Nein sagen Mein Körper gehört mir

In den letzten Wochen ist in Zeitungen und im Fernsehen viel über sexuellen Missbrauch berichtet worden. Kindern macht das Thema oft Angst: Sie fragen sich, ob ihnen auch so etwas passieren könnte. Und viele Erwachsene drucksen herum - es ist ihnen unangenehm, darüber zu sprechen. "Dein SPIEGEL", das Nachrichtenmagazin für Kinder, beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Corbis

1. Teil: Warum ist auf einmal so häufig die Rede von sexuellem Missbrauch?

Ende Januar wurde bekannt, dass vor rund 30 Jahren an einer katholischen Schule in Berlin etliche Kinder von ihren Lehrern missbraucht worden waren. Diese Nachricht hat erst mal viele Leute erschreckt: Die Schule hat nämlich eigentlich einen sehr guten Ruf. Und dass ausgerechnet katholische Pater die Täter waren, machte es besonders schlimm: Von Patern denkt man, dass sie gute Menschen sind. Und von Lehrern erwartet man, dass sie ihre Macht über Schüler nicht für etwas Böses ausnutzen.

An der Berliner Schule war beides nicht der Fall. Nach den ersten Berichten meldeten sich immer mehr ehemalige Opfer, auch von anderen Schulen, aus Internaten und Heimen. Die Schüler von damals sind heute längst erwachsen. Sie hatten jahrelang nichts gesagt. Entweder weil sie dachten, ihnen würde sowieso keiner glauben. Oder weil sie sich schämten.

Doch schämen muss sich nur einer: der Täter. Und nicht das Opfer.



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