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Briefe

Afghanistan, Kinderarmut und Bahn-Streik waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Wochen die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 35/2021

Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Eine gnadenlose Abrechnung

Nr. 34/2021 Die Rückkehr der Angst – Der unheimliche Blitzsieg der Taliban 

  • »Es ist genau diese Art von Berichterstattung, die mich beim Lesen fesselt: basierend auf jahrelanger eigener Erfahrung, präziser Recherche, mit ausführlicher und objektiver Darstellung der Fakten. Keine politisch motivierte Meinungsmache und keine seichte Thematik über vermeintliche gesellschaftliche Größen oder Themen, um sich dem Zeitgeist anzubiedern und für mehr Umsatz beim Verkauf zu sorgen. Leider wirken Artikel wie ›Die Unbezwingbaren‹ von Christoph Reuter heutzutage wie ein Licht in dunkler Nacht.«
    Xenia Tutaß, Itzehoe (Schl.-Holst.)

  • »Äußerst interessante und detaillierte Einblicke in die dramatischen Entwicklungen in Afghanistan. Das ist Journalismus der Spitzenklasse. Vielen Dank, Christoph Reuter!«
    Thomas Rieger, München

  • »Eine so gnadenlose Abrechnung mit den Verhältnissen und den Fehlern der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan habe ich bisher noch nirgendwo gelesen. Nach vielen Kommentaren, Aussagen und Geschreibsel von angeblichen Kennern der Situation, die mich im Endeffekt nur verunsichert haben, wird hier endlich mal für klare Verhältnisse gesorgt.«
    Franz Koshorst, Kassel

  • »Ein sehr aufschlussreicher Insiderbericht zur Situation in Afghanistan. Schade, dass der so nicht schon früher im SPIEGEL zu lesen war.«
    Wolfgang Boeddinghaus, Salzburg (Österreich)

  • »Wenn der BND oder das Auswärtige Amt wenigstens einen Profi wie den erfahrenen, langjährigen Nahostkenner und SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter vor Ort gehabt hätten, wäre die verheerende Lage von Kabul doch wohl eher erkannt und umgehend gehandelt worden.«
    Siegmar Schelling, Oldenburg (Nieders.)

  • »Das war ein Debakel mit Ankündigung, und SPIEGEL-Leser wussten es schon sehr lange. Nach Ihrer Titelgeschichte in Heft 16/2010, »Im Krieg – Deutsche Soldaten über das Töten und Sterben in Afghanistan«, prophezeite ein Leserbriefschreiber bereits ein »Merkelgrad«. Jetzt, elf Jahre später, am Ende ihrer Amtszeit, wurde die Kanzlerin doch noch von den Ereignissen eingeholt.«
    Dr. Karsten Strey, Hamburg

  • »Bei der Suche nach den Schuldigen für das Desaster gerät man schnell in einen Kreis der organisierten Verantwortungslosigkeit. Der Schwarze Peter wird wie eine heiße Kartoffel zwischen dem Innenminister, dem Außenminister und der Verteidigungsministerin hin und her gereicht. Am Ende ist zwar alles schiefgegangen, aber alle meinen, fast alles richtig gemacht zu haben. Rücktritte sind offenbar nicht mehr vorgesehen, warum auch. Erst mal im Amt bleiben, nach der Wahl wird das Kabinett sowieso neu aufgestellt, und weil man mit Sicherheit dann nicht mehr dazugehört, ist man erst mal raus aus der Schusslinie.«
    Rüdiger Lüttge, Gielsdorf (Brandenb.)

  • »Ich verstehe unsere politisch Verantwortlichen nicht. Zuerst werden unsere Truppen abgezogen, dann anschließend in chaotischer Weise wieder Soldaten eingeflogen, um in Kabul lebende Deutsche sowie afghanische Helfer auszufliegen. Umgekehrt wäre ein Schuh draus geworden. Erst ausfliegen, dann abziehen. Es ist doch jedem bekannt, dass es in den letzten 20 Jahren trotz des massiven militärischen Einsatzes vieler westlicher Staaten nicht erreicht worden ist, eine stabile Situation in Afghanistan herzustellen.«
    Rolf Böhmer, Wachtberg (NRW)

  • »Ich frage mich, ob noch ein einziger der für die Rückführung der örtlichen Hilfskräfte in Afghanistan Zuständigen vor einen Spiegel treten kann, ohne sich selbst anzuspucken. Die bürokratische Trägheit und Passivität vieler Politiker stört mich schon lange, inzwischen ekelt sie mich an.«
    Peter Heinrichs, München

  • »Das Desaster war von Anfang an klar und hätte jeder Ethnologiestudent, der sich mit dieser Region befasst, vorhersagen können. Westliches Sendungsbewusstsein nach dem Motto, was die Russen nicht geschafft haben, kriegen wir schon hin, führte zwangsläufig in eine totale Ignoranz den dortigen soziokulturellen Verhältnissen gegenüber.«
    Werner Dinkelbach, Sinzig (Rhld.-Pf.)

