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Leserbriefe Zu viel Schwarzmalerei

Die Coronapolitik der Bundesregierung, gierige Abgeordnete, die deutsche Rechtschreibung und ein Interview zum Glücklichsein waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Wochen die meisten Zuschriften erhalten haben.
aus DER SPIEGEL 13/2021

Patrick Mariathasan für den SPIEGEL

Zu viel Schwarzmalerei

Nr. 12/2021 – Schimpf und Schande – Die neue deutsche Unfähigkeit 

Bundeskanzlerin Merkel

Bundeskanzlerin Merkel

Foto: Michael Kappeler / dpa
  • »Die deutsche Spitzenpolitik gebärdet sich in der Coronakrise als angstvoll aufgeblasener Kugelfisch, der von seinem Gegner hilflos herumgestoßen wird und augenrollend durchs Wasser treibt.«
    Rainer Heppe, Konstanz (Baden-Württemberg)

  • Die Titelstory bringt es auf den Punkt: Die Pandemie zeigt die Unzulänglichkeit der Politik! Nach all den Skandalen und Pannen sei die Frage erlaubt: Wie viel Wissen und Gewissen braucht ein Mensch, der in der Politik tätig ist?
    Michael Hölzer, Riedstadt (Hessen)

  • 15 Autoren laden in epischer Breite ihren ganzen Unmut über die Zustände, Fehleinschätzungen und nicht eingehaltenen Versprechungen während der Coronakrise bei uns Lesern ab ... Es ist geradezu enttäuschend, seit Wochen dieses Bombardement aus den Kanonen der Schwarzseher ertragen zu müssen.
    Karl Riedmüller, Stuttgart

  • Der SPIEGEL-Titel spricht mir aus der Seele: Deutschland erstickt und scheitert an seiner Hyper-Bürokratie und egoistischen Kleinstaaterei. Der von Pöstchen sichernden Lokalpatrioten laut gepriesene Föderalismus versagt aktuell in der Pandemiebekämpfung ebenso kläglich wie zuvor schon in der Bildungs-, Energie- und Verkehrspolitik.
    Jens Rotermund, Hamburg

  • Als treue SPIEGEL-Leser sind wir zunehmend verärgert und enttäuscht über Ihre besserwisserische und überhebliche Berichterstattung und die ständige Politikerschelte. So erreicht man bei der Bevölkerung keine Zustimmung für die notwendigen Maßnahmen. Die Pandemie verlangt sowohl von Politikern als auch von uns Bürgern sehr viel ab.
    Renate und Peter Full, Augsburg

  • Das Ganze erinnert an ein Formel-1-Rennen: Man beschließt, ein Rennen zu fahren, sagt, wann und wo gefahren wird. Dann wird die Startliste veröffentlicht, und die Rennstrategien werden entwickelt. Und wenn es dann endlich losgehen soll, stellt man fest, dass kein Benzin da ist.
    Silke Seidenspinner, Böttigheim (Bayern)

  • So langsam sollte beim SPIEGEL mit der Schwarzmalerei und Besserwisserei aufgehört werden. Man stelle sich vor, welchen Aufschrei es in Europa gegeben hätte, würde sich Deutschland an der EU vorbei selbst um die Impfstoffbeschaffung kümmern.
    Wilfried Korff, Waldkirch (Bad.-Württ.)

  • Ich widerspreche energisch der Feststellung, dass es allein die Verpflichtung des Staates ist, die Bürger »mit aller Macht zu schützen«. Wenn ich dem Staat die Verantwortung für mich vollständig übertragen will, ziehe ich nach China. Auch die Bürgerinnen und Bürger bestimmen, wie die Pandemie unsere Demokratie verändern wird.
    Gernot Hilge, Münster

  • Bemerkenswert ist, dass der SPIEGEL fast ein Jahr benötigt hat, um auf die massiven Fehlentwicklungen bei der Bewältigung der Coronapandemie hinzuweisen, obwohl diese schon länger für objektive Beobachter erkennbar sind. Die Rolle der Medien in den zurückliegenden Monaten sollte deshalb ebenfalls dringend bewertet werden.
    Klaus Philippi, Neuwied (Rhld.-Pf.)

  • Die Coronapolitik der Bundesregierung gleicht einer komplexen mathematischen Gleichung, bei der sich in einem der Zwischenschritte ein Fehler eingeschlichen hat. Selbst wenn danach richtig weitergerechnet wird, kann kein richtiges Ergebnis mehr herauskommen.
    Michael Kiefer, Donaueschingen (Bad.-Württ.)

