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Artikel 58 / 59

Briefe

Die Grünen, Franziska Giffey, Ostdeutsche und Porsche waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Wochen die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 23/2021

Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

  • Es ist gruselig, wie den Grünen – und besonders Annalena Baerbock – inzwischen der Gegenwind entgegenschlägt. Auch der SPIEGEL wird zunehmend überkritisch und sucht in immer neuen Artikeln kontinuierlich mit der Lupe nach »Verfehlungen« der Grünen und ihrer Kanzlerkandidatin. So wird Stimmung gemacht, das ist nicht neu. Medien haben schon des Öfteren Politiker heruntergeschrieben.
    Werner Matrisch, Köln

  • Wieder ein Beispiel dafür, wie schnelllebig die Politik inzwischen ist: Da ist Annalena Baerbock auf dem Titel von SPIEGEL-Ausgabe Nummer 17 noch als strahlende Erfolgsgestalt abgebildet, die eigentlich nur noch gelassen auf die Überreichung ihrer Ernennungsurkunde zur Bundeskanzlerin warten muss. Nun, gerade einmal fünf Ausgaben später, steht sie auf dem Titelbild zerzaust im Gegenwind.
    Dietmar Brummack, Elmenhorst (Schl.-Holst.)

  • Wieder einmal ein geniales Titelbild! Das erspart mir die Lektüre jeglichen oberschlauen Kommentars.
    Luise Teubner, Lahr (Bad.-Württ.)

  • Mit Ihrer Titelseite stricken Sie scheinbar unverdrossen an der seit Jahrzehnten beliebten Erzählung von den traumtänzerischen Grünen, die mit ihren »Idealen« in der rauen Wirklichkeit nicht zurechtkommen. Im Heft beklagen Sie dann aber den »Superpragmatismus« der Landesregierungen, an denen diese Partei beteiligt ist. Wie man's macht, ist's verkehrt.
    Hans Cronau, Hannover

  • Wenn man sich die sogenannte Friedenspolitik der Grünen und ihr Abstimmungsverhalten in Sachen Aufrüstung, Rüstungsexporte und Auslandseinsätze der Bundeswehr ansieht, dann ist von der früheren »Friedenspartei« nicht viel übrig geblieben.
    René Osselmann, Magdeburg

  • Annalena Baerbock sollte in der Partei die Strukturen weiterentwickeln, damit andere Kandidaten nicht auch in solche Fettnäpfchen treten wie sie mit ihren nachgemeldeten Einkünften. Es wirkt abschreckend, dass eine Partei so wenig Strukturen zu haben scheint, dass solche Fehler überhaupt passieren können. Beim Wähler, der in Laschet und Scholz keine Alternativen sieht und auch nicht Nichtwähler sein möchte, bleibt die Verunsicherung, ob nicht sonstige Dinge auch vernachlässigt werden.
    Christoph Wersig, Neuötting (Bayern)

  • Leider klaffen, wie Sie es beschreiben, nicht selten extreme Lücken zwischen Anspruch und Wirklichkeit grüner Politik. Die Erläuterungen dazu haben dankenswerterweise Ihre Autoren übernommen. Frau Baerbock sowie desillusionierte Wählerinnen und Wähler werden sich bei Ihnen bedanken.
    Dr. Mohammad Behechtnejad, Winsen an der Luhe (Nieders.)

  • Nicht ideologischer Starrsinn bringt uns voran, sondern der Wille zum Kompromiss in der Sache! Ich denke, Baerbock, Habeck und die Mehrheit der Grünen sehen das trotz aller Ideale nicht anders.
    Rüdiger Reupke, Isenbüttel (Nieders.)

  • Kaum haben die Grünen Baerbock als Spitzenkandidatin für die nächste Wahl nominiert, versuchen insbesondere CDU-Politiker, bei ihr Fehler festzustellen und in die Öffentlichkeit zu transportieren. Diese Leute haben bei der Suche nach Splittern in Baerbocks Auge scheinbar die Balken in den eigenen Augen übersehen.
    Günter Steinke, Wiesbaden

Jodeln erfordert eine hohe Eigenleistung

Nr. 21/2021 Kolumne: Frau Giffeys Jodeldiplom

  • Hier sind einige Argumente in Schieflage. Der Autor hat zwar recht, wenn er schreibt: »Ob Franziska Giffey nun einen Doktortitel oder ein Jodeldiplom besitzt, ist für mich als Bürger und (Berliner) Wähler nicht entscheidend.« Es sollte für ihn aber zumindest von großer Bedeutung sein, ob Frau Giffey als Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahlen sich eines Täuschungsversuchs schuldig gemacht hat. Dabei geht es nicht um Titelsucht, sondern moralische Integrität.
    Dr. Elmar Dod, Hamburg

