterung – tun. Mich erinnern diese Pseudovisionäre Musk und Bezos in ihrer Hybris sehr viel mehr an die Superbösewichte aus den James-Bond-Filmen der 70er-Jahre, die glaubten, sich mit Geld ihre eigene Weltordnung erstellen zu können.
    Volker Simshäuser, Saarbrücken

  • Bereits vor über fünfzig Jahren konstatierte der SPIEGEL in seiner spannenden Titelgeschichte »Paradies der Reichen«, Ausgabe 31/1969: »Immer größerer Besitz konzentriert sich bei immer weniger Gesellschaften, und das Einkommen der Kapitaleigner wächst zwangsläufig.« An dem Prinzip »Wer hat, dem wird gegeben« hat sich, auch dank staatlich bewusst geschaffener oder geduldeter Steuergestaltungsmöglichkeiten, seitdem nichts geändert. Dass man nicht durch Arbeit, wohl aber durch Vermögen reich werden kann, widerspricht eklatant dem Leistungsprinzip und untergräbt zudem unser Demokratiemodell, wonach jede Stimme gleich viel wert sein soll.
    Hans Schinke, Offenbach (Hessen)

  • Ein schönes Angebot für unsere »Gesetzlosen«, ist die Anzeige gleich auf Seite 7: »The Star is reborn« – Der neue Mercedes-AMG SL – ab 187.097,75 Euro.
    Kirsten Borm, Kiel

  • Die Mitglieder dieser internationalen Finanzkaste bilden in ihrer Richistan-Welt eine Finanzkleptokratie, die sich jeder politischen Kontrolle entzieht. Mit ihrer grenzenlosen Finanzmacht korrumpieren sie willfährige Politiker, die jedwede Veränderung dieser letztlich für jede Gesellschaft verderblichen Zustände verhindern.
    Dr. Helmut Eschweiler, Berlin

  • Die Helden auf dem Titelblatt werden als Gesetzlose bezeichnet. Sind es aber nicht die Staaten, die gesetzlos sind, weil sie es nicht schaffen, die Umtriebe von Bezos, Musk & Co. durch entsprechende Gesetze zu stoppen?
    Dieter Fritsche, Bolanden (Rhld.-Pf.)

  • Herzlichen Glückwunsch zu dem sehr gelungenen und überfälligen Artikel. Nur leider ist der Titel »Die Gesetzlosen« wenig zutreffend, sollte der doch besser »Die Gewissenlosen« heißen. Die handlungsunfähigen Staaten sollten hier wegen der fehlenden oder mangelhaften Rechtslage als »gesetzlos« bezeichnet werden.
    Kai Heeg, Wonneberg (Bayern)

  • Wenn ich mir so das Titelbild ansehe und den Beitrag gelesen habe, frage ich mich, ob bei dieser Dekadenz das Wort Enteignung nicht doch eine Existenzberechtigung hat – zum Wohle vieler!
    Dr. Jürgen Schöfer, Manila (Philippinen)

  • Nach dem Lesen ihrer Titelgeschichte: »Die Gesetzlosen« halte ich »Die Schamlosen« für treffender!
    Max Toepffer, München

  • Der laufende Schwachsinn in beste Form gebracht: Nach genüsslicher Lektüre über die Obszönitäten, die manche Menschen glauben, sich leisten zu können, kann man mit Ende des Artikels auf gleicher Seite 16 lesen, welches Problem andere Leute damit haben, beim Einkauf auf den Salat zu verzichten, weil kein Geld mehr da ist. Bravo, liebe Chefs vom Dienst.
    Peter Hautermann, Rheine

  • Der Artikel auf Seite 16 zeigt eindrucksvoll, wie der Grundsicherungsregelsatz mithilfe statistischer Tricks künstlich kleingerechnet wird: Die nachträgliche Verringerung einer plötzlichen Preisindex-Steigerung ist ganz klammheimlich möglich, indem man das arithmetische Mittel als Grundlage heranzieht, noch dazu über möglichst lange Zeiträume aus der Vergangenheit. Schön zu sehen, dass Sie den Leserinnen und Lesern diese mathematische Erkenntnis zutrauen. Gerne mehr davon!
    Nils Glück, Köln

  • Es ist beschämend und bitter, dass das reichste Land der EU weder in der Lage ist, Rentnern ein Energiegeld zu gewähren, noch den Ärmsten das Existenzminimum zu sichern. Andererseits gibt es eine chronisch Beißhemmung aller Parteien Schwerreichen gegenüber. Wie soll man einer Demokratie vertrauen, die es nicht einmal schafft hier für Ausgleich zu sorgen?
    Irene Weidlich, Berlin

Fachkräftemangel in der Regierung

Heft 20/2022 Regierung: Die vielen Fehler von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht 

  • »Scholz ist loyal, solange er keine Gefahr für sich selbst sieht«: So lautet das Fazit Ihres glänzend recherchierten Berichts über den Wirbel um Christine Lambrecht. Der Bericht macht klar, dass Lambrecht längst zu einem Problem von Scholz selbst geworden ist, und das schlechte Abschneiden der SPD in NRW hat diese Tatsache nur noch bekräftigt. Jeder Tag, den Scholz und Klingbeil verstreichen lassen, ohne sich von Lambrecht zu trennen, macht die Unglaubwürdigkeit der Verteidigungsministerin und womöglich auch bald des Kanzlers deutlicher. Die Ministerin darf diese Sache nicht aussitzen können. Es herrscht Krieg in Europa.
    Cornelia Stilling-Andreoli, Dettenhausen (Bad.-Württ.)