  • »Anscheinend lässt sich auch in Afghanistan ein soziopolitisches Herrschaftssystem nicht einfach über eine Gesellschaft stülpen. Das Scheitern dieses Unterfangens liegt nicht nur an historischen und religiösen Widrigkeiten, sondern auch daran, dass die eigenen machtpolitischen und wirtschaftlichen Interessen des Westens zu offensichtlich waren.«
    Dr. Volker Brand, Bad Oeynhausen (NRW)

Kein Ruhmesblatt

Nr. 34/2021 Leitartikel: Der afghanische Zusammenbruch ist eine Schande für den Westen 

  • »Vielen Dank an Mathieu von Rohr für den sehr interessanten und sehr guten Leitartikel. Ich finde es bedauerlich, dass bei uns im Westen viele Politiker und Politikerinnen manchmal die Realität nicht sehen wollen, sich Illusionen hingeben und meinen, ihre (unsere) Weltsicht werde in jedem Land der Erde von einer Mehrheit der Bevölkerung geteilt. Wir müssen zu einer differenzierteren, realistischeren Sicht auf andere Länder kommen.«
    Werner Seeliger, Stuttgart

  • »Als Abgeordneter habe ich immer gegen den Einsatz gestimmt und es begründet. Es ist kein Ruhmesblatt, wenn man auf schreckliche Weise bestätigt wird. Im Oktober 2012 beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestags gegen heftigen Widerstand des Verteidigungsministeriums die Anschaffung von leichten Hubschraubern für das KSK, die nun in Kabul zum Einsatz kommen. Auch kein Ruhmesblatt.«
    Dr. Jürgen Koppelin, ehemaliger Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP, Bad Bramstedt (Schl.-Holst.)

  • »Ich bin schockiert, wie schlecht Deutschland seit geraumer Zeit regiert wird. Klimakrise, Coronadesaster, Flutkatastrophe und jetzt noch das Afghanistandesaster, und keiner übernimmt die Verantwortung, nicht einmal Bundeskanzlerin Merkel. Alle ducken sich weg und schieben die Verantwortung auf andere.«
    Jürgen Neunaber, Oldenburg (Nieders.)

  • »Bei der Sturzflut von Schuldzuweisungen vermisse ich eine kritische Betrachtung der Rolle unserer Bundestagsabgeordneten. Jahrelang haben sie hartnäckig auf ihre Rechte bestanden, wollten bei jedem Auslandseinsatz beteiligt werden und haben mit wenigen Ausnahmen deren Fortsetzung durchgewinkt. Wer sich diese Entscheidungen anmaßt, muss sich aber auch über Hintergründe und Konsequenzen seines Handelns im Klaren sein.«
    Bernd Walter, Königs Wusterhausen (Brandenb.)

Chance verpasst?

Nr. 33/2021 Die Sozialforscher Carolin und Christoph Butterwegge im SPIEGEL-Gespräch über Kinderarmut 

  • »Christoph Butterwege ist in vielem zuzustimmen: Die Forderung von kostenfreier Bildung von der Kita bis zum Studium und kostenfreiem Nahverkehr, finanziert über progressive Besteuerung auch von Vermögen, teile ich als Sozialdemokrat. Nur bei seinem Austrittsgrund aus der SPD liegt er völlig falsch. Dauerhaft vom Staat finanzierte Lebensstandardsicherung über die alte Arbeitslosenhilfe hatte mit sozialer Gerechtigkeit nichts zu tun.«
    Martin Sökler, Tübingen (Bad.-Württ.)

  • »Christoph Butterwegge sagt, eine »Stadtentwicklungspolitik, die man in deutschen Metropolen den Großinvestoren und Kapitalanlegern überlässt«, sei dafür verantwortlich, dass er und seine Frau es nicht schafften, ihren Kindern ein diverses Umfeld zu ermöglichen. Warum hat er dann seinen ehemaligen Stadtteil, der als sozialer Brennpunkt gilt, verlassen und ist nach Köln-Sülz, in ein »In-Viertel« gezogen? Er hätte seinen ganz persönlichen Anteil zur Überwindung der Segregation leisten können.«
    Eva Höhl, Köln

Hart und konsequent

Nr. 33/2021 Die Bahn im Streik 

  • »Es wird Zeit, der CSU die Pacht am Verkehrsministerium zu nehmen. Die Misere der Bahn ist niemand anderem zuzuschreiben – wenn man einmal von der Verantwortung der Kanzlerin absieht, die den Job stets den bayerischen Spitzbuben hat angedeihen lassen. Ramsauer, Dobrindt, Schmidt und zuletzt dem sorglosen Scheuer, der nur ein Auge für die schnelle Mark mit ungesetzlichen Verträgen hatte.«
    Eero Mattila, Königswinter (NRW)

