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Florian Wellbrock gibt Schwimm-Tipps »Videos helfen mir, meine Technik zu verbessern«

In der aktuellen Ausgabe von »Dein SPIEGEL« verraten 14 Sportprofis ihre Tricks. Hier erzählt Florian Wellbrock, warum Schwimmen kein Sport für Einzelgänger ist und welche Trainingseinheiten sich besonders auszahlen.
Ein Interview von Marco Wedig

Schon bevor dieser ganze Mist mit dem Virus losging, hatten sich junge Menschen zu wenig bewegt. Doch die Pandemie machte es noch schlimmer: Kinder saßen zu Hause rum und starrten auf Bildschirme. Während des zweiten Lockdowns verbrachten sie so im Durchschnitt 222 Minuten pro Tag. Das Problem ist: Wer sich zu wenig bewegt, wird schneller krank und fühlt sich öfter mal unglücklich.

Wie Kinder in verschiedenen Sportarten besser werden können und warum sie jetzt unbedingt diese eine Sportart ausprobieren sollten, erzählen ihnen in der neuen Ausgabe von »Dein SPIEGEL« 14 Profis. Hier spricht Schwimm-Star Florian Wellbrock.

Dein SPIEGEL: Für Außenstehende sieht der Schwimmsport vielleicht etwas langweilig aus: Du ziehst deine Bahnen und starrst dabei die ganze Zeit nur auf Fliesen. Was macht für dich den Reiz aus?

Wellbrock: Für mich ist es, auch nach all den Jahren, immer noch eine schöne Abwechslung, ins Wasser zu steigen. Es ist eben ein anderes Element, fast wie ein Paralleluniversum. Unter Wasser nehme ich die Geräusche ganz anders wahr. Ich bin dort nicht mehr der Schwerkraft, die an Land herrscht, ausgesetzt. Wenn ich dann abends nach einem langen Trainingstag aus dem Becken steige, bin ich echt platt. Ich habe dann richtig Kohldampf, zum Beispiel auf eine fette Portion Nudeln. Dann kommt die Zufriedenheit, wenn ich an die vielen Kilometer, die ich an dem Tag abgerissen habe, denke und weiß, dass ich mein Bestes gegeben habe.

Dein SPIEGEL: Wann ist Corona vorbei, Herr Drosten?
Foto: Dein SPIEGEL

Der Virologe Christian Drosten von der Charité Berlin hat schon viele Interviews gegeben, aber das, was Bero und Jakob, beide neun Jahre alt, von ihm wissen wollten, wurde er wahrscheinlich so noch nicht gefragt. Die Kinderreporter wollten unter anderem erfahren, ob er das Coronavirus schön findet, wie Wissenschaftler streiten und was er tun würde, wenn er im Kampf gegen die Pandemie eine Sache allein entscheiden könnte. Das ganze Interview ist in der neuen Ausgabe des Kinder-Nachrichten-Magazins »Dein SPIEGEL« zu lesen, hier kann man das Heft online bestellen:

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Dein SPIEGEL: Ist Schwimmen nur was für Einzelgänger?

Wellbrock: Man kann den Sport natürlich nicht mit Handball oder Fußball vergleichen. Trotzdem ist es für mich ein Teamsport. Ich kämpfe nie ganz allein, bin im ständigen Austausch mit meinem Trainer. In meiner Schwimmgruppe motivieren wir uns gegenseitig. Leute, die gerade erst mit dem Schwimmen anfangen, sollten eh nicht alleine ins Wasser gehen. Vor allem im Freiwasser. Als Anfänger alleine einen See überqueren zu wollen, ist keine gute Idee. Lieber im Schwimmbad starten, wenn ein Bademeister am Becken steht! Ein weiterer Vorteil, wenn man zu zweit trainieren geht: Man kann sich gegenseitig filmen.

Dein SPIEGEL: Wozu ist das gut?

Wellbrock: Beim Schwimmen kann man sich ganz schön vertun. Wir machen mehrmals pro Woche eine Video-Analyse im Training. Ganz oft denke ich beim Anschauen der Videos: »Oh, das hat sich im Wasser viel besser angefühlt, als es jetzt aussieht.« Die Videos helfen mir, meine Technik zu verbessern.

Was brauchst du, Florian Wellbrock?

Zur Orientierung haben wir alle 14 für unsere Titelgeschichte interviewten Sport-Profis auch gefragt: Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie viel Kraft, Konzentration, Mut, Ausdauer und Kreativität brauchst du für deine Sportart? So hat Florian Wellbrock geantwortet.

Foto: Illustration: Rahel Süßkind / Dein SPIEGEL

Was brauchst du?

Kraft: 6

Konzentration: 8

Mut: 4

Ausdauer: 8

Kreativität: 5

Dein SPIEGEL: Hast du einen weiteren Tipp fürs Technik-Training?

Wellbrock: Wir Langstrecken-Schwimmer sind in der Beinarbeit meist etwas schwächer als die Kurzstrecken-Schwimmer. Mein Trainer achtet deshalb darauf, dass wir ausreichend die Beine trainieren. Etwa ein Fünftel meines Trainings besteht nur aus Beinarbeit. Ein weiteres Fünftel nur aus Armarbeit. Der Vorteil: Wenn du in bestimmten Trainingsabschnitten nur die Arme oder nur die Beine trainierst, kannst du besser an der Technik und Koordination feilen. Wer das als Hobbysportler macht, kann über 50 Meter seine Zeit schnell um zwei Sekunden verbessern. Bei mir liegen die Verbesserungen eher im Bereich von Hundertstelsekunden.

Dieses Interview erschien in »Dein SPIEGEL« 06/2022.

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