  • Als engagierte Mutter und Großmutter stimme ich zu, dass es immer auch darum geht, den Kontakt zum erwachsenen Kind weiter aufrechtzuerhalten. Diese Ministerin jedoch hat den eindeutigen Auftrag, dieses zurzeit extrem wichtige Ministerium zu leiten. Davon kann leider anscheinend bisher nicht die Rede sein, wie Veröffentlichungen und Interviews zeigen. Als Gegensatz sehe ich Annalena Baerbock, die garantiert den Kontakt zu ihren kleinen Kindern aufrechterhält und gleichzeitig wie der Kollege Habeck einen außergewöhnlich formidablen Job macht!
    Eva-Maria Callender, Frankfurt am Main

  • Frau Lambrechts Führung ihres Resorts ist zu Recht in der Kritik. Aber wieso wird nur auf der Ministerin herumgehackt, mit zum Teil sexistischen Begründungen, anstatt Olaf Scholz dafür anzugehen, dass er ein Ministerium mit einer langjährigen Parteifreundin besetzt, die trotz häufiger internationaler Gespräche, kein Englisch spricht und darüber hinaus keinerlei Ambitionen zeigt, sich einzubringen?
    Lukas Orbke, Herford

  • Der Kanzler hat mich mit dem Verteidigungsministerium enttäuscht. Er musste aus allen Skandalen der Vergangenheit wissen, dass dort nur eine Person mit Fachwissen und »Wumms« die Leitung übernehmen konnte. Das im Artikel beschriebene Verhalten der Ministerin würde in der Industrie der Personalchef regeln. Im Kabinett ist da der Kanzler gefragt. Viel schlimmer als die lustlose Chefin ist die technische Verfügbarkeit selbst neuester Ausrüstung wie Flieger, Marineschiffe und anderes Gerät, sowie fehlende Munition. Im Kabinett gibt es mindestens eine weibliche Person, die das Amt besetzen könnte. Wenn der Kanzler jetzt nicht handelt, kann die Bundeswehr bald dem Verband der deutschen Schützenbruderschaften beitreten. Das wird nur nicht passieren, weil das Beschaffungsamt so schnell keine Holzgewehre liefern kann.
    Albert Waldhoff, Düsseldorf

  • Den Fachkräftemangel in Deutschland erkennt man besonders deutlich in der Bundesregierung. Jeder Regierungschef hat die Pflicht, die unqualifizierten Köpfe im Kabinett auszutauschen, egal ob sie Scheuer, Altmaier, Klöckner, Lambrecht oder Lauterbach heißen.
    Christopher Hagen, Düsseldorf

  • Die eigene Unfähigkeit zu erkennen und daraus auch Konsequenzen zu ziehen, nämlich durch Rückgabe der Ernennungsurkunde, scheint in diesem Land mittlerweile eine seltene Tugend geworden zu sein. Mit derartigem Spitzenpersonal wird sich am Meinungsbild über den Berliner Wohlfühlbetrieb nichts bessern.
    Claus Spielmann, Egling/Paar (Bayern)

  • Dieser Artikel über Frau Lambrecht kommt einer medialen Hinrichtung doch recht nahe. Resümee: Diese Frau ist faul, arrogant, ahnungslos und taktlos. Meine erste Reaktion war: falsche Frau, falscher Ort, falsche Zeit. Meine zweite Reaktion war etwas anders. Lambrechts Aufgabe: Übernahme und Führung einer nachweislich dysfunktionalen Organisation mit einem Jahresetat von etwa 50 Milliarden Euro und dem Status »unbedingt nicht einsatzbereit«. Ihre Vorgängerinnen und Vorgänger haben offensichtlich keinen guten Job gemacht. Hätte ich dieses Amt übertragen bekommen, wäre ich vielleicht auch skeptisch, mir die Bundeswehr als Erstes von innen heraus erklären zu lassen. Ich würde eine Sicht von außen, vorziehen. Ich hoffe, im Interesse von Frau Lambrecht und uns allen, dass so etwas möglich ist.
    Joachim Simon, Berlin

Konsequenzen nicht bedacht?

