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Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Briefe

16 Jahre Angela Merkel, die Kanzlerkandidaten Armin Laschet und Olaf Scholz und Geldwäsche. Das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Wochen die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 37/2021

Auch wir haben es geschafft

36/2021 Titel: 16 Jahre Angela Merkel – Geschafft. 

  • Ein zauberhaftes Titelbild von Angela Merkel – und das vom bissigen SPIEGEL. Sachen gibt es!
    Erwin Koch, Bad Zwischenahn (Nieders.)

  • Als »kalt und leblos wie tiefgefrorene Fischstäbchen« verurteilt Dirk Kurbjuweit den programmatischen Satz von Angela Merkel: »Politik ist das, was möglich ist.« Er übersieht dabei, dass die Äußerung ein Ausloten von Möglichkeiten enthält, was ein Bis-an-die-Grenze-Gehen impliziert, was wiederum um eben diese Grenzen weiß und diese einschätzen kann. Insofern ist das kein »nackter Pragmatismus«, sondern verantwortungsvolles politisches Handeln.
    Lisa Berger, Heidelberg

  • Der Kanzlerin, die nun endlich abtritt, widmet der SPIEGEL rund 50 Seiten. Meiner Meinung nach 49 Seiten zu viel. Zu viel für eine Kanzlerin, die bei der Coronapandemie, in der Klimapolitik, bei der Digitalisierung und beim Afghanistan-Abenteuer – um nur die schlimmsten Pleiten zu benennen – so gut wie nichts zustande brachte und die den morbiden Adenauer-Wahlkampfslogan »Keine Experimente« mit »Sie kennen mich« noch überbot.
    Wilfried Schrammen, Bielefeld

  • Welches »Geschafft« ist hier gemeint? Ist es das, den Ruhestand erreicht zu haben? Oder ist es die Beschreibung, in welchem Zustand die Kanzlerin ihre eigene Partei hinterlässt? Mit Sicherheit trägt sie Mitschuld am falschen Kanzlerkandidaten. Das Gefühl, sie sei Teil der Partei, kam nie auf. Vielleicht ist es aber auch die Analyse, was für unser Land »geschafft« wurde? Die Kanzlerin hat erreicht, dass dieses Land noch nie gespaltener war. 16 Jahre Merkel gehen zu Ende, und wir können uns trösten: Auch wir haben es geschafft.
    Knut Kriegsmann, Ulm (Bad.-Württ.)

  • Angela Merkels politische Biografie gleicht einer Tour de Force durch schwierigstes Terrain. Sie wird Dirk Kurbjuweits Expertise aufmerksam zur Kenntnis nehmen und sie einzuordnen wissen. Der Autor wird mit dieser Wegbeschreibung einer Kanzlerschaft der Protagonistin gerecht wie selten wohl jemand zuvor. Er liefert die strukturierte kritische Analyse des Werdegangs einer machtbewussten Politvirtuosin. Vermittelt zudem eine fesselnde Melange aus Report, Laudatio und Psychogramm. Kurzum, ein pralles Füllhorn für eine geschichtsaffine Leserschaft.
    Peter Hülcker, Norderstedt (Schl.-Holst.)

  • Seit Wochen nerven mich die ständigen Merkel-Abschiedssendungen auf allen Kanälen – und jetzt auch noch diese Titelstory. Es wird höchste Zeit, dass das Grundgesetz geändert und die Amtszeit des Bundeskanzlers auf zwei Wahlperioden beschränkt wird, damit der Wechsel in diesem Amt endlich zur Normalität wird, anstatt mit unerträglicher Gefühlsduselei zum großen geschichtlichen Drama verkitscht zu werden.
    Ekkehard Grube, Dinslaken (NRW)

  • Bei allen Lobeshymnen auf Merkel bleibt eine ernüchternde Erkenntnis. Ihre Kanzlerschaft war begleitet von einem signifikanten Bedeutungsverlust des Westens, politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich. Natürlich trägt sie nicht die alleinige Verantwortung für diesen Niedergang. Sie war jedoch eine seiner Haupttriebfedern.
    Clemens Flock, Bad Dürkheim (Rhld.-Pf.)

  • Auch wenn ich als SPD-Mitglied sicherlich nicht mit allem einverstanden bin, was Angela Merkel politisch vollzogen hat, so habe ich für ihren Stoizismus, der zu häufig als Technokratie und Emotionslosigkeit abgetan wird, großen Respekt. Angesichts nicht nur geschmackloser, sondern im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise regelrecht widerwärtiger, als Protest verkaufter Aktionen gegen sie ist dieser Stoizismus nicht mehr nur reines Charaktermerkmal, sondern vielmehr eine Leistung, die ihre Prinzipientreue im Bereich des Humanismus verdeutlicht. Dies kann nur parteiübergreifend anerkannt werden.
    Sarah Ruhnau, Borken (NRW)

