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Briefe

Die wechselunwilligen Deutschen, Abtreibung und unbrauchbare Masken waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Wochen die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 25/2021

Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Foto: SVC.ORISWFL?
  • Die Haltung der meisten deutschen Konsumentinnen und Konsumenten in Sachen Klima- und Umweltschutz ist mit der folgenden Redewendung treffend beschrieben: »Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.« Leider versuchen viele Politikerinnen und Politiker, diesem wenig Erfolg versprechenden Unterfangen gerecht zu werden. Die Resultate stinken bereits seit geraumer Zeit zum Himmel.
    Erwin Bixler, Rodalben (Rhld.-Pf.)

  • Bisher sind alle Krisen und deren Folgen hauptsächlich auf dem Rücken der kleinen Leute ausgetragen worden. Sozialer Ausgleich und Gerechtigkeit sind die Voraussetzung dafür, dass Änderungen von der Bevölkerung akzeptiert werden. Ein gewisses Misstrauen der Politik gegenüber ist deshalb durchaus berechtigt.
    Irene Weidlich, Berlin

  • Die Gesellschaft in Deutschland ist weiter, als Sie glauben. Der reformwillige Deutsche ist kein Mythos, sondern in weiten Gesellschaftsteilen Realität geworden. Es geht nun darum, den dringend benötigten ökologischen Umbau mit einem positiven Narrativ zu besetzen, an dessen Ende ein gerechteres, gesünderes und nachhaltigeres Wirtschaftsmodell stehen muss.
    Michael Sauer, Sommerach (Bayern)

  • Ich bin dem SPIEGEL sehr dankbar, dass die Null-Emissionen von grünem Wasserstoff und Brennstoffzellen im Artikel angesprochen werden. Dieser Ansatz ist eine Alternative und für die Klimapolitik von entscheidender Bedeutung. Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Technik werden bereits in Serie hergestellt.
    Rainer Griep, Hamburg

  • Vom SPIEGEL wünsche ich mir doch einen weitaus kritischeren Blick auf die Bewertung, ob sich Investitionen in den Klimaschutz für Musterfamilien rechnen. Wer Anschaffungskosten für den Umstieg vom Verbrennungsmotor auf das E-Auto und von einer funktionstüchtigen Gasheizung auf eine Wärmepumpe unberücksichtigt lässt, der rechnet etwas schön und hat keinen Blick für die Lebenswirklichkeit der Menschen. Für viele ist auch ein Neuwagen, unabhängig ob Verbrenner oder E-Auto, schlichtweg zu teuer. Die unkritische Übernahme der Informationen des Ökoinstituts ist verwunderlich, weil der Artikel ja gerade der Politik und insbesondere der Union zuschreibt, nur teilweise über die unschönen Konsequenzen einer neuen Klimapolitik zu informieren.
    Jan-Hendrik Mau, Detmold (NRW)

  • Bequemlichkeit und Verdrängung gehören zur menschlichen Natur, wenn man nicht selbst unmittelbar betroffen ist. Viele einfache Bürger haben aber auch resigniert. Für ein Spitzentechnologie-Land ist es gerade in einer hochkomplexen, krisenreichen Zeit fatal, wenn es von Politikern mit großer Medienpräsenz, aber ohne merkliche Fachkompetenz und staatsdienlichen Gestaltungswillen gelenkt wird. Es ist keine Lösung, gravierende Probleme auszusitzen, mit Denkverboten zu belegen oder mit Halbwahrheiten wegzudiskutieren.
    Alexander Konstantinow, München

  • Leider wenig Neues in Ihrem Artikel. Und Sie verschweigen – zumindest wird es nicht deutlich gesagt – was die meisten schon ahnen: Das Weltklima können wir in Deutschland nicht retten. Es braucht endlich eine wirksame globale Initiative mit klar vereinbarten Pflichten, harten Sanktionen bei Nichterfüllung. Das ist leider trotz Fridays for Future und grüner Kanzlerkandidatin nicht in Sicht. Wir sollten uns in Deutschland trotzdem auf den Weg zur Klimaneutralität machen. Aber bitte mit bescheideneren Erwartungen zur erhofften Wirkung.
    Jürgen Wobbe, Hamburg

  • Die Rechnung für die Rettung des Klimas wird der kleinen Bürgerin und dem kleinen Bürger ausgestellt. Nach einem letzten Blick in den bereits wieder halb leeren Geldbeutel werden sich viele Wählende eher für die Parteien entscheiden, die das Thema Klimarettung auf übermorgen verschoben haben.
    Ralf Weber, Basel (Schweiz)

  • Wir glauben nicht, dass die meisten unter uns nicht bereit sind, mehr Geld für den Umwelt- und Klimaschutz zu zahlen, sondern denken, dass die Mehrheit endlich – egal unter wessen Führung – eine ausgewogenere, gerechtere Lastenverteilung sehen möchte und das Gießkannenprinzip leid ist. Es ist an der Zeit, dass besonders wohlhabende Bürger endlich so zur Kasse gebeten werden, dass sie es auch mal spüren.
    Rüdiger und Bernadette Reupke, Isenbüttel (Nieders.)