  • »Unter anderem loben Sie die französischen Hochgeschwindigkeitszüge, die es möglich machen, dass viele Inlandsflüge abgeschafft werden können. Das ist richtig, allerdings darf eine Tatsache nicht vergessen werden: Die Züge fahren zum großen Teil auf eigenen Trassen, ohne Rücksicht auf Nahverkehrszüge und Güterzüge nehmen zu müssen. Ein Vorteil, den wir bei uns nicht haben.«
    Manfred Mengewein, Arnsberg (NRW)

  • »Ich kann den Streik der GDL nur unterstützen und hege keinen Groll gegen die Bahnbediensteten, weil ihre Forderungen mehr als berechtigt sind. Als ehemaliger Verwaltungsmitarbeiter hätte ich mir so manches Mal einen Gewerkschaftsführer gewünscht, der so hart und konsequent agiert wie Claus Weselsky. Denn es kann nicht sein, dass im ganzen Dienstleistungsgewerbe die Menschen immer noch viel zu schlecht bezahlt werden. In der Bevölkerung erwarte ich mehr Solidarität und Verständnis für die Forderungen.«
    Thomas Henschke, Berlin

Schuld sind die anderen

Nr. 33/2021 SPIEGEL-Gespräch mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz  

  • »Das Bild mit den beiden Redakteuren ist irritierend. Der eine sitzt auf einem Halbschrank vor einem Bild im Büro von Olaf Scholz, während der andere lächelnd danebensteht. Fragt sich, wer hier der Hausherr ist.«
    Helmut Degethoff, Hofgeismar (Hessen)

  • »Die stereotypen Antworten im Gespräch mit SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz erinnern sehr an den alten Scholzomaten. Auf die Frage nach dem Spot der SPD über erzkatholische Ansichten der CDU antwortete Scholz wie auch schon im Cum-Ex-Skandal der Warburg Bank oder dem Wirecard-Skandal, dass die Verantwortung andere tragen. Olaf Scholz ist zweifellos ein guter Fachpolitiker, aber ob er ein bedeutender und guter Kanzler wäre, bezweifeln viele Bürger.«
    Günter Burtack, Hamburg

  • »SPD mit Grünen und FDP, das scheint mit dem Kanzlerkandidaten Scholz die aussichtsreichste Koalition zu sein. Scholz als gewiefter Berufspolitiker mit einer beeindruckenden Bilanz an administrativer Erfahrung als Minister und Erster Bürgermeister von Hamburg beherrscht das Handwerk. Das Bild wird getrübt durch skandalöse Cum-Ex-Geschäfte der Hamburger Warburg Bank und deren auffällig nachsichtige Behandlung durch die Hamburger Finanzbehörden in Scholz' Regierungszeit. Außerdem tragen Scholz, aber auch Merkel eine Mitverantwortung bei der Pleite des Finanzdienstleisters Wirecard. Warum der SPIEGEL bei dem Interview keine Fragen dazu an Scholz richtet, ist nicht verständlich.«
    Klaus Reisdorf, Route de Barjac (Frankreich)

Nr. 34/2021 Wie sich drei Frauen vor den Taliban in Kabul verstecken 

  • »Wenn der Westen sich nicht vorwerfen lassen will, die Frauen und Mädchen in Afghanistan den Wölfen zum Fraß vorgeworfen zu haben, sollte die bloße Tatsache, weiblichen Geschlechts und aus Afghanistan zu sein, ab sofort an den Grenzen jedes westlich demokratischen Staates ein hinreichender Asylgrund sein.«
    Anne Essmann, Berlin

Nr. 34/2021 SPIEGEL-Gespräch mit Minister Heiko Maas über das Afghanistandebakel der Regierung 

  • »Maas meint, die Aufnahme von Ortskräften habe etwas mit Verantwortung zu tun. Selbst Verantwortung für das Desaster, welches er angerichtet hat, will er aber nicht übernehmen.«
    Karl-Heinz Jennissen, Aachen

Nr. 33/2021 Warum Luftreinigungsgeräte in Schulen fehlen 

  • »Klar ist: Kinder und Jugendliche haben keine Lobby, sie nehmen nicht an den Bundestagswahlen teil. Fehlt das Engagement der regionalen Entscheidungsträger(*)innen, fehlt der Druck der Eltern, fehlt der Aufschrei der Medien, geschieht in den Sommerferien nichts, weder baulich noch bezüglich mobiler Apparate.«
    Karin Unkrig, München

Korrektur

Zum Artikel »Total kaputter Markt«  in Heft Nr. 34/2021, Seite 74: Die Zahl der in Bayern neu inserierten Objekte ist im ersten Halbjahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent gesunken, nicht um mehr als die Hälfte. Dem Immobilienmakler Homeday ist bei der Datenauswertung ein Fehler unterlaufen.

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe (leserbriefe@spiegel.de ) gekürzt sowie digital zu veröffentlichen und unter www.spiegel.de zu archivieren.

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