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Briefe

aus DER SPIEGEL 20/2021

Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

  • Als 15-jähriger Zehntklässler, der insgesamt sieben Monate Schule verpasst hat, muss ich Ihnen sagen: Sie haben mit Ihrer Titelgeschichte den Nagel auf den Kopf getroffen. Normalerweise hilft eine überwiegend negative Berichterstattung nie, im Falle der Schulschließung aber lässt sich einfach nichts Positives mehr anmerken. Es ist eine Katastrophe, deren Auswirkungen jeder Schüler spürt.
    Julian Schindler, Hünstetten (Hessen)

  • Endlich wird das Dilemma thematisiert: Kinder und Jugendliche leiden massiv unter der Pandemie. Bisher wurde immer nur die mangelnde Digitalisierung an den Schulen kritisiert. Ansonsten fanden Kinder keine Beachtung. Diese schweren psychischen Belastungen waren absehbar. Muss das Kind immer erst in den Brunnen fallen?
    Gisela Neudeck, Wiesbaden

  • Als Mutter von einem Schulpflichtigen, einem Kindergartenkind und einem Säugling wächst bei mir der Frust. Was ich in meinem näheren Umfeld derzeit beobachte, gibt mir noch mehr zu denken. Aufgrund der Inzidenzwerte über 100 sind in unserem Landkreis die Schulen seit drei Wochen bis auf eine Notbetreuung geschlossen. Ob vor den Sommerferien überhaupt noch mal geöffnet werden darf, weiß nur die Glaskugel.
    Anja Strasen, Groß Plasten (Meckl.-Vorp.)

  • Zunächst habe ich mich sehr gefreut, dass man das Thema Kinder in der Pandemie endlich mal auf die Titelseite gebracht hat, aber warum steht nirgendwo ein Wort darüber im Heft, wie unsere europäischen Nachbarn das Problem angegangen sind? War die Schließung der Schulen wirklich unvermeidlich?
    Alfons Schwarz, Stuttgart

  • Vielleicht relativieren die Erinnerungen meiner Generation – sofern noch am Leben – ein wenig die Sorgen derer, die die Generation Corona als nachhaltig traumatisiert beschreiben. Wenn ich meine Kindheit im Krieg mit der Kindheit in Coronazeiten vergleiche, leiden manche doch auf hohem Niveau.
    Bärbel Anastasia Klann-Evers, Kronshagen (Schl.-Holst.)

  • Als ich begann, den Artikel zu lesen, kamen mir als Mutter zweier Jugendlicher die Tränen. Und dann wurde ich wütend, als ich las: »Inzwischen sind längerfristige Studien erschienen, die belegen, dass sich die Pandemie massiv auf den Alltag von Kindern und Jugendlichen auswirkt.« Wer erst langfristige Studien braucht, um zu dieser Erkenntnis zu kommen, hat von Kindern und Jugendlichen keine Ahnung. Das lag doch auf der Hand! Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie waren kurzsichtig.
    Miriam Küllmer-Vogt, Oberursel (Hessen)

  • Endlich berichtet der SPIEGEL über die Folgen der Coronapolitik der Bundesregierung für Kinder. Danke an die Redakteurinnen und den Redakteur. Ebenso wohltuend ist es, dass in einem Bericht mit Bezug zum Coronavirus mal nicht Karl Lauterbach zitiert wird.
    Christian Müller, Wuppertal

  • Ich danke Ihnen! Jedoch ist es für mich unerträglich, den Artikel zu lesen, er trifft zu sehr mein Inneres. Die Priorisierung bei der Impfreihenfolge hat mich von Beginn an irritiert und aufgewühlt. Wie konnte man ausschließlich eine einzige Gruppe, nämlich die der Alten, zuerst impfen? Weshalb nicht zeitgleich Betreuende aller Bereiche impfen, um so zumindest zu versuchen, dass Schulen und Kitas offen bleiben können?
    Christine Frank, Kaarst (NRW)

  • Endlich ein Artikel über die Zukurzgekommenen in der Pandemie. Aber warum erst nach 14 Monaten, nachdem das Schlimmste hinter uns liegt? Die Fürsorge um die Betagten anfangs war verständlich. Aber warum musste die andere Seite der Alterspyramide bis zuletzt zurückstecken, obwohl sie doch die Zukunft verkörpert? Dieser Antagonismus wurde in Berlin ignoriert und in den meisten Leitmedien. Vielleicht, weil Familien auf der Regierungsbank eher unterrepräsentiert sind?
    Christoph Schönberger, Aachen

Absolut gedankenlos

Nr. 18/2021 #allesdichtmachen bringt die harmoniesüchtige deutsche Fernsehbranche an ihre Grenzen 

  • Wir als Familie, die auch einen sehr schmerzlichen Verlust durch Corona zu beklagen hat, fühlen uns beleidigt und geradezu verhöhnt. In welchem »Rausch« müssen sich diese prominenten Film- und TV-Schauspielerinnen und -Schauspieler und »Geistes-Größen« denn befinden, dass sie nicht darüber »nachdenken« können oder wollen, welche Wirkung ihre vermeintliche »Satire und Zuspitzung« haben könnte auf Betroffene und Menschen mit ihren Ängsten und Sorgen in dieser Zeit?
    Klaus J. Rothbarth, Berlin

