Foto: Philipp Guelland / epa

Laura Siegemund gibt Tennis-Tipps »Du kannst dich immer zurück ins Spiel kämpfen«

14 Sportprofis verraten in der neuen Ausgabe von »Dein SPIEGEL« ihre Tricks. Hier erzählt Laura Siegemund, wie man seine Schlägerhaltung verbessert und warum Tennis im Kopf entschieden wird.
Von Jonas Kraus

Schon bevor dieser ganze Mist mit dem Virus losging, hatten sich junge Menschen zu wenig bewegt. Doch die Pandemie machte es noch schlimmer: Kinder saßen zu Hause rum und starrten auf Bildschirme. Während des zweiten Lockdowns verbrachten sie so im Durchschnitt 222 Minuten pro Tag. Das Problem ist: Wer sich zu wenig bewegt, wird schneller krank und fühlt sich öfter mal unglücklich.

Wie Kinder in verschiedenen Sportarten besser werden können und warum sie jetzt unbedingt diese eine Sportart ausprobieren sollten, erzählen ihnen in der Ausgabe 06/2022 von »Dein SPIEGEL« 14 Profis. Hier spricht Tennis-Star Laura Siegemund.

Dein SPIEGEL: Hast du wirklich schon mit drei Jahren angefangen, Tennis zu spielen?

Siegemund: Ja, ich habe eine tennisverrückte Familie. Meine Eltern nahmen mich immer mit zum Platz, auch mein älterer Bruder hat gespielt. Ich saß daneben und baute Sandburgen, aber das wurde mir schnell langweilig. Also drückten mir meine Eltern einfach einen Schläger in die Hand.

Dein SPIEGEL: 14 Sport-Profis verraten ihre Tricks
Foto: Dein SPIEGEL

Dreimal pro Woche sollten Kinder so richtig ins Schwitzen kommen, empfiehlt die WHO. Wer sich daran hält, fühlt sich besser, nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf. Aber Sport ist mehr als nur Fitness. Sport ist Teamwork, Wettbewerb, Horizonterweiterung. Und am Ende macht es auch einfach Spaß, einen neu erlernten Skateboardtrick das erste Mal zu stehen, einen perfekten Pass zu spielen oder die Gegnerin beim Judo auf die Matte zu schmeißen. Wie Kinder in verschiedenen Sportarten besser werden können und warum sie jetzt unbedingt diese eine Sportart ausprobieren sollten, erzählen ihnen in der Ausgabe 06/2022 von »Dein SPIEGEL« 14 Profis. Hier kann man das Heft online bestellen:

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Dein SPIEGEL: Muss man so früh anfangen, um eine gute Spielerin zu werden?

Siegemund: Nein, das nicht. Tennis ist ein Sport, den man in jedem Alter beginnen kann. Aber eines darf man nicht unterschätzen.

Dein SPIEGEL: Was wäre das?

Siegemund: Beim Tennis ist Technik alles! Man muss die grundlegenden Dinge beherrschen, sonst macht es keinen Spaß. Wer am Anfang, ohne es zu merken, einen technischen Fehler einbaut, der bekommt den schwer wieder raus.

Dein SPIEGEL: Was genau gibt es zu beachten?

Siegemund: Vieles. Beim Tennis greifen zahlreiche kleine Bewegungen ineinander. Es gibt verschiedene Schläge: Aufschlag, Vorhand, Rückhand und so weiter. Bei jedem Schlag gibt es eine andere Schlägerhaltung, auf die man achten muss.

Dein SPIEGEL: Klingt ganz schön kompliziert.

Siegemund: Tennis ist nicht einfach, das stimmt. Man schlägt ja den Ball nicht nur, sondern läuft auch viel. Ich würde allen Anfängern raten, in einen Verein zu gehen und Tennis mit einem Trainer oder einer Trainerin zu lernen. Dann bekommt man die richtige Technik gezeigt, lernt, den Ball sicher hin und her zu spielen, und kann bald schon gegen andere Spielerinnen antreten.

Was brauchst du, Laura Siegemund?

Zur Orientierung haben wir alle 14 für unsere Titelgeschichte interviewten Sport-Profis auch gefragt: Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie viel Kraft, Konzentration, Mut, Ausdauer und Kreativität brauchst du für deine Sportart? So hat Laura Siegemund geantwortet.

Foto: Illustration: Rahel Süßkind / Dein SPIEGEL

Was brauchst du?

Kraft: 6

Konzentration: 8

Mut: 4

Ausdauer: 8

Kreativität: 5

Dein SPIEGEL: Welchen Tipp hast du noch?

Siegemund: Niemals aufgeben! Tennis wird im Kopf entschieden. Du kannst dich immer zurück ins Spiel kämpfen, auch wenn du schon weit zurückliegst. Du darfst dir aber auch nicht zu sicher sein, wenn du schon viele Punkte Vorsprung hast. Das habe ich gelernt, und das hilft mir auch im normalen Leben.

Dein SPIEGEL: Eure Bälle erreichen Geschwindigkeiten von mehr als 160 Stundenkilometern. Muss man sehr stark sein, um Tennis zu spielen?

Siegemund: Nein, das ist das Schöne am Tennis. Jede Spielerin kann ihre Stärken ausspielen. Es gibt zum Beispiel sehr kräftige Spielerinnen, die schlagen dir den Ball um die Ohren und sind damit erfolgreich. Dann gibt es aber auch die kleineren Spielerinnen. Die sind nicht so stark, aber sehr schnell auf den Beinen. Die erreichen fast jeden Ball und können ihn zurückschlagen. Wenn man eine Person auf der Straße trifft, kann man nie sagen, ob sie eine gute Tennisspielerin ist. Das zeigt sich erst auf dem Platz.

Dieses Interview erschien in »Dein SPIEGEL« 06/2022.

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