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Leserbriefe Bessere Laune

Das Plädoyer für eine hellere Zukunft, der Streit der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten und SPIEGEL-Gespräche mit Jens Spahn und Wolfgang Schäuble waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 15/2021

Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Illustration: DER SPIEGEL
  • »Wir sollten diesem überzeugenden Plädoyer für eine hellere Zukunft einen Platz frei machen inmitten der von Schwarzmalereien besetzten geistig-seelischen Pinnwand.«
    Ludwig Engstler-Barocco, Bonn

  • Danke, dass sich der SPIEGEL endlich mal wieder dazu aufgerafft hat, einen Artikel über schon Erreichtes, einen optimistischen Ausblick auf die Zukunft zu schreiben. Nach dem ganzen Politik-Bashing im Zusammenhang mit Corona habe ich das kaum noch für möglich gehalten.
    Henrik Behrndt, Buchholz (Nieders.)

  • Wie einige seiner Kollegen, die mit diesem Thema unterwegs sind, mogelt sich auch Herr Fichtner an der alles entscheidenden Kernfrage vorbei: Wo sollen eigentlich die Ressourcen herkommen, die den zu erwartenden zehn Milliarden Menschen einen auch nur annähernd durchschnittlichen mitteleuropäischen Lebensstandard ermöglichen?
    Wolfgang Duberg, Frankfurt am Main

  • Danke für diese Titelgeschichte! Sie macht Mut.
    Ulrike Krammer, St. Peter (Bad.-Württ.)

  • Sie zeigen unsere Fortschritte auf, ohne die negativen Entwicklungen unter den Tisch fallen zu lassen. Vielleicht sollten Sie die Kolumne »Früher war alles schlechter« in einigen Jahren wieder aufleben lassen. Dann sind mit Sicherheit viele weitere positive Entwicklungen zu vermelden. Und ganz nebenbei sorgen Sie beim Leser für bessere Laune.
    Robert Schröder, Berlin

  • Ullrich Fichtners aufmunternder Artikel tut der von der Pandemie ermüdeten Seele gut. Seine Grundfigur, der zufolge die großartigen Würfe des menschlichen Pioniergeistes trotz all der nach wie vor verheerenden Missstände in der Welt ans Licht gekommen seien, scheint mir jedoch einen zu starren und fraglichen Gegensatz von »smartem Realismus mit Sportsgeist« einerseits und dumpfen, verschwörerischen Anrufen dunkler Mächte andererseits aufzubauen. Trifft entgegen Fichtners hoffnungsvollem »trotz« nicht eher die Überlegung zu, dass aufklärerischer Fortschritt und Bedrohung zusammenfallen? »Neues Erdöl« hat gewiss der Zivilisation enorme Schübe versetzt. Gilt das aber auch in ökologischer Dimension? Die neuen Impfstoffe werden gewiss Menschenleben retten. Steigern sie aber auch die Motivation, die Lebensräume der Tiere auf der Welt zu bewahren und schützen? Die Alternative zum »smarten Realismus« scheint mir eher in einem Beharren auf dialektischem Denken zu liegen.
    Dr. Reinhard Leusing, Grasberg (Nieders.)

»Grüne Mauer« im Senegal

»Grüne Mauer« im Senegal

Foto: Stefan Borghardt
  • Positives müsste immer wieder auch erzählt werden, sonst setzt sich bei vielen fest, dass alles schlechter wird. Eines könnte man ergänzen: Hans Rosling schrieb in »Factfulness«, dass eine positivere Betrachtung der Wirklichkeit ja nicht dazu führen soll zu sagen, alles sei gut. Vielmehr soll es den Blick auf die noch nicht ausreichend gelösten Probleme weltweit lenken. Wichtig ist, was noch vor uns liegt und angepackt werden muss. Das gehört ins Zentrum der gesellschaftlichen Diskussionen.
    Georg Majorosi, Karlsruhe

  • Als ich den Artikel las, dachte ich, ich hätte das Parteiprogramm der FDP vor mir liegen. Ein Plädoyer für Weiter-so. Alles ist im Prinzip prima, alles ist halb so schlimm. Es brennen die Wälder in Australien, in Kalifornien, in Sibirien. Die Polkappen schmelzen. Trotzdem zieht der Autor eine Prognose aus dem Hut, bei der behauptet wird, eine Temperatursteigerung bis 2100 um lediglich 2,1 Grad sei möglich. Ein bisschen »kritische Wachsamkeit« reiche aus. Die Notwendigkeit zum Verzicht, zum Ende der Wachstumsdoktrin wird nicht erörtert.
    Adam Romoth, Starnberg (Bayern)

  • Der beeindruckende Artikel lässt mich ahnen, dass ich mich wohl grundlos zum Pessimisten entwickelt habe. Wie konnte es geschehen? Vielleicht, weil ich seit mehr als 60 Jahren den Spiegel lese?
    Ernst Schröder, Wedel (Schl.-Holst.)

