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Albatrosse: Mahlzeit aus Abfall

Foto: Rebecca Hosking

Natur Müllhalde im Bauch

Zahnbürsten und Plastiksplitter haben in Vogelmägen nichts zu suchen. Trotzdem füttern Albatrosse ihre Jungen mit dem Abfall, der im Ozean schwimmt - aus Versehen. Und deshalb sterben jedes Jahr viele hundert dieser Seevögel.

Am liebsten fressen Albatrosse Tintenfische, Fischeier und kleine Krebse. Die majestätischen Tiere suchen ihre Beute, während sie mit ihren fast zwei Meter langen Flügeln über die Wellenkämme schweben. Kürzlich fand die Biologin Cynthia Vanderlip aus Hawaii all die hier abgebildeten Gegenstände in dem Magen eines toten Albatrosses. Insgesamt entdeckte die Forscherin 306 Teile, viele davon scharfkantig.

Wie konnte eine Zahnbürste, ein Feuerzeug oder ein Flaschendeckel in den Magen dieses Seevogels gelangen? Die Jungvögel werden von ihren Eltern mit den Eiern von Fliegenden Fischen gefüttert. Diese Fische legen ihre Eier normalerweise an festen Gegenständen ab, die im Meer treiben, etwa Stroh oder Treibholz. Doch in der heutigen Zeit treibt da leider jede Menge Plastikmüll. Jedes Jahr landen 6,4 Millionen Tonnen Abfall im Ozean. Das ist so viel, wie 160.000 Lkw laden können.

Der Abfall stammt von Schiffen oder wird von den Flüssen mit ins Meer gespült. Die Albatros-Eltern schnappen sich die Plastikteile mit den daran klebenden Fischeiern, fliegen mit dem Müll zum Nest und stopfen das vermeintliche Futter ihren Jungen in den aufgerissenen Schnabel - weil sie glauben, ihnen damit Gutes zu tun.

Leider sind die Albatrosse nicht schlau genug, um die Fischeier vom Plastikmüll zu trennen. So kommt eine Zahnbürste in den Magen eines Albatrosses. Und so verenden jedes Jahr Hunderte Vögel, weil in ihrem Magen kein Platz mehr ist für richtige Nahrung.

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