  • Hat der Autor es nicht verstanden? Oder schreibt er so, weil er selbst keinen Doktortitel hat? Niemand wirft Giffey und anderen Plagiator:innen vor, dass sie keinen Titel haben. Das Problem ist, dass sie einen haben, ohne ihn zu verdienen. So ein Schwindel fällt auf die Person zurück, zu Recht und egal, welche Politik sie vertritt. Ich finde es überhaupt nicht verstörend, dass es Menschen gibt, die solchen Missbrauch aufdecken.
    Anna Siebacher, Basel

  • Es ist für mich ein Rätsel, warum ausgerechnet ein Autor des SPIEGEL wissenschaftlichen Fälschungen das Wort redet, indem er die Entdecker der Zitierfehler als »moralische Scharfrichter« bezeichnet. Bei einer Doktorarbeit zu betrügen ist Diebstahl geistigen Eigentums. Hat der SPIEGEL aus seinem eigenen Fälschungsskandal, der Relotius-Affäre, nichts gelernt?
    Rainer Werner, Berlin

  • Ein wichtiger Aspekt kommt meines Erachtens in der ganzen Diskussion zu kurz. Ich kann nicht verstehen, warum der Doktorand auf der »Anklagebank« sitzt. Der Titel ist ihm doch – ich hoffe, nach reiflicher Prüfung – verliehen worden, und zwar von der Universität. Offensichtlich prüfen die vorher nicht oder nur schlampig. Ich bin der Meinung, die Universitäten müssten mehr zur Verantwortung gezogen werden.
    Rüdiger Schulz, Ellerau (Schl.-Holst.)

  • Wie rührend, dass Markus Feldkirchen das Jodeldiplom mit Frau Giffeys Doktorarbeit verbindet. Jodeln muss man auch anderen nachmachen, erfordert aber eine hohe Eigenleistung.
    Helmut Butzmann, Hamburg

  • Der Versuch, sich eine Doktorarbeit zu erschummeln oder sich eine Doktorarbeit auf einem möglichst einfachen Weg zu besorgen, verrät mir vor allem eines über den Politiker oder die Politikerin: Da ist jemand, der möchte mehr sein, als er ist, der geht notfalls auch illegale Wege, um sein Image aufzupolieren und seine Ziele zu erreichen.
    Dr. Jan-Christian Schwarz, Harrislee (Schl.-Holst.)

Nr. 21/2021 Digitalstaatsministerin Dorothee Bär twittert viel, schafft sonst aber wenig 

  • Ihr kritischer Bericht ist nur allzu berechtigt – aber er kommt leider viel zu spät. Spätestens als die Kanzlerin die beiden fachlichen Laien, den Mediziner Helge Braun und die Politologin Dorothee Bär, mit der Zuständigkeit für das enorm wichtige Zukunftsthema Digitalisierung betraute, hätten die Alarmglocken schrillen müssen.
    Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann, Berlin

Nr. 21/2021 Binance ist die weltgrößte Börse für Bitcoin und Co. – und kaum kontrollierbar 

  • Was bleibt, kann die Einsicht sein, dass Bitcoin vielleicht die erste digitale, aber sicher nicht die letzte Pyramide war. Die Hoffnung, dass alle reich werden können, ist so unsterblich wie der Glaube, dass alle in den Himmel kommen können.
    Wolfgang Jedliczka, Sundbyberg (Schweden)

Nr. 21/2021 In einem französischen Dorf regieren seit 100 Jahren die Kommunisten 

  • Diese meisterliche Verknüpfung aus dem Kleinen ins Große und wieder zurück ins Kleine ist Ihnen ganz hervorragend gelungen. Auch wenn ich natürlich nicht all Ihren Schlussfolgerungen folgen möchte, hat es mich sehr berührt, auf wenigen Zeilen in das Leben der Menschen in Le Martinet einzutauchen.
    Johannes Smettan, Erfurt

BRD gut, DDR schlecht?

Nr. 21/2021 Warum mischen Ostdeutsche so laut in politischen Debatten mit? 

  • Der Beitrag dokumentiert, dass unser Land auch 30 Jahre nach der deutschen Einheit ein weitgehend gespaltenes Land ist. Die Leute im Osten ticken anders als die im Westen. Viele Ostdeutsche schweigen zum aktuellen politischen Szenario, oft aus früheren schlechten Erfahrungen heraus, oft auch, da man nicht mehr bereit und willens ist, sich politisch zu engagieren. Man bleibt dann lieber in der Nische. Wünschenswert wäre es, wenn man die Deutschen mit DDR-Erfahrung nicht immer wieder als festgefrorene, bornierte Menschen darstellen würde. Ich kenne viele, die haben sich super vom DDR-Staat auf die heutige Gesellschaft umgestellt. Die Leute im Osten sind oft viel flexibler als ein Großteil der Menschen, die im Westen aufgewachsen sind oder nur die westliche Gesellschaft kennen.
    Frank Wunderlich, Nöbdenitz (Thüringen)

