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Gestorben Joachim Streich, 71

aus DER SPIEGEL 17/2022
Foto: Werner Schulze / picture alliance

»Gerd Müller des Ostens« wurde er oft genannt. Fußballer aus der DDR müssen offenbar immer erst mit Spielern aus der Bundesliga verglichen werden, um ihre Biografien greifbar zu machen. Dabei sprechen Joachim Streichs Statistiken für sich. In 102 Auswahlspielen traf er 55-mal, dazu schoss er in 378 Oberligapartien 229 Tore für Hansa Rostock und den 1. FC Magdeburg. Er wurde dreimal Pokalsieger. Zweimal wurde er als Fußballer des Jahres und viermal als Torschützen­könig der Liga ausgezeichnet. In Europa spielte er gegen Schalke und Gladbach wie gegen Juve, Arsenal und den FC Barcelona. Im letzten Sommer wurde Streich in einem Interview nach Gerd Müller gefragt. Der »Bomber der Nation« war gerade gestorben, und der herausragende Angriffsfußballer Joachim Streich gedachte des ehemaligen Bayern-München-Spielers voller Respekt – natürlich sei Müller als Stürmer das »Nonplusultra« gewesen. Streich hat auf der Ostseite der Mauer Rekorde gebrochen. Er war Rekordnationalspieler, gewann mit der DDR-Auswahl 1972 Olympia-Bronze und nahm an der WM 1974 teil. Trotz seiner Er­folge wurde Streich erst im vergangenen Jahr in die »Hall of Fame« des Deutschen Fußball­museums in Dortmund aufgenommen. Joachim Streich starb in der Nacht zum 16. April nach schwerer Krankheit.

ara
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