Judoka Theresa Stoll
Judoka Theresa Stoll
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Slavica Ziener / Dein SPIEGEL

Theresa Stoll gibt Judo-Tipps »Wir kämpfen hart, aber immer fair«

In der aktuellen Ausgabe von »Dein SPIEGEL« verraten 14 Sportprofis ihre Tricks. Hier erklärt Judoka Theresa Stoll, wie ein »O-goshi« funktioniert und warum es auch auf die richtige Falltechnik ankommt.
Ein Interview von Jonas Kraus

Schon bevor dieser ganze Mist mit dem Virus losging, hatten sich junge Menschen zu wenig bewegt. Doch die Pandemie machte es noch schlimmer: Kinder saßen zu Hause rum und starrten auf Bildschirme. Während des zweiten Lockdowns verbrachten sie so im Durchschnitt 222 Minuten pro Tag. Das Problem ist: Wer sich zu wenig bewegt, wird schneller krank und fühlt sich öfter mal unglücklich.

Wie Kinder in verschiedenen Sportarten besser werden können und warum sie jetzt unbedingt diese eine Sportart ausprobieren sollten, erzählen ihnen in der neuen Ausgabe von »Dein SPIEGEL« 14 Profis. Hier spricht Theresa Stoll, eine der besten Judoka Deutschlands. Sie wurde Dritte bei der Weltmeisterschaft und holte bei Olympia im Team die Bronzemedaille.

Dein SPIEGEL: Beim Judo geht es darum, den Gegner auf den Rücken zu werfen. Im Training übt ihr das unzählige Male. Tut das nicht furchtbar weh?

Stoll: Nein, überhaupt nicht. Judo sieht zwar oft brutal aus, aber das ist es nicht. Das Erste, was man lernt, ist das richtige Hinfallen.

Dein SPIEGEL: Wie fällt man denn richtig?

Stoll: Es gibt verschiedene Falltechniken. Beim normalen Fallen achtet man auf Körperspannung und schlägt mit dem Arm auf dem Boden ab, damit man nicht unkontrolliert landet. Das schützt uns vor Verletzungen und verhindert, dass der Kopf auf den Boden aufschlägt.

Dein SPIEGEL: 33 Bastel- und Spieletipps
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Dein SPIEGEL: Und erst wenn man das Fallen beherrscht, lernt man, wie man einen Gegner zu Boden bringt?

Stoll: Genau. Aber Schritt für Schritt. Es gibt beim Judo sehr viele verschiedene Wurf- und Hebetechniken. Zum Anfang beginnt man zum Beispiel damit, den »O-goshi« zu lernen.

Dein SPIEGEL: Klingt wie ein Pokémon...

Stoll: »O-goshi« ist japanisch und bedeutet »großer Hüftwurf«.

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So funktioniert der »O-goshi«

Foto: Slavica Ziener / Dein SPIEGEL

Dein SPIEGEL: Warum verbeugt ihr euch immer vor den Kämpfen?

Stoll: Beim Judo ist Respekt enorm wichtig. Judo bedeutet übersetzt »der sanfte Weg«. Es gibt beim Judo grundlegende Werte, an die sich alle Sportler halten. Dazu gehören zum Beispiel Bescheidenheit, Ehrlichkeit und Höflichkeit. Die bekommt man von Anfang an vermittelt. Judo lehrt einen deshalb auch ganz viel fürs Leben.

Dein SPIEGEL: Das heißt, wenn du eine Gegnerin besiegt hast, machst du dich nicht über sie lustig?

Stoll: Nein, auf keinen Fall. Das passt nicht zum Judo. Wir kämpfen hart, aber immer fair und respektvoll.

Was brauchst du, Theresa Stoll?

Zur Orientierung haben wir alle 14 für unsere Titelgeschichte interviewten Sport-Profis auch gefragt: Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie viel Kraft, Konzentration, Mut, Ausdauer und Kreativität brauchst du für deine Sportart? So hat Theresa Stoll geantwortet.

Illustration: Rahel Süßkind

Was brauchst du?

Kraft: 7

Konzentration: 10

Mut: 8

Ausdauer: 6

Kreativität: 9

Dein SPIEGEL: Ist es denn schwer, mit Judo anzufangen?

Stoll: Überhaupt nicht. Sehr viele Vereine bieten Schnupperkurse an. Das Schöne ist: Man braucht nichts außer einem Judogi, das ist unser Anzug, und einer Trainingspartnerin.

Dein SPIEGEL: Allein kann ich Judo also nicht trainieren?

Stoll: Nein, man braucht immer jemanden, mit dem man die Wurf- und Hebetechniken übt. Und da ist es ganz besonders wichtig, sich verschiedene Trainingspartner zu suchen. Sonst weiß man ja schon, wie der andere kämpft, und das wäre ja langweilig. Das Tolle am Judo ist, dass man immer hellwach und konzentriert sein muss. Wenn man eine Sekunde lang nicht aufpasst, legt einen der Gegner auf den Rücken, und der Kampf ist vorbei.

Dieses Interview erschien in »Dein SPIEGEL« 06/2022.

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