  • Ihr Titel verspricht, was der Text nur teilweise hält: Kritik an den Wählern und natürlich auch Ihren Lesern. Am Ende ist wie immer die Politik verantwortlich, die den willigen, aber schlecht informierten Deutschen die nötigen Reformen nur richtig erklären muss. Politiker sind in der Regel opportunistisch und folgen Stimmungen. Kritik an der selbstgefälligen Wählerschaft fehlt. Die werden Politiker nicht leisten. Das müssen Journalisten tun. Übrigens stirbt der Wald in der ganzen Bundesrepublik. Zeigen Sie Fotos von kaputten Bäumen auf Ihrem Titelbild, und fragen Sie, wo der Aufschrei bleibt! Das Wort »Klimawandel« ist der irrste Euphemismus, die größte Lüge. Wissend und sehenden Auges produzierte Katastrophe, das ist die Wahrheit.
    Martin Erdelen, Heiligenhaus (NRW)

  • Die Erkenntnis, dass beim Klimawandel dringender Handlungsbedarf besteht, setzt sich offenbar allmählich durch. Aber allenthalben wird schon wieder fleißig begründet, dass das eigene Verhalten kaum zum Klimawandel beitrage und es zu ändern daher kein geeigneter Ansatz sei, um das Problem zu lösen. Wenn wir eine Zukunft haben wollen, müssen wir alle dazu beitragen. Ein Spaziergang wird das nicht. Aber kollektive Naivität kennzeichnet die Stimmungslage, und keine Führungspersönlichkeit traut sich, klar auszusprechen, dass harte Zeiten auf uns zukommen.
    Carl Ibs, Salzgitter (Nieders.)

Einfach köstlich

Nr. 23/2021 Kolumne: Pionier des Altkanzlerdaseins

  • Es ist mir immer ein Genuss, Beiträge von Markus Feldenkirchen zu lesen. Vor allem seine Kurzkolumne erinnert mich an die manchmal ironische SPIEGEL-Schreibe aus vergangenen Zeiten.
    Rüdiger von Schmude, Hamburg

  • Gerhard Schröder als »hängende Spitze« in Sachen Gleichberechtigung – einfach köstlich.
    Hans-Dieter Schabram, Berlin

  • Bitte, bitte bald auch ein solches Loblied auf Markus Söder! Selten so gelacht.
    Karl-Heinz Schimitzek, Jülich (NRW)

  • Mit der Kolumne von Markus Feldenkirchen als Antwort auf den Vorwurf eines Bürgers, der ihm Respektlosigkeit gegenüber Altbundeskanzler Gerhard Schröder vorwarf, sollte der Vorwurf, wenn auch verspätet, ausgeräumt sein.
    Ulrich Schuberth, Fürth (Bayern)

Nr. 23/2021 Wie sähe Deutschland aus, wenn alle vegan leben würden? 

  • Warum wird so provokant geschrieben, dass vegane Ernährung eine Utopie sei? Das ist sie definitiv nicht. Es gibt immer mehr Menschen, die umdenken, auch weil es so viel Literatur zu dem Thema gibt und auch Kochshows, die nicht nur Fleisch zelebrieren.
    Elke Hellmich, Wismar (Meckl.-Vorp.)

Nr. 23/2021 »Die Basis« vereint Promis, »Querdenker«, Esoteriker – und will in den Bundestag 

  • Eine bunte Truppe, die auf den ersten Blick nichts mit rechten Parteien zu tun hat. Unter dem Mikroskop erkennt man aber dann Populismus der übelsten Sorte. Ich kann nicht nachvollziehen, wie es Leute geben kann, die die Existenz des Coronavirus abstreiten oder es als »harmlose Grippe« abtun. Was bleibt von dieser Partei eigentlich nach der Pandemie?
    Dr. Jürgen Schöfer, Manila (Philippinen)

Nr. 23/2021 Junge Männer ziehen in den Krieg nach Syrien, die Eltern schicken ihnen Waffenteile und Geld hinterher 

  • Neben dem Dauerentsetzen beim Lesen dieser Reportage ist der letzte Satz zum Hintergrund der Recherche das Schlimmste: »Das Team traf fast nur auf Gesprächspartner, die sich keiner Schuld bewusst waren.« Es lässt mich schier verzweifeln.
    Gottfried Heerbeck, Südergellersen (Nieders.)