  • Ich lese den SPIEGEL seit der Adenauer-Ära und bin enttäuscht, dass in der Einleitung zum Artikel auf die Frage, ob Angela Merkel ein »Glücksgriff der Geschichte« sei, am Ende mit dem Urteil »aus dieser großen Chance zu wenig gemacht zu haben« aufgewartet wird. Ich würde gern wissen, welcher der bisherigen Kanzler (inklusive Kandidaten) aus Ihrer Sicht denn »mehr aus seinem Wesen« als die Kanzlerin gemacht hätte? Angela Merkel — vielleicht doch ein »Glücksfall«?
    Joachim Kehr, Wessling (Bayern)

  • Der umfangreiche Bericht über Frau Merkel geht an der Realität vorbei. Ihre gravierenden Fehler stehen im Vordergrund und schaffen uns weiterhin große Probleme. Ihre einzige Leistung bestand darin, sich gegen Kontrahenten durchzusetzen.
    Wolfgang Redeker, Barntrup (NRW)

  • Der SPIEGEL-Titel bringt das historische Erbe von Angela Merkel treffend auf den Punkt. Schließlich handelt es sich bei den 16 Regierungsjahren ähnlich wie in der Ära Kohl um ziemlich bleierne Zeiten, bei denen viele Chancen verpasst wurden, wenn man zum Beispiel an die Digitalisierung denkt.
    Rasmus Helt, Hamburg

  • In der aktuellen Ausgabe wird wieder einmal die Kleidung einer Politikerin thematisiert. Ernsthaft? Sind wir immer noch nicht weiter? Der Vergleich von Frau Merkels Kleidung mit ihrer Politik erscheint wohlfeil und billig. Mariobarthig ist hier das passende Adjektiv. Entscheidend sind Taten, nicht Klamotten.
    Sandra Schill, Walddorf (Bad.-Württ.)

Kein Plan, keine Ziele, keine Leute

Nr. 35/2021 Leitartikel: Armin Laschet ist schuld am traurigen Zustand der CDU – aber nicht er allein 

  • Nicht Berechnung, sondern Überzeugung sollte der Motor eines nach dem Kanzleramt strebenden Politikers sein, denn nur so bleibt er für seine Wähler glaubwürdig. Adenauer, Brandt, Schmidt und Kohl waren von der Richtigkeit ihrer Politik überzeugt und erwarben damit das Vertrauen ihrer Wähler. Eine derartige Akzeptanz wird Armin Laschet nie erfahren. Ein guter Kanzler zu sein bedeutet, nicht viel zu lachen und sich leutselig zu geben, sondern Probleme früh zu erkennen und all seine Kraft einzusetzen, sie möglichst zeitnah zu lösen.
    Annemarie Fischer, Wielenbach (Bayern)

  • Vor ein paar Tagen ging ich mit meinem zehnjährigen Enkel durch Bad Hersfeld. Plötzlich entdeckte er ein Wahlplakat der Grünen: Opa, was wollen die Grünen? Ich versuchte es ihm zu erklären. Dann kam ein Wahlplakat der SPD: Opa, was will die SPD? Nach meiner Erklärung kam schließlich noch ein Plakat der AfD, nach dessen Zielen er fragte. Kopfschüttelnd nahm er meine Antwort zur Kenntnis. Am Wahlplakat der CDU ging er vorbei, ohne zu fragen. Das war gut so, ich hätte ihm nichts sagen können.
    Ernst Kreis, Rotenburg an der Fulda (Hessen)

  • Es scheint, Herr Medick hat diesen Text mit dem allgemeinen Kenntnisstand von vor acht bis zwölf Jahren geschrieben. In seinen Worten lag – neben den wenigen Hinweisen zu Laschet und seinen Unterstützern – wenig bis nichts Neues. Für einen Leitartikel des SPIEGEL sehr enttäuschend.
    Hauke Guttenberg, Lübeck

  • Es ist schon dumm, wenn die Bürger nunmehr kurz vor den Bundestagswahlen feststellen, dass die CDU überhaupt keinen Plan mehr hat. Keine Ziele, keine Visionen und keine Leute, die bereit und in der Lage sind, den Zug in Bewegung zu bringen. Noch nicht einmal die jüngeren CDU-Leute schaffen es, mal aufzustehen und den Aufstand zu wagen. Man möchte schließlich nicht auffallen und sich nicht selbst aus der schönen weichen Liege, in die man sich gebettet hat, rausschießen.
    Frank Wunderlich, Nöbdenitz (Thür.)

Nicht ohne Fehl und Tadel

Heft 35/2021: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz kopiert Angela Merkel und hat Erfolg damit 

  • Tolle Headline! Die hätte aber ebenso gut begründet auch über einem Artikel über CDU-Kanzlerkandidat Laschet stehen können. Die Gefahr um eine Fortsetzung merkelscher Einschlafpolitik wäre bei einer Kanzlerin Annalena Baerbock sicher nicht so gegeben, wie eben bei einem Kanzler Scholz oder Laschet. Und Söder steht nicht zur Wahl.
    Rüdiger Reupke, Isenbüttel (Nieders.)