  • Wahrscheinlich war die Beteiligung diverser Schauspieler an der Aktion #allesdichtmachen im wahrsten Sinne des Wortes von absoluter Gedankenlosigkeit geprägt. Die Akteure haben mich absolut enttäuscht, vor allem weil es so sicher war, dass es Wasser auf die Mühlen von AfD, Coronaleugnern und Verschwörungstheoretikern ist. A
    Andreas Kohlmetz, Berlin

  • Wie weit die Polarisierung beim Thema Corona schon vorangeschritten ist, zeigt die mediale Ächtung der Beteiligten an der Aktion. Sie ist das Gegenteil von fundierten Argumenten für die ständig wechselnden Verordnungen, die seit über einem Jahr den Menschen mehr und mehr zu schaffen machen.
    Richard Jawurek, Markkleeberg (Sachsen)

  • Was soll denn der ganze Unsinn? Da gibt es etwa 50 Videos. Keine erkennbare Regie, ein dürftiges Casting, ein miserables Drehbuch, fragwürdige Monologe, alles hergestellt mit geringsten Produktionskosten. Kamera, Licht, Ton, Maske und Postproduktion sind nicht mal B-Movie-tauglich, es ist kein Werk von Kulturschaffenden, auch keine Kunst, ja nicht mal ein großes Schauspiel, sondern nur ein kleines Sich-zur-Schau-Stellen. Und was machen Medien und Verantwortliche daraus? Einen Blockbuster! Sind denn alle noch ganz bei Sinnen? Christoph Schneppenheim, Berlin

Wider die Ungleichheit

Nr. 18/2021 Die Vermögensteuer ist wieder populär – aber unsinnig 

  • Sie haben schon genau erklärt, was aus Ihrer Sicht – und aus der Sicht von CDU/CSU, FDP – gegen die Einführung einer Vermögensteuer spricht. Aber was spricht dafür? Sie schreiben, die Vermögensteuer stelle ein Auslaufmodell mit Seltenheitswert dar und kaum ein Ökonom finde lobende Worte für sie. Gleichzeitig weisen Sie darauf hin, dass neben Olaf Scholz auch die OECD und der IWF sich für die Vermögensteuer aussprechen. Sind da keine Ökonomen auszumachen? Und welche Argumente führen Sie an? Das sollten Sie erklären.
    Achim Fischer, Würzburg

  • Bei der Vermögensteuer-Debatte wird eine große Gruppe immer übersehen: die Selbstständigen, die keine oder nur eine Minimalrente beziehen und ihren Lebensunterhalt im Alter oft allein aus ihrem angesparten Vermögen bestreiten müssen, und das seit Langem bei Minuszinsen, ein Damoklesschwert.
    Uwe Schmitt, München

  • Das Steueraufkommen aus der Erbschaftsteuer ließe sich sofort deutlich steigern, wenn die Regelung, wonach Ehepaare zu Lebzeiten je 400.000 Euro steuerfrei an ihre Kinder verschenken können – und das alle zehn Jahre aufs Neue – ersatzlos gestrichen würde. Eine Steuererhöhung wäre das nicht. Die derzeitige Regelung ist extrem ungerecht. Sie begünstigt diejenigen, die schon über bedeutenden Besitz verfügen, und verfestigt damit die bereits bestehende Ungleichheit der Vermögensverteilung.
    Hans Schinke, Offenbach

  • Die im Artikel vorgeschlagene Erbschaftsteuer von fünf Prozent für alles ist nicht sozial: Sie muss vom Charakter her progressiv mit hohen Freibeträgen sein und enge Schutzklauseln für Unternehmen enthalten.
    Dr. Lothar Sowa, Rohrenfels (Bayern)

Rhododendron in Sippenhaft?

Nr. 18/2021 Naturschützer wollen beliebte Gartenpflanzen wie Rhododendron und Kirschlorbeer verbannen 

  • Rhododendron ist nicht nur schön, sondern auch nützlich. Er bietet nicht nur Nektar, sondern auch Pollen an. Die für die Natur wertvollen Hummeln besuchen regelmäßig ihre Blüten, und wer sie nicht bemerkt, braucht nicht nur eine dicke Brille, sondern auch ein Hörgerät. Auf Kirschlorbeer und Bambus zu verzichten ist eine absolute Notwendigkeit, da beide für die Natur vollkommen nutzlos sind. Siegbert Schiller, Gärtnermeister, Cuxhaven

  • Alle Rhododendronarten werden in Sippenhaft genommen, weil eine einzige Art an anderer Stelle in der Welt ein menschengemachtes Problem darstellt. Es ist die iberische Unterart des Rhododendron ponticum. Keine der anderen circa 1000 Rhododendronarten oder 30.000 Sorten ist in gleicher Weise auffällig geworden. Eine deutlich differenzierte Darstellung oder eine genauere Recherche der Fakten wäre zur Einordnung dieses angeblichen Kulturkampfes hilfreich gewesen. So muss sich eine seit 200 Jahren die Gartengeschichte mitprägende Pflanzengruppe unberechtigter Anschuldigungen erwehren.
    Prof. Dr. Wolfgang Spethmann, Vorstandsmitglied Deutsche Rhododendron Gesellschaft, Barsbüttel (Schl.-Holst.)

