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Briefe

Der Corona-Lockdown, Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und Friedrich Merz waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Wochen die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 19/2021

Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Überzeugendes Plädoyer

Nr. 18/2021 Goodbye Lockdown – Wie frei sollen Geimpfte sein? 

  • Ich kann das Geschrei nach Aufhebung der Beschränkungen für Geimpfte nicht verstehen. Das Lamento über den angeblichen Verlust der Grundrechte ist in meinen Augen ein oberflächliches Verständnis von Freiheit. Es gibt kein Grundrecht auf Urlaubsreisen, Fitnessbesuche oder Geburtstagspartys. Man tut fast so, als handle es sich bei den momentanen Freiheitseinschränkungen um existenzielle Verluste wie in Kriegszeiten.
    Albrecht Hofmann, Nisterberg (Rhld.-Pf.)

  • Danke, SPIEGEL, für das überzeugende Plädoyer gegen den Impfneid! Kein Nichtgeimpfter erleidet irgendeinen Nachteil, wenn Geimpfte ihre Freiheitsrechte wieder ausüben dürfen. Und manche Hochbetagte werden hierzu ohnehin nicht mehr lange Gelegenheit haben.
    Sabine Otto-Just und Hans-Joachim Otto, Frankfurt am Main

  • So wie überall wird ein Aspekt total übersehen, der uns von der ersten Priorisierungsstufe massiv belastet: die schwindende Lebenserwartung von uns Alten. Unsere Kinder und Enkel wohnen teilweise weit weg von uns. Noch hätten wir die Lebenskraft, sie zu besuchen. Wir wären nicht im Vorteil gegenüber den Jüngeren mit längerer Lebenserwartung, wenn uns Geimpften unsere Freiheitsrechte zurückgegeben würden, denn für uns kann jeder Tag einer zu wenig sein, der von uns noch zum Reisen oder zum Empfangen von Besuch genutzt werden kann.
    Dr. Dieter Feucht, Metzingen (Bad.-Württ.)

  • Der Artikel war gut recherchiert und sehr aufschlussreich. Tatsache ist: Freiheiten darf man nur nehmen und weiter vorenthalten, wenn dafür triftige Gründe vorhanden sind.
    Dr. med. Wolf-Günter Bernhardt, München

  • Leider sollen wir Geimpfte uns weiter verstecken, damit ja kein Neid aufkommt. Man gönnt uns über 80-Jährigen nicht ein paar lächerliche Wochen früher wieder zurück zu mehr Freiheit. Um unsere altersbedingten Bewegungs- und Gesundheitseinschränkungen beneidet man uns mit Sicherheit auch nicht.
    Manfred Sailer, Bad Feilnbach (Bayern)

  • Unsere vor drei Wochen erfolgte Zweitimpfung hat tatsächlich unseren Blick auf den Zeitpunkt der Wiedergewährung unserer eingeschränkten Freiheiten verändert. Meine Frau und ich – 65 und 68, Risikogruppe – erwarten jetzt umgehend unsere »Impfdividende«, und fühlen uns nicht schlecht dabei; haben wir uns doch in den zurückliegenden 14 Monaten ungeachtet der behördlichen Einschränkungen sehr zurückgenommen, vor allem auf Reisen, Begegnungen und Kontakte verzichtet, auch als sie noch erlaubt waren.
    Paul Glass, Fichtenberg-Erlenhof (Bad.-Württ.)

  • Leider wurde versäumt, auf die Problematik der Erstgeimpften näher einzugehen. Es handelt sich bei ihnen um merkwürdige »Zwischenwesen«, faktisch geimpft und doch mit Nichtgeimpften ordnungsrechtlich völlig gleichgestellt und noch schlimmer: vor sich eine quälend lange Wartezeit bis zur erlösenden Zweitimpfung.
    Detlef Herrig, Weiden (Bayern)

  • Während sich die Intensivstationen mit Erkrankten aus benachteiligten Stadtteilen und Gesellschaftsschichten füllen, sind in vielen wohlhabenderen Stadtvierteln merkwürdig viele jüngere Menschen bereits geimpft. Für meine Haltung, dass ich warte, bis ich an der Reihe bin, muss ich mich in meinem Bekanntenkreis zum Teil sogar schon rechtfertigen.
    Dr. Katrin Köhl, Stuttgart

  • Mehr Freiheiten für Geimpfte schürt einen Generationenkonflikt. Für die Jungen haben die Einschränkungen des öffentlichen Lebens den größten Verzicht bedeutet, da ihnen Möglichkeiten für wichtige Lebenserfahrungen für die persönliche und berufliche Zukunft fehlten. Ein Jahr ist für Jugendliche ein langer Zeitraum mit prägenden und bedeutenden Erlebnissen.
    Ralf Daum, Regensburg

Dem Baerbock-Hype verfallen?

