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Für Kinder erklärt So gewinnst du bei "Schere, Stein, Papier"

Wer bei "Schnick, Schnack, Schnuck" (oder "Schere, Stein, Papier") gewinnen will, sollte diesen Text lesen. Und möglichst verhindern, dass sein Gegner sich ebenfalls schlaumacht.
Von Ansbert Kneip

Wer muss nach dem Essen den Tisch abräumen? Wer darf als Erster die Spieler einer Mannschaft wählen? Lieber draußen toben oder drinnen rumhängen?

Um bei solchen Fragen nicht zu streiten, kann man durch einen kleinen Wettkampf die Entscheidung herbeiführen: "Schere, Stein, Papier" heißt das Spiel. Es ist auch bekannt als "Schnick, Schnack, Schnuck".

Die Regeln kennt fast jeder: Gleichzeitig zeigen beide Spieler ihre Hand vor. Die Finger bilden entweder eine Schere, einen Stein oder ein Blatt Papier. Nun kommt es drauf an:

Stein schlägt Schere, weil er die Schere verbiegt.

Schere schlägt Papier, weil sie das Papier durchschneidet.

Papier schlägt Stein, weil es den Stein einwickelt.

Jedes Symbol kann also einmal gewinnen und einmal verlieren. Mathematiker sprechen bei so etwas von einem "realen Turnier". Wenn man viele Tausend Runden spielt, müsste man am Ende jeweils ein Drittel aller Runden gewonnen, verloren und unentschieden gespielt haben.

Aber so ist es nicht. Menschen entscheiden sich bei "Schere, Stein, Papier" nicht zufällig für eine Geste. Das haben chinesische Wissenschaftler herausgefunden. Sie untersuchten dafür mehr als 90.000 Spielpartien. Und auch der Weltverband der "Schnick, Schnack, Schnuck"-Spieler (jawohl, den gibt es wirklich) hat gezählt, wie oft welche Geste vorkommt.

Daraus lassen sich ein paar Tipps ableiten. Damit gewinnt man zwar nicht garantiert, aber die Chancen erhöhen sich. 

Tipp 1

Männliche Spieler fangen oft mit Stein an. Gegen so einen Gegner spielt man in der ersten Runde also besser Papier.

Tipp 2

Bei Tausenden Weltmeisterschaftspartien wurde am seltensten die Schere gespielt. Deshalb ist Papier grundsätzlich eine gute Geste. 

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Tipp 3

Der Zweiertrick: Wer gerade gewonnen hat, etwa mit Schere gegen Papier, spielt oft in der nächsten Runde die Siegergeste noch einmal. Also wieder Schere. Für den Verlierer heißt das: In der zweiten Runde sollte er die Geste nehmen, die in der ersten nicht vorgekommen ist. In diesem Fall ist das der Stein.

Tipp 4

Der Dreiertrick: Nur selten spielen Menschen dreimal hintereinander dieselbe Geste. Wenn der Gegner also zweimal hintereinander den Stein gezeigt hat, wird er in der nächsten Runde wahrscheinlich wechseln. Man sollte dann das stärkere der beiden anderen Symbole nehmen. In diesem Fall also die Schere. So erreicht man wenigstens ein Unentschieden.

Manche Kinder spielen "Schnick, Schnack, Schnuck" mit einem vierten Symbol, dem Brunnen. Dadurch ändert sich eine Menge. Denn nun sind die Gewinnchancen nicht mehr gleich verteilt.

Zwei der Gesten gewinnen zweimal:

Brunnen schlägt Stein, Brunnen schlägt Schere.

Papier schlägt Brunnen, Papier schlägt Stein.

Die anderen beiden gewinnen nur einmal:

Schere schlägt Papier.

Stein schlägt Schere.

Schere und Stein sind nun also die schwächsten Gesten. Deshalb ist es besser, Brunnen oder Papier zu zeigen.

Nur: Wenn der Gegner das auch weiß, wird er lieber Papier nehmen – denn damit würde er ja gegen den Brunnen gewinnen. Gegen so einen Gegner verspricht die Schere wieder Erfolg.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Textes haben wir den Ausdruck "Ching, Chang, Chong" benutzt. Daraufhin erreichten uns mehrere Hinweise, dass diese Worte oft als rassistische Zuschreibung verwendet werden. Wir haben sie daraufhin aus diesem Text entfernt.

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