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Wahl-Abc für Kinder F wie Fünf-Prozent-Hürde

Jede Partei, die in den Bundestag einziehen will, muss die Fünf-Prozent-Hürde nehmen. Warum gibt es diese Regel und wie funktioniert sie genau?
Von Marco Wedig

Die Fünf-Prozent-Hürde ist so etwas wie der Türsteher des Bundestags. Diese Regel sorgt dafür, dass dort nicht zu viele Parteien hineinkommen. Denn je mehr Parteien beteiligt sind, desto schwieriger wird es, etwas im Bundestag zu beschließen. Das ist ein bisschen so wie bei einem Filme-Abend mit der Familie. Manchmal ist es eh schon schwierig genug, sich auf einen Film zu einigen. Wenn dann auch noch Oma, die Cousinen und der Großonkel dazukommen, findet man nie zu einer Entscheidung. Die Fünf-Prozent-Hürde wurde eingeführt, um das zu verhindern.

Sie funktioniert so: Alle Parteien, die weniger als fünf Prozent aller Zweitstimmen bekommen, schaffen es nicht in den Bundestag. Das bedeutet: Eine Partei muss mindestens jede 20. Zweitstimme bekommen, damit sie es in den Bundestag schafft. Es gibt allerdings eine Ausnahme: Holt eine Partei in drei Wahlkreisen die Mehrheit aller Erststimmen, zieht sie trotzdem in den Bundestag ein.

Das Wahl-Abc
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Die Fünf-Prozent-Hürde ist umstritten. Denn die Stimmen für Parteien, die es nicht über die Hürde schaffen, ­gehen verloren. Das widerspricht der Chancengleichheit.

Manche Leute meinen auch, dass die Hürde dafür sorgen würde, dass immer die gleichen Parteien im Bundestag sitzen. Der Erfolg der Grünen spricht allerdings dagegen. Schließlich sind sie auch mal als kleine Partei gestartet. Und nun haben sie Chancen, die zweitstärkste Kraft im Bundestag zu werden.

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