  • Natürlich ist es eine gute Sache dass der Lebensstandard weltweit gestiegen ist, Hunger und Seuchen abnehmen und auch die Zahl der Kriegstoten abgenommen hat. Aber ich kann nicht nachvollziehen, dass angesichts von enormer Ressourcenplünderung, Verschmutzung der Meere und eines historisch noch nie da gewesenen Artensterbens die Parole »Alles wird gut« als grobes Fazit des Artikels ausgegeben wird. Zudem noch Regenwaldzerstörung, Klimawandel und weiteres starkes Bevölkerungswachstum mit Migrationsproblemen hinzukommt. Ich fürchte, dass das Ende der Fahnenstange schneller erreicht sein wird, als neue Einsichten und Innovationen wirksam greifen können. Es wäre ja schön, wenn es anders wäre, doch die Fakten der negativen Entwicklung sprechen leider dagegen.
    Dietmar Brummack, Elmenhorst (Schl.-Holst.)

  • Ich möchte Ihnen herzlich danken für Ihren Mut-mach-Artikel zum Osterfest! Da ich selbst inzwischen von einigen Menschen mit latenter Weltuntergangsstimmung umgeben bin, haben Sie mir aus der Seele gesprochen. Diesen Menschen werde ich Ihren Artikel ganz sicher ans Herz legen. Das Nietzsche-Zitat »Wie komm ich nur den Berg hinan? Steig einfach auf, und denk nicht dran!« hat mir als begeisterter Wanderin übrigens schon oft geholfen.
    Annette Burkhardt, Bochum

Unsachliche Darstellung

Nr. 13/2021 Wie die Kanzlerin sich mit den Ministerpräsidenten über die Frage der Osterruhe stritt – und scheiterte 

Kanzlerin Merkel

Kanzlerin Merkel

Foto: Sean Gallup / Getty Images
  • Merkels Entschuldigung war keineswegs eine politische Blamage, sondern zeugt eher vom Mut, sich auch Fehler einzugestehen und eigenes Verhalten zu reflektieren. Allerdings ist aktives Handeln gerade jetzt gefordert, lange überlegen kann sie nicht mehr. Doch sollten sich auf politischer Ebene alle hinterfragen – ein Minister, der undurchsichtige Deals eingeht und die Verantwortung vor sich herschiebt; Abgeordnete, die sich bereichern; Minister, die Schulen lauthals öffnen wollen und dann leise ihren Stuhl zusammenklappen. Jeder sollte sich an dieser Stelle einmal fragen: Handle ich vernünftig? Denn ich trage Verantwortung.
    Luis Pintak, Göttingen

  • Ja, die Politik baut erstaunlich viel Mist. Aber die eigentliche Kritik müsste sich an all jene richten, die zwar glauben, sich gut zu schützen, die jedoch weder Masken richtig tragen noch den Abstand korrekt einhalten. Und die Schelte gebührt den Querdenkern, die letztlich für die Maßnahmen verantwortlich sind, gegen die sie selbst lauthals protestieren. Traurig – der Homo sapiens lässt sich von einem hirnlosen Virus in der Nase herumtanzen.
    Jürgen Durst, Wernau (Bad.-Württ.)

  • Es ist beschämend zu erleben, wie viele Besserwisser sich jetzt das Maul zerreißen, weil sie sich einbilden, im Nachhinein die richtige Antwort auf die Coronakatastrophe zu haben. Für die politischen und staatlichen Entscheidungsträger ist es sicher schwierig, in der sich ständig ändernden Pandemiesituation immer die richtigen Schritte zur Rettung von Menschenleben zu beschließen. Unsere Politik laviert an mehreren Fronten: auf der einen Seite steht die profitorientierte Wirtschaft, auf einer anderen krakeelende, verantwortungslose Coronaleugner und auf der dritten stehen Wissenschaft und die Opfer der Pandemie. Wenn es um Leben und Tod geht, hat der Staat die Pflicht und das Recht, alle Mittel, auch repressive und auch gegen Privatinteressen, einzusetzen. Jeder Tote ist einer zu viel.
    Bernhard Saß, Mücka (Sachsen)

  • Warum nicht nächtliche Ausgangssperren? Bei Verstoß drastische Bußgelder bei Zuwiderhandeln. Die Polizei wäre durch weniger Verkehr in ihren Kontrollen entlastet. Nur noch Menschen, die eine Bescheinigung für ihr systemrelevantes Tun vorweisen, werden durchgelassen; und Menschen, die sich an die Regeln halten, fühlen sich entlastet.
    Petra Jentsch, Hamburg

  • Das exponentiell wachsende Versagen unserer Regierenden lässt ein Szenario näher rücken, das kaum diskutiert worden ist: Das Virus gewinnt. In der Gemengelage um Impf- und Testchaos, Inkompetenz, Bürokratismus und Feigheit bilden sich Escape-Mutationen aus, die gegen die bisher entwickelten Impfstoffe resistent sind und die Pandemie auf eine neue Stufe heben.
    Thomas Pfeiffer, Kiel

Demut sieht anders aus

Nr. 13/2021 Gesundheitsminister Jens Spahn verteidigt im SPIEGEL-Gespräch seine Methode der Maskenbeschaffung 

  • Den Namen Tandler hatte Spahn als ehemaliger Staatssekretär im Finanzministerium also nie gehört, warum haken Sie als gute Investigativjournalisten da nicht nach?
    Bernd Lichter, Köln

  • Ein gut geführtes Gespräch, aber das abgedruckte Foto des Gesundheitsministers ist völlig unpassend: Spahn posiert, als hätte er gerade den Medizinnobelpreis verliehen bekommen. Demut sieht anders aus.
    Matthias Poit, Hemmoor (Nieders.)