  • Der Osten wurde nach der Wende von Anfang an nach westdeutschen Maßstäben beurteilt. Stasi, Mauer, marode, unwissend – so einfach war das Bild der DDR. Dass aus dieser Denkweise langfristig viele Probleme und Dissonanzen entstehen werden, war vorhersehbar. Auf die Idee, dass man etwas vom Leben in der DDR lernen kann, kam man natürlich nicht. BRD gut, DDR schlecht. Auch die Medienlandschaft ist westdeutsch geprägt: Wenn ich heute überregionale Zeitungen lese, dann wird der Osten vorwiegend als Problem dargestellt. So erklärt sich manche Entwicklung von selbst.
    Ines Herrmann, Dresden

  • In seinem Essay tut der Autor genau das, wovor er zu dessen Beginn warnt, nämlich jeden innergesellschaftlichen Konflikt entlang der Ost-West-Achse zu verorten. In seiner Analyse der ostdeutschen Befindlichkeiten hat er sicher größtenteils recht. Jedoch ausgerechnet die angeführten Intellektuellen als Beleg hierzu anzuführen halte ich für völlig unzutreffend. Deren jeweilige Beiträge haben mit Ost und West nicht das Geringste zu tun, sondern sind in all ihrer Unterschiedlichkeit der Themen mehr oder weniger kluge Beiträge zu unserer heutigen bundesdeutschen Wirklichkeit.
    Margot Degand, Freiburg

  • Selten einen solch diffamierenden Artikel über den Osten Deutschlands gelesen. Wer also nicht der vom kosmopolitischen Akademikermilieu vorgegebenen Weltsicht der Diversität, Migration und Gendersternchen folgt, wird der Schicht der »kleinen Leute« zugeordnet. Vielleicht sind Ihrem Autor, bei aller Anbiederung an sogenannte intellektuelle Schichten, Begriffe wie kritisches Denken, Hinterfragen und Meinungsfreiheit verloren gegangen, oder sind diese unter dem Oberbegriff »Widerborstigkeit« zusammengefasst?
    Barbara Böckenhüser, Marl (NRW)

  • Leider bleibt der Autor selbst in seiner Perspektive des kosmopolitisch-urbanen Akademikers verhaftet: Anders als er empfinden viele der von ihm jovial »kleine Leute« genannten Menschen keineswegs einen »Mangel« an progressiven Meinungseliten, sondern sie begegnen den intellektuellen Hegemonialansprüchen selbst ernannter Vordenker mit Skepsis. Was ist daran problematisch? Insbesondere ältere Ostdeutsche haben bereits ihre Erfahrungen mit einer »bewussten Vorhut«, und so reagieren manche auf diesen Slang allergisch.
    Till Eberle, Merzig (Saarl.)

Fast schon Kabarett

Nr. 21/2021 Porsche sucht Frau 

  • Als ich den Artikel gelesen habe, habe ich mich erst geärgert, aber dann habe ich die Perspektive gewechselt und mich gefreut: Echte Gleichberechtigung bedeutet, dass auch Frauen sich mit chauvinistischem Gebalze blamieren können. Ich frage mich zwar immer noch, was der Beitrag generell im SPIEGEL zu suchen hat, aber ich gratuliere zu einem wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer gleichberechtigten Gesellschaft.
    Alexandra Witjes, Düsseldorf

  • Michaela Schießl braucht eigentlich keinen Porsche für einen starken Auftritt. Sie schafft das vielmehr mit ihren famos lässigen Sprachschöpfungen. Ihr Schreibstil ist ein Hochgenuss.
    Peter Hülcker, Norderstedt (Schl.-Holst.)

  • Auch wenn ich mich bei einigen Porschefans unbeliebt mache: ein unglaublich witziger Artikel. Selten so gelacht – das ist fast schon Kabarett.
    Thomas Hämmerle, Mössingen (Bad.-Württ.)

  • Wieso schreibt eine Frau diesen peinlichen Artikel, und warum druckt der SPIEGEL ihn ab? Warum sollen Frauen vom Kauf eines Porsche, dieser lauten Dreckschleuder, überzeugt werden? Aha, damit sollen wir unter anderem Männer beeindrucken, die auf dem Parkplatz aus ihrem »Golf Kombi krabbeln«. Waren wir da nicht schon einmal weiter und wollten mit Kompetenz, Kreativität und Empathie überzeugen?
    Dr. Renate Kreibich, Berlin

  • Ich bin hier vollkommen ratlos: Ist das jetzt eine bezahlte Werbung? Ich war mir sicher, den Vermerk auf einer der beiden Seiten zu finden – oder ist es ein feministischer Artikel, durch den Zeittunnel ins Heft gereist, zu Besuch aus einer Ära, als die TV-Serie »Sex and the City« noch rote Ohren erzeugen konnte?
    Michael Masula, Wien

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