  • Es ist richtig, dass Kirschlorbeer verdammt wird, aber der Bambus ist in dem Artikel entschieden zu kurz gekommen. Bambus ist in unseren Breitengraden zu gar nichts nützlich, Sie werden keine Insekten oder keinen Vogel darin finden, er verbreitet sich wie die Pest, und man wird ihn nur mit sehr viel Aufwand und maschineller Hilfe wieder los.
    Charlotte Klingsporn, Wuppertal

Nr. 18/2021 Das illegale Sponsoring der gesetzlichen Krankenkassen

  • Jetzt muss Seehofer als Innenminister das verteidigen, was er als Gesundheitsminister verbockt hat. Merke: Man muss nur lange genug in der Politik wirken, bis einen die Sünden der Vergangenheit einholen.
    Wolfgang Felbinger, Stuttgart

Nr. 18/2021 Leitartikel: Die Politik schürt den Impfneid im Land

  • Wenn mir Fälle von Impfneid begegnen, fällt mir ein Spruch meines ehemaligen Chefs ein: Wir sollten endlich so weit kommen, anderen einen Vorteil zu gönnen, von dessen Ausbleiben wir nichts hätten.
    Prof. Dr. Klemens Döpp, Freudenberg (NRW)

Nr. 18/2021 Gefährdet der Abzug der Bundeswehr zivile Helfer in Afghanistan?

  • Ich sehe heute schon den Helikopter, der von der deutschen Botschaft in Kabul mit den letzten KSK-Soldaten abhebt. Nur, wer kümmert sich um die zivilen Helfer und die lokalen Mitarbeiter? Saigon lässt grüßen.
    Ludwig Eger, Planegg (Bayern)

Deplatzierte Mutmaßungen

Nr. 18/2021 Warum die Idealisierung von Sophie Scholl an einem aufgeklärten Gedenken hindert 

  • Der Artikel hinterlässt mich ratlos, weil er keine Widersprüche im Leben von Sophie Scholl nachweist. Vielmehr handelte es sich um eine junge Frau, die sich aktiv im Widerstand gegen den Nationalsozialismus befand, bis sie für ihre Überzeugung hingerichtet wurde. Vielen diente sie als Identifikationsfigur oder Projektionsfeld. Anspielungen oder Vermutungen über ihre sexuelle Orientierung sind in diesem Zusammenhang ohne Bedeutung und eher ein Marketing für das im Artikel vorgestellte Buch.
    Dr. Mathias Middendorf, Alfeld (Nieders.)

  • Sie haben es wunderbar geschafft, ein Gleichgewicht zu wahren – die Erinnerung an den Menschen Sophie Scholl ist durch Ihre Beschreibung aus der nebligen Vergangenheit geholt worden. Was mich schon immer interessiert hat, war die Frage, was Menschen dazu bewegt, ihr Leben für eine Idee herzugeben.
    Peter Wolter, Leonberg (Bad.-Württ.)

  • Der Artikel hat mich enttäuscht. Einen Beitrag »für eine realistische Würdigung einer spannenden Frau« vermag ich nicht zu erkennen. Mutmaßungen zur sexuellen Orientierung finde ich mehr als deplatziert.
    Dr. Thomas Baecker, Bielefeld

  • Ich halte es für abwegig, die todesmutige Sophie Scholl mit Klimaaktivistinnen und den #MeToo-Aktivistinnen zu vergleichen.
    Marlies Böcker-Stastny, Hockenheim (Bad.-Württ.)

  • Was soll die Freude daran, Sophie Scholl Homosexualität anzudichten? Sie habe ihrem Freund Fritz »nie direkt gesagt, dass sie ihn liebe«. Waren die Autoren dabei? Meine Mutter ist aus derselben Generation wie Scholl. Das war vor Hollywood. Da waren Liebeserklärungen, erst recht öffentliche, sehr peinlich.
    Monika Huesmann, Olpe (NRW)

  • Der Artikel ist leider derart tendenziös, dass man nur enttäuscht sein kann. Sophie Scholl soll keine Heldin sein, sie soll menschlicher werden. Jeder, der halbwegs bei Verstand ist, weiß, dass jeder, auch wenn er unter bestimmten Umständen herausragende Taten vollbracht hat, immer noch ein Mensch ist und nicht vollkommen. Die Weiße Rose hat ganz sicher Heldenhaftes vollbracht. Äußerst befremdend sind auch die Fotos von Carola Rackete, Annalena Baerbock und Carla Reemtsma in dem Artikel. Was soll das?
    Hans-Wolfram Merkel, Lübtheen (Meckl.-Vorp.)

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