Illustration: Mathias Barth

Wahl-Abc für Kinder B wie Bundestag

Was passiert eigentlich im Bundestag, der am 26. September neu gewählt wird? Und kommt das Parlament nur tagsüber zusammen – oder warum heißt der Bundestag so? »Dein SPIEGEL« erklärt's.
Von Marco Wedig

Der Bundestag wird oft als Herz der Demokratie bezeichnet. Denn der Bundestag ist die einzige Einrichtung auf Bundesebene, die direkt vom Volk gewählt wird. Hier versammeln sich die Abgeordneten, die die Interessen der Wählerinnen und Wähler vertreten. So eine Versammlung wurde früher auch Tag genannt. Daher der Begriff Bundestag.

Im Berliner Parlamentsviertel stehen die Gebäude des Bundestags. Hier werden die Gesetze gemacht, die das Zusammenleben in Deutschland regeln. Die Gesetze legen fest, wer wie viel Steuern zahlen muss, was mit den Einnahmen passiert oder wie Kinder vor Cybermobbing geschützt werden können. Ob die Bundeswehr bei einem Einsatz im Ausland mitmachen soll, wird ebenfalls hier entschieden. Eine weitere wichtige Aufgabe des Bundestags ist die Wahl der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers.

Das Wahl-Abc
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Am 26. September ist Bundestagswahl. Was passiert da eigentlich genau? Und warum ist die Wahl so wichtig? Das Kinder-Magazin »Dein SPIEGEL« erklärt es – von A wie Abgeordnete bis Z wie Zweitstimme. Weitere Teile des Wahl-Abc liest du in den nächsten Ausgaben von »Dein SPIEGEL« oder hier.

Außerdem kontrolliert der Bundestag die Regierung, zum Beispiel indem er Fragen stellt, die dann beantwortet werden müssen. Der Bundestag kann die Kanzlerin oder den Kanzler auch wieder aus dem Amt heben. Das geht aber nur, wenn zugleich mehr als die Hälfte der Abgeordneten für eine neue Kanzlerin oder einen neuen Kanzler stimmen