Nr. 17/2021 Leitartikel: Noch kommt die Grüne Annalena Baerbock mit Floskeln durch, lange wird das nicht mehr gut gehen 

  • Die Skepsis gegenüber dem unaufhaltsamen Raketenaufstieg von Annalena Baerbock verdient ihre Berechtigung. Schließlich hat schon der Hype um Martin Schulz gezeigt, dass es äußerst schwer ist, den hohen Erwartungen gerecht zu werden, wenn man erst einmal in die Sphäre eines Personenkults eintritt.
    Rasmus Helt, Hamburg

  • Für ein seriöses Magazin ist es nicht angemessen, schon wenige Tage nach ihrer Ernennung Frau Baerbock mit derartiger Kritik bis hin zu Häme zu überziehen. Jedem Neuen gib man eine gewisse Frist.
    Jürgen Schmücker, München

  • Es ist verblüffend, wie nahezu alle Medien nun in einen Baerbock-Hype verfallen und sogar das Fehlen jeglicher Regierungserfahrung – ein einmaliges »Kriterium« in der Geschichte bundesdeutscher Kanzlerschaften – in einen mindestens partiellen Vorteil umdeuten.
    Wolfgang Jäkel, Heidenheim (Bad.-Württ.)

  • Annalena Baerbocks Auftritt beim Programmentwurf der Grünen wirkte wenig überzeugend, eher schulmeisterlich. Gesellschaftliche Gesamtverantwortung in diesem derzeit überaus turbulenten Zeiten verlangt mehr als gute Absichten und Sicherheit auf dem Trampolin.
    Atti Griebel, Berlin

  • Ich kann mich nur wundern, dass man Frau Baerbock so madig macht. Es geht doch um die Politik der Zukunft, eine klimafreundliche, umweltfreundliche Politik, eine Politik für den Natur- und Artenschutz. Eine ethische, moralische, humane, ökologische und vor allem soziale Politik geht nur mit den Grünen in Regierungsverantwortung. Dabei ist es mir persönlich total egal, wer Kanzler wird.
    Petra Lorenz, Köln

  • Den Anspruch, bei der Bundestagswahl die absolute Mehrheit der Wähler(*)innenstimmen für ihre Partei zu gewinnen, hat die grüne Kanzlerkandidatin Baerbock hoffentlich nicht. Warum redet sie also nicht Tacheles? Wer so viel verändern will, kommt doch gar nicht daran vorbei, zahlreichen Bürger(*)innen auf die Füße zu treten.
    Uwe Tünnermann, Lemgo (NRW)

Sehr nebulös

Nr. 17/2021 Unser Kollege hat mit Annalena Baerbock studiert – eine Erinnerung 

  • Schön, dass Ihr Redakteur Frau Baerbock von früher kennt. Die meisten Politiker waren mal jung. Richtig dankbar bin ich aber dafür, dass keiner Ihrer Redakteure ein bauchfreies Foto von Laschet oder Scholz im Schrank gefunden hat.
    Oliver Lange, Aerzen (Nieders.)

  • Was soll das für eine journalistische Qualität sein, die der SPIEGEL da abgedruckt hat? Startend mit einer Entschuldigung im Inhaltsverzeichnis, Annalena Baerbock mag es hoffentlich nicht verärgern, dann eine bebilderte, sich wiederholende Darstellung eines Studentenlebens mit hohem Feier- und Alkoholanteil. Ich bin davon überzeugt, Rudolf Augstein hätte euch das um die Ohren gehauen – mit Recht.
    Thomas Richter, Herne (NRW)

  • Der Artikel ist nicht nur amüsant zu lesen, sondern vor allem auch sehr informativ. Eine bessere Personenbeschreibung kann man sich wohl als Betroffene selbst, aber auch als verantwortungsbewusster Wähler kaum wünschen. Was kann einem Staat wie Deutschland eigentlich Besseres passieren als eine selbstbewusste, zielorientierte und empathische Regierungsspitze?
    Manfred Krimbacher, Kitzbühel (Österreich)

  • Private Fotos und Geschichten aus der Jugend von einer Freundin preisgeben, auf deren Hochzeit er sogar eingeladen war? Das ist einfach nur schlechter Stil.
    Burcu Altay Akman-Haupt, Leese (Nieders.)