Heft 20/2022 Die Gegendarstellung: Schurkenstaat Kanada

  • Alexander Neubacher hat in seiner streng einseitigen Polemik alle Argumente gegen CETA und TTIP schlicht weggelassen und versucht, die Leser mit seiner neoliberalen Schwafelei einfach an der Nase herumzuführen. Das ist nichts anderes als skrupelloser Populismus, niveaulos und eines SPIEGEL-Journalisten unwürdig!
    Wolfgang Schmidt, Lage (NRW)

  • Thema verfehlt! Natürlich ist Kanada ein viel sympathischerer Staat als Katar. Niemand hat etwas gegen ein Handelsabkommen mit Kanada, sondern nur eben gegen das Handelsabkommen namens CETA. Ebenso wie TTIP sieht CETA Schiedsgerichte vor, vor denen ausländische Investoren gegen alle europäischen Entscheidungen klagen können, die ihre Gewinne schmälern. Schon vergessen? Über die Konsequenzen noch nie nachgedacht? Das dies im Windschatten von Coronakrise und Ukrainekrise jetzt durchgewunken wird, ist weiß Gott kein Ruhmesblatt.
    Elisabeth Jalbert, Hamburg

  • Ich habe damals mit tausenden anderen an einem regnerischen Tag in Leipzig an der Demonstration gegen das CETA-Abkommen teilgenommen. In den Redebeiträgen dieser Demonstration ging es an keiner Stelle um Chlorhühnchen. Weder die demokratische Verfasstheit Kanadas wurde in Zweifel gezogen, noch antiamerikanische Hetze verbreitet: Demonstranten und Redner einte vielmehr die Sorge, das Abkommen könne die Demokratie aushöhlen, wenn es internationalen Großkonzernen ermöglicht, gewählte Parlamente zu verklagen.
    Folker Kinzel, Raguhn-Jeßnitz (Sachs.-Anh.)

Zwei wunderbare Menschen

Heft 20/2022 Gesundheit: Ein Mann kämpft gegen die Magersucht 

  • Wir möchten Frau Windmann und insbesondere Herrn Klein ganz herzlich für diesen Artikel danken. Unsere 15-jährige Tochter ist im Herbst 2021 an einer schweren Anorexie erkrankt und befindet sich seit über sechs Monaten in einer Klinik. Wir als Eltern haben festgestellt, wie schwer es fällt, offen und ehrlich mit der Erkrankung unserer Tochter umzugehen. Umso bewundernswerter ist es, dass Herr Klein sich zu diesem Beitrag über ihn bereit erklärt hat. Frau Windmann schildert die Hintergründe und Gefühle, die sich bei fast allen Magersüchtigen unabhängig von Alter und Geschlecht sehr stark zu ähneln scheinen, sehr klar und sachlich, aber auch emphatisch, respektvoll und wertschätzend. Der Artikel weckt kein Mitleid, sondern trägt unserer Meinung nach ein Stück dazu bei, Menschen, die an dieser wirklich schweren Krankheit leiden, mehr Verständnis und Mitgefühl entgegenzubringen.
    Name und Wohnort der Redaktion bekannt

  • Selten hat mir ein Artikel so gefallen wie dieser. Antje Windmann hat so einfühlsam, mitfühlend geschrieben, und Eckhard Klein wird so mutig und ehrlich dargestellt, einfach toll. Autorin und Protagonist: zwei wunderbare Menschen!
    Dörte El Sarise, Halstenbek (Schl.-Holst.)

  • Ich bin froh, dass das Thema Magersucht aufgenommen wird. Es betrifft alle Altersklassen, Männer wie Frauen, wie in Ihrem Artikel erwähnt. Meine Tochter kämpft seit über 20 Jahren mit dieser übermächtigen Sucht. Trotz mehrerer Klinikaufenthalte kommt sie davon nicht los und entwickelte nunmehr eine unbändige Depression. Magersucht entsteht nicht, wie fälschlich angenommen, nur durch langwierige Gewichtsprobleme, Anorexie sitzt sehr viel tiefer, und das macht diese Sucht so unfassbar gefährlich. Ich wünschte, es würden mehr Informationen hierzu, veröffentlicht werden. Angehörige benötigen ebenso sehr viel Hilfe, denn wir sind so machtlos!
    Name und Wohnort der Redaktion bekannt

Die mit dem Superlativ

Heft 20/2022 Emilia ist die Jüngste im Bundestag 

  • Wir brauchen mehr von diesen jungen, wütenden Politiker: innen, die der älteren Generation ihre Verantwortung vor Augen hält. Bravo und weiter so, Emilia Fester!
    Christian Conrad, Riedheim (Bad.-Württ.)

»Hier haben wir damals David Hasselhoff getroffen«

Heft 20/2022 Kolumne: Leitkultur 

  • Lieber SPIEGEL, gebt Alexander Osang endlich wieder einen Job in New York. Es vergeht keine Kolumne, in der er nicht von der Stadt schwärmt. Ich kann ihn verstehen, habe dort auch gearbeitet und sogar geheiratet. Tut ihm endlich den Gefallen.
    Rolf Combach, Vaugines (Frankreich)

Löhne sind nicht das Problem

Heft 20/2022 Wie gefährlich ist die Lohn-Preis-Spirale wirklich? 

  • Wie die Überschrift sagt: Löhne sind nicht das Problem. Aber warum wird dann der Kampfbegriff der Neoliberalen benutzt, die mit der Bezeichnung »Lohn-Preis- Spirale« berechtigte Lohnforderungen diffamiert. Der sachlich richtige Begriff ist: Preis-Lohn-Spirale.
    Dieter Fries, Hamburg

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