Unfassbar reinigend

Nr. 11/2021 – Deutschland ruhte sich zu lange auf seinem Erfolg aus – jetzt gerät die Republik ins Hintertreffen 

Berliner Pannenflughafen BER

Berliner Pannenflughafen BER

Foto: Lutz Jaekel / laif
  • Wenn oben Ullrich Fichtner steht, ist unten Ullrich Fichtner drin – nämlich immer große Klasse! Und dann freut man sich auf seine alten Tage, einst mit der Fackel in der Hand für Rudolf Augstein demonstriert zu haben.
    Manfred Herbold, Mannheim

  • Der Essay von Herrn Fichtner strotzt nur so vor Besserwisserei und ist der schlechteste, den ich seit Jahren gelesen habe. Sie werfen alles in einen Topf: Autoindustrie, E-Mobilität, autonomes Fahren, Großprojekte, Verkehrspolitik, Impfdebakel und so weiter. Aber völlig undifferenziert.
    Martin Hanten, Koblenz

  • Immer wenn ich mein SPIEGEL-Abo wegen flacher Artikel kündigen möchte, kommt doch noch so ein Artikel, der das Abo lohnt. Kompliment, dem ist kaum etwas hinzuzufügen.
    Holger Brunkhorst, Reichelsheim (Hessen)

  • Genau genommen wirkt Ihre »Nestbeschmutzung« unfassbar reinigend. Dieser Essay ist klar, wahr und hervorragend strukturiert, kurzum ein Meisterwerk. Ich kann mir keine Parteizentrale vorstellen, die nicht eimerweise Honig aus ihrer verblüffend schlauen Analyse saugen könnte.
    Michael Schumacher, Niedert (Rhld.-Pf.)

  • Einige Tage nachdem ich den hervorragenden Essay gelesen habe, stieß ich auf ein Zitat von Alexis Tocqueville, was ich dazu sehr passend fand: »Der Gang der Politik gleicht dem Fluge eines Drachens, dessen Bahn von dem Winde, der ihn treibt, und der Schnur, die ihn hält, abhängig ist.«
    Hannah Lüsgen, Bonn

  • Was wollte man gegen Ihre »Nestbeschmutzung« ins Feld führen. Ja, es braucht diesen Artikel. Weil es meinen Kindern und Enkeln ebenso gut gehen soll wie mir. Hoffentlich schmerzen manchen die Zehen ordentlich, denen Sie auf die Füße getreten sind.
    Hans Neubig, Goldkronach (Bayern)

  • Es wäre wünschenswert, wenn diesem Essay eine Serie von ausführlicheren Artikeln folgen würden. Dabei könnten dann die in vielen Bereichen des Lebens durch staatliches Handeln verursachten Defizite herausgearbeitet werden. Die Auswahl an möglichen Themen erscheint mir nahezu endlos.
    Jochen Ziegler, Bad Dürkheim (Rhld.-Pf.)

  • Vieles im SPIEGEL ist seit Jahren nur noch Mittelmaß. Die herausragenden Schreiber sind selten geworden beim Vorzeigemagazin, die Geschichten oft blass und ohne Relevanz. Aber jetzt zum Artikel: Der war und ist ganz große Klasse!
    Jochen Heidenwag, Stuttgart

Anstand nicht im Repertoire

Nr. 11/2021 – Unionspolitiker zerstören das Vertrauen in die Demokratie 

  • Sie kritisieren zu Recht das undemokratische Verhalten einiger Mitglieder von CSU und CDU. Um als seriöses Magazin aber nicht einseitig zu erscheinen, wären für uns Leser auch Hinweise auf derartige Machenschaften von Mitgliedern anderer Parteien wissenswert – oder gibt es die gar nicht?
    Roland Wieckert, Berlin

  • Als langjähriger SPIEGEL-Leser möchte ich mich für den hervorragenden Leitartikel von Christiane Hoffmann bedanken. Man hat immer mehr den Eindruck, dass die meisten Bundestagsabgeordneten keine Idealisten mehr sind, sondern wegen Privilegien, Diäten und der Altersversorgung im Parlament sitzen.
    Uwe Seifert, Oststeinbek (Schl.-Holst.)

  • Es ist in dieser Situation nicht nachvollziehbar, warum sich die »christlichen« Parteien vor einem Lobbyregister fürchten. Warum soll der Bürger nicht wissen, welche Kontakte und damit eventuell verbundenen Spenden von unseren Volksvertretern genutzt werden?
    Ernst Ratajczak, Berlin

  • Die korrupten Herren, die den Begriff Anstand nicht im Repertoire haben, werden der CSU und CDU hoffentlich bei der nächsten Bundestagswahl einen fulminanten Denkzettel bescheren.
    Dietmar Kawohl, München

  • Volksvertreter(*)innen sind zwar dem Allgemeinwohl verpflichtet, aber bei hohen Geldsummen spielen offensichtlich Anstand und Moral nicht mehr die Hauptrolle. Doch wegen des Fehlverhaltens Einzelner nun die gesamte CDU und CSU zu verurteilen, ist auch nicht gerechtfertigt.
    Udo H. Bauer, Wedel (Schl.-Holst.)

Ein Ausweis für Kompetenz

Nr. 11/2021 – Wie sehr hat sich die Orthografie deutscher Schülerinnen und Schüler verschlechtert? 