  • Ich frage mich, was ist der Inhalt des Artikels? Auf drei Seiten erfahre ich nicht mehr, als wo und wann Frau Baerbock angefangen hat zu studieren und wen sie geheiratet hat. Das ist für mich sehr nebulös. Wenn ich mir ihre Vita auf Wikipedia anschaue, erfahre ich gefühlt zehnmal mehr über die Person.
    Marcus Straubing, Potsdam

Voll ins Schwarze

Nr. 17/2021 Kolumne: Der gesunde Menschenverstand

  • Da schreibt Markus Feldenkirchen in üblich treffender und ironisch gewürzter Weise etwas über den Umfragenwahn. Und was macht der SPIEGEL direkt danach: Zahlensalat mit jeder Menge Spekulatius aus einer direkt nach dem CDU-Zweikampf zwischen Laschet und Söder erhobenen Umfrage.
    Wolfgang Frings, Düsseldorf

  • Wie lässt sich eigentlich der Widerspruch erklären, dass unsere PolitikerInnen bezüglich ihrer Entscheidungen fast permanent Meinungsumfragen folgen, aber bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie die ziemlich präzisen Berechnungen und Vorhersagen der Wissenschaft scheinbar vorsätzlich ignorieren? Woher kommt diese paradoxe Idiotie?
    Florian Lahmann, Peine (Nieders.)

  • Glückwunsch! Die Kolumne von Markus Feldenkirchen trifft voll ins Schwarze. Schon die Überschrift ist ein kleiner Geniestreich.
    Friedrich Ressel, Stuttgart

  • Der SPIEGEL hat viele gute Redakteure, einer der besten ist der Autor der Kolumne, Markus Feldenkirchen. Deshalb lese ich das Magazin nach 40 Jahren immer noch.
    Gerhard Gollner, Selb (Bayern)

Unerschütterliche Überheblichkeit

Nr. 17/2021 Friedrich Merz erklärt im SPIEGEL-Gespräch, warum er seinen alten Rivalen Armin Laschet als Kanzlerkandidaten unterstützt 

  • Jetzt schätzt Herr Merz das Urteilsvermögen von Peter Altmaier sehr – wie glaubwürdig ist denn diese Aussage? Es ist nur wenige Monate her, da wollte er ihn aus dem Bundeswirtschaftsministerium vertreiben.
    Heinz-Werner Rinn, Heuchelheim (Hessen)

  • Als Selbstsicherheit getarnte Arroganz nebst scheinbar unerschütterlicher Überheblichkeit – Friedrich Merz im SPIEGEL-Gespräch.
    Klaus Wellhardt, Essen

  • Herr Merz verkennt zentrale Probleme der Klimapolitik. Er bezeichnet die Grünen als Ein-Themen-Partei, die jede Politik dem Klimawandel unterordnet. Der Temperaturanstieg folgt einem unbezweifelbaren Naturgesetz und wird unser aller Zukunft prägen. Den Klimawandel kann man nicht beenden, sondern nur mit größtem Aufwand verlangsamen.
    Dr. Jürgen Onken, Hude (Nieders.)

  • Friedrich Merz bemängelt die nicht vorhandene Regierungserfahrung von Annalena Baerbock und verschweigt, dass ihm so etwas auch fehlt. Mangelnde Berufserfahrung bei einer 40-jährigen Berufspolitikerin als Argument gegen ihre Eignung als Kanzlerin ins Feld zu führen ist kleinkariert.
    Klaus Reisdorf, St. Paulet de Caisson (Frankreich)

  • Es freut mich sehr, wenn Herr Merz sich dafür einsetzt, dass die Wildwestmanieren beim Umgang mit den prägenden Strukturen der deutschen Sprache, die nicht nur der Minderheit der Gender-Fans, sondern der Mehrheit aller anderen Bürgern zu eigen ist, unterbunden werden.
    Winfried B.+ Boczki, Bonn

Nr. 17/2021 Hilferufe aus den Kliniken – das Personal arbeitet am Limit 

  • Ich fürchte, dass die angespannte Situation in Verbindung mit einer absolut mangelhaften Bezahlung (Beifall von Balkonen ist kein Ersatz) zum Ausbrennen des Pflegepersonalbestandes führen wird.
    Jürgen Koritz, Paderborn

Nr. 17/2021 Wie kann ein ökologischer Umbau der Landwirtschaft gelingen? 

  • Hoffentlich dämmert es auch langsam den etablierten Parteien, dass mit der herkömmlichen Landwirtschaft noch mehr Höfe sterben.
    Jakob Förg, Augsburg

Nr. 17/2021 Amerikanische Firmen wollen Touristen ins All schießen 

  • Angesichts der Tatsache, dass ein Malle-Urlauber verlegen auf seinen CO₂-Fußabdruck blicken soll, habe ich die Antwort auf Ihre Frage, wer sich das Vergnügen eines Weltraumflugs leisten kann: wir uns alle nicht.
    Matthias Suchy, Berlin

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe (leserbriefe@spiegel.de ) gekürzt sowie digital zu veröffentlichen und unter www.spiegel.de zu archivieren.

Korrektur

Zur Titelgeschichte »Aus der Zeit gefallen«  in Heft 15/2021, Seite 9: Im Text steht fälschlicherweise, dass Ministerpräsident Armin Laschet entschied, Möbelhäuser in Nordrhein-Westfalen Ende April 2020 zu öffnen, während die Corona-Infektionszahlen stiegen. Tatsächlich sanken die Infektionszahlen zu dieser Zeit.

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