  • »Es funktioniert besser mit jemandem, den man kennt« – das ist der alte Grundsatz von Seilschaften, Protektion und am Ende auch Korruption.
    Klaus Storkmann, Potsdam

Inhalt zerrieben

Nr. 13/2021 Die US-Dichterin Amanda Gorman hat eine internationale Debatte darüber ausgelöst, wer welche Werke übersetzen darf 

Lyrikerin Gorman

Lyrikerin Gorman

Foto: Patrick Semansky / Polaris / laif
  • Seit wann geht es denn bei Übersetzungen nur um Sprachkenntnisse des Übersetzers? Gehört denn nicht zu einer gelungenen Übersetzung automatisch die Vertrautheit mit möglichst allen Umständen der Entstehung des Originals? Die Kenntnis der Biografie des Autors, der Historie des Heimatlandes? Die kunstvolle Beherrschung der eigenen Sprache und des Übersetzerhandwerks? An welcher Stelle bei diesen Kriterien würde denn die Hautfarbe des Übersetzers eine Rolle spielen oder gar Vorrang verdienen?
    Stefan Hellem, Halle

  • Eine junge Frau schreibt in verrückt erscheinenden Zeiten ein inhaltsschweres Gedicht und trägt es zur Inauguration des neuen US-Präsidenten vor. Statt den Inhalt zu diskutieren und so die wichtige Botschaft zu verbreiten, wird er zerrieben in einem Anfall guten Willens über die Frage der Identität der Übersetzenden. Hätte ich als alter weißer Mann (51) das Gedicht überhaupt beim Anschauen des Vortrags oder Lesens selbst übersetzen dürfen? Die Quadratur des Kreises wird vermutlich nicht gelingen, und dies lässt wahrscheinlich große Teile der Bevölkerung ratlos zurück. Gut gemeint ist nicht notwendigerweise gut gemacht, gewollt, bewirkt.
    Olaf Brecht, Rövershagen (Meckl.-Vorp.)

  • Weshalb sollten die Worte dieser großartigen jungen Frau übersetzt werden? Wer sie nicht im Original anlässlich der Inauguration von Präsident Biden verstehen und nachempfinden konnte, der hat ihr Anliegen und ihre Botschaft – einen neuen Anfang zu wagen – offensichtlich völlig überhört oder ignoriert.
    Fritz Laier, Burgrieden (Bad.-Württ.)

  • Die Begeisterung der Medien über den Auftritt von Amanda Gorman bei der Amtseinführung von Präsident Biden konnte ich nicht recht nachvollziehen. Ihr Gedicht »The Hill We Climb« schien mir nicht viel mehr zu sein als der armselige Versuch, mit viel Pathos den amerikanischen Traum zu neuem Leben zu erwecken, der spätestens nach Donald Trumps Amtszeit mausetot ist.
    Thomas Arnold, Nauheim (Hessen)

Informativ und gelassen

Nr. 13/2021 SPIEGEL-Gespräch mit dem CDU-Urgestein Wolfgang Schäuble über Resilienz und die Frage, wie wir mit persönlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen umgehen sollten 

  • Dass auch der SPIEGEL immer wieder mal meint, dass es wichtig sei, unseren Bundestagspräsidenten interviewen zu müssen, mag ja noch dem journalistischen Anspruch nach Aufklärung und Information geschuldet sein. Dass dann aber nach so vielen Jahrzehnten noch immer nicht bemerkt wird, mit welchen leeren Worthülsen Herr Schäuble hier nur sein eigenes Ego bedient, ist schade. Keine einzige Frage nach der von ihm vor langer Zeit angekündigten Gesetzesinitiative zur Verkleinerung des Parlaments und kein Wort der Scham, wenn das Parlament zur Fragestunde der Kanzlerin nur zu etwa einem Drittel besetzt ist – weil die übrigen Abgeordneten lieber ihren einträglichen Nebengeschäften nachgehen.
    Hans-Jürgen Link, Wuppertal

  • Ich schließe mich dem Spiegel an und sage: Herr Schäuble, ich danke Ihnen für dieses Gespräch; klug, wohltuend, informativ und gelassen.
    Ursula Tannert, Reichenschwand (Bayern)

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe (leserbriefe@spiegel.de ) gekürzt sowie digital zu veröffentlichen und unter www.spiegel.de zu archivieren.

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