Eine Frage der Macht

Nr. 23/2021 Vor 50 Jahren machte der »Stern« das Thema Abtreibung zum Titel – SPIEGEL-Gespräch mit Alice Schwarzer und zwei Mitstreiterinnen 

  • Ich danke Ihnen für dieses Gespräch. Besonders Frau Schwarzers kämpferische Argumente haben mich überzeugt, wobei ich ebenso die Notwendigkeit sehe, in einem zivilisierten Land Frauen nicht jene Erlebnisse zuzumuten, wie sie von allen drei Damen eindrucksvoll geschildert wurden. Auch ich vertrete die Meinung, dass der Streit um das Abtreibungsrecht eine Frage der Macht ist. Es ist ein Indikator für das Vertrauen in Frauen. Je restriktiver, desto größer das Misstrauen. Das ist insbesondere dort der Fall, wo Religion nicht etwa als Privatsache behandelt wird, sondern sie als staatsbildende Institution herrscht und zugleich der Mann der alleinige Machtinhaber ist.
    Martina Gromeier-Pautke, Holm (Schl.-Holst.)

  • Das Gespräch zwischen Ihnen und den Feministinnen Schwarzer, Hiesinger und Kontos hat mich total gefreut und fasziniert, sodass ich es gleich einen Tag später nochmals lesen musste. Dafür ein herzliches Dankeschön an Sie. Da diese Thematik für die ganze Gesellschaft diskurswürdig ist und es trotz der im Gespräch erwähnten Fortschritte immer noch viel zu wenig Männer gibt, die mit der Zeit gehen, müssen auch diese noch viel mehr für die Familienplanung und für die Abtreibungsthematik sensibilisiert werden.
    Harry Braun, Ohlsbach, (Bad.-Württ.)

Was muss noch passieren?

Nr. 23/2021 Gesundheitsminister Spahn möchte unbrauchbare Masken diskret einlagern 

  • Dem SPIEGEL kommt das große Verdienst zugute, diesen weiteren Maskenskandal ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Das Thema hat weitere wichtige Aspekte. Einer davon sollte unbedingt nachgeliefert werden, nämlich die Frage, was all dies für den gesundheitsbewussten privaten Maskenkäufer bedeutet.
    Norbert Pfaff, Kelkheim (Hessen)

  • Was muss noch alles im Verantwortungsbereich des Gesundheitsministers passieren? Der Fakt, dass Millionenbeträge durch den Zukauf von überteuerten, nicht ordnungsgemäß geprüften Masken verschleudert worden sind, und dazu noch das unmoralische Ansinnen, diese nutzlosen Masken an Menschen mit Behinderung, Obdachlose oder Hartz-IV-Empfänger zu verteilen, ist an Hinterhältigkeit, Dreistigkeit und Unvermögen nicht zu toppen.
    Angelika Hinz, Hannover

  • Masken, die nur für die Müllverbrennung geeignet sind, sollen auf explizite Weisung des Gesundheitsministeriums bei hilfsbedürftige Menschen »entsorgt« werden! Wie zynisch und menschenverachtend ist das denn? Gesundheitsminister Spahn zeigt mit diesem Tiefpunkt wieder, dass er auf breitester Linie versagt und seiner zugeteilten Aufgabe nicht gewachsen ist. Er müsste entlassen werden.
    Frank Reisch, Wuppertal

  • Jetzt werden unbrauchbare Schutzmasken im Wert von etwa einer Milliarde Euro bis zur Verbrennung gelagert. Jens Spahn ist damit in der Schadenklasse von Verkehrsminister Andreas Scheuer angekommen. Unser verschleudertes Steuergeld wird beispielsweise für Kinder und Jugendliche, die pandemiebedingte Rückstände im Schulwissen zu schließen haben, dringend vermisst. Das Geld, das der Bund den Ländern dafür geben will, wird nicht reichen, und das Programm ist – leider – auch von Aktionismus geprägt.
    Friedel Bess, Bürgermeister a. D., Gensingen (Rhld.-Pf.)

Bodenloser Leichtsinn?

Nr. 23/2021 Die US-Firma Clearview nutzt private Fotos aus dem Internet zur globalen Gesichtserkennung – wie man die Schnüffler stoppen kann 

  • Wow, vielen Dank für diesen Artikel. Besonders positiv finde ich, dass der Autor keine der üblichen Bedenken durchkaut. Stattdessen wird eine klare Darstellung vom selbstbewussten Umgang mit den eigenen Daten und Persönlichkeitsrechten in einer Welt, die sich aufgrund von technologischen Entwicklungen grundlegend verändert hat, entfaltet. Die Themen künstliche Intelligenz und neuronale Netze sind unglaublich komplex, und der Artikel hat es geschafft, diese Komplexität auf eine positive Weise auszublenden und auf einige wenige Aspekte zu reduzieren.
    Philipp Hoffmann, Magstadt (Bad.-Württ.)

  • Genau aus diesem Grund hatte ich noch nie ein Konto bei Facebook, Twitter, Reddit oder anderen Plattformen. Wer seine Bilder ins Web stellt, dem muss der Missbrauch bewusst sein. Geschuldet ist das einem bodenlosen Leichtsinn und Geltungsbewusstsein, der Eitelkeit und manchmal schlicht der Dummheit. Die vermeintliche berufliche Notwendigkeit ist dann gern die Ausrede, wenn man den Fehler erkannt hat.
    Sabine Wiemann, Pommelsbrunn (Bayern)

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