  • SPD-Politiker Olaf Scholz hat in den Umfragen kräftig aufgeholt. Könnte es aber sein, dass die SPD statt Scholz einen Schauspieler engagiert hat, der zwar wie Scholz aussieht, aber anders als dieser äußerst redegewandt, charmant und agil den Kanzlerkandidaten bis zur Wahl spielt?
    Frank Adler, Fürth (Bayern)

  • Mit dem Artikel ist Ihnen eine lesenswerte und interessante politische Kurzbiografie des SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz gelungen. Einige kurz angesprochene Kritikpunkte wie der G-20-Gipfel in Hamburg oder der Cum-Ex-Skandal hätten allerdings etwas ausführlicher beschrieben werden müssen. Ohne Fehl und Tadel ist auch der Kandidat Scholz nicht.
    Lorenz Gülker, Lathen (Nieders.)

Außen hui, innen pfui?

Nr. 35/2021 Kriminalität: Warum Deutschland ein Paradies für Geldwäscher ist 

  • Mich hat ihr höchst aufschlussreicher Artikel erschaudern lassen. Ich bin fassungslos, dass Finanzminister Scholz nicht alle Anstrengungen unternimmt, um diesem unerträglichen Zustand ein Ende zu setzen, sondern hilfreiche Maßnahmen sogar noch blockiert. Wann setzt Herr Scholz endlich seinen Amtseid um und holt dafür zügig seine besagte Bazooka raus, um die zig Milliarden verlorenen Steuern einzutreiben.
    Patrizia Krienke, Hamburg

  • Was Finanzminister Scholz von einer wirksamen Bekämpfung der Geldwäsche abhält, ist wohl eher die vermutlich große Zahl an vermeintlich seriösen Firmen und Personen, die an diesen kriminellen Machenschaften beteiligt sind. 100 Milliarden im Jahr werden sicher nicht in ein paar kleinen Wettbüros gewaschen.
    Karl-Heinz Letz, Hamburg

  • Wenn man alle Steuerbetrüger stärker bestrafen würde und durch eine Obergrenze bei Bargeldbezahlung die Geldwäsche in den Griff bekommen würde, dann brauchten wir uns um die Schulden des Staatswesens keine Sorgen mehr zu machen. Aber da ist der Föderalismus, eine irre Bürokratie, personelle Unterbesetzung der Steuerfahnder, eine unfähige Kontrollbehörde und ein zögerlicher SPD-Finanzminister.
    Joachim Kussin, Bremerhaven

  • Ein Kopfschütteln reicht hier nicht mehr aus. Den politisch interessierten Bürgerinnen und Bürgern schnürt es die Luft ab über so viel politisch-föderalen Sumpf. Jahrzehntelanger Filz beschert uns jetzt eine Politik, die sich nicht mehr traut, diejenigen in die Schranken zu weisen, die uns alle die lange Nase zeigen. Meine Großmutter, eine engagierte Sozialdemokratin, würde sich im Grab umdrehen mit den Worten »Außen hui, innen pfui«.
    Christine Schonscheck, München

  • Warum führt man zur effektiveren Bekämpfung von Geldwäsche durch Kauf von Immobilien in Deutschland nicht eine Art Beweislastumkehr ein, also einen Nachweis, dass der Kaufpreis aus legalen Quellen – also Kredit, Erbschaft oder Sparkonto – stammt? Wäre ob der Sonder­rolle von nicht vermehrbarem Grund und Boden wohl zu rechtfertigen.
    Milena Weidenfeller, Berlin

Nr. 35/2021 In 30 Stunden von Schwaben nach Sizilien – Heimaturlaub per Bus 

  • Wegen solcher Repotagen bin ich SPIEGEL-Leser. Ich bin Deutsch-Portugiese, seit 1974 hier. Diese beschriebenen Fahrten habe ich jedes Jahr mit dem Auto gemacht. Beim Lesen musste ich tief bewegt weinen.
    José Caladon, Delingsdorf (Schl.-Holst.)

Nr. 35/2021 Neue Geheimpläne für die Super League 

  • Ich mag mir diesen aufgesetzten Fußball jetzt schon kaum mehr anschauen. Und nun ist wieder die Super League im Gespräch? Bei deren Einführung werde ich mich von diesem schönen Sport verabschieden müssen.
    Oliver Günther, Albersdorf (Schl.-Holst.)

Nr. 35/2021 SPIEGEL-Gespräch mit dem Musiker und Schriftsteller Sven Regener über seinen neuen Roman und Berliner Künstlertypen 

  • Regeners Haltung ist großartig: gelassen, weise, tolerant. Gerade in diesen Zeiten, in denen sich gesellschafcliche und politische Positionen und ihre Vertreter oft unversöhnlich gegenüberstehen, war dieses Interview eine echte Wohltat.
    Marion Oechsner-Hieke, Eberbach (Bad-Württ.)

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