  • Was Sie schreiben, ist nun wirklich nichts Neues. Ich habe das alles in einer 15 Jahre umfassenden Langzeitstudie untersucht. Es wäre schön gewesen, wenn Sie und andere das zur Kenntnis genommen hätten.
    Prof. Dr. Gerhard Fritz, Historiker, Murrhardt (Bad.-Württ.)

  • Fehlende Übung, ein sinkender Stellenwert von Rechtschreibung und Leseförderung sind nicht die einzigen Ursachen für die im Artikel erwähnten Defizite. Die Methode »Schreiben nach Gehör« hat viel dazu beigetragen, dass das Lautliche überbetont und die Vermittlung von Regeln, Wortschatzuntersuchungen, Grammatik et cetera in der Rechtschreibung vernachlässigt wurden.
    Gabriele Gottbrath, Rektorin i. R., Gladbeck

  • Eine korrekte Rechtschreibung ist auch ein Ausweis für Kompetenz. In vielen Berufen ist sie sicherlich sekundär, aber wer möchte beispielsweise von einem Mediziner behandelt werden, der bereits in seinem Studium eine miserable Rechtschreibung aufgewiesen hat? In welchen Bereichen mag dieser Mensch sonst noch unpräzise arbeiten?
    Thorsten Klöpper, Spenge (NRW)

  • Die Befunde der Recherche zur Verschlechterung der orthografischen und grammatischen Fähigkeiten von Abiturienten und Studenten kann ich zwar nicht aus eigenen empirischen Projekten, aber aus 100 Semestern ununterbrochener Lehrerfahrung als Germanist bestätigen.
    Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Ernest W. B. Hess-Lüttich, Berlin

  • Oberstufen- und Abiturklausuren in Nordrhein-Westfalen können insgesamt mit 100 Punkten bepunktet werden, dabei fallen gerade einmal drei Punkte auf Rechtschreibung und Zeichensetzung. Es ist daher kein Wunder, dass SchülerInnen ihr Augenmerk nicht auf diesen Bereich legen, zu befürchten haben sie nichts.
    Sarah Ruhnau, Studienrätin, Borken (NRW)

  • In einem Satz des Artikels wird anerkannt, dass hinter einem fehlerhaften Satz ein kluger Gedanke stecken kann. Leider werden bis heute intelligente Schüler ausgesiebt, weil sie aufgrund einer Rechtschreibschwäche nicht in der Lage sind, sich der Duden-Norm zu nähern. Das führt zu zerstörtem Selbstvertrauen, zerstörter Motivation, geknickten Lebensläufen – und viel verlorenem Potenzial für Individuum und Gesellschaft.
    Dr. J. Kiehne, Rottweil (Bad.-Württ.)

Schlag in die Magengrube

Nr. 11/2021 – SPIEGEL-Gespräch mit der Soziologin Christine Hannemann über die Frage, wie viel Platz der Mensch zum Glücklichsein braucht 

Soziologin Hannemann

Soziologin Hannemann

Foto: Martin Stollberg
  • Frau Hannemanns Ansatz ist aus meiner Sicht sehr theoretisch. Sie setzt voraus, dass alle Menschen gleich sind und gleiche Interessen haben. Das wäre nämlich eine Voraussetzung für ein Leben auf kleinstem Raum. Realistisch betrachtet ist jedoch das Gegenteil der Fall: Alle wollen etwas anderes.
    Yvette Sillo, Innenarchitektin, Gau-Bischofsheim (Rhld.-Pf.)

  • Das Thema Wohnen hat der SPIEGEL in dem Gespräch mit Christine Hannemann an der richtigen Seite aufgeschlagen: Es ist hochaktuell für den zukünftigen Umgang mit Grund und Boden und den notwendigen Umbruch der Infrastruktur in Ballungsgebieten.
    Charlotte Waltraut Lemke, Goslar

  • Leider ein schwacher Beitrag zu einem komplexen und sicherlich zu debattierenden Thema. Ich hoffe, Professorin Hannemann hat aktuell kein politisches Mandat. Denn mehr interdisziplinäres Denken und weniger Soziologie-Stammtischpolemik wären zielführender in dieser Debatte.
    Jürgen Claßen, Stadt- und Regionalplaner, Cremlingen (Nieders.)

  • »Vielleicht auch ein eigenes Bad« will Frau Hannemann den Insassen ihrer Gemeinschaftswohnanlagen zugestehen – prima, endlich mal ein innovatives Projekt ohne lange Bewerberschlange!
    Barbara Wittwer, Berlin

  • Das Interview ist ein Schlag in die Magengrube für jeden, der sich den Traum und den Wunsch von den eigenen vier Wänden erfüllt hat.
    Andreas Gerlich, Apelern (Nieders.)

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe (leserbriefe@spiegel.de ) gekürzt sowie digital zu veröffentlichen und unter www.spiegel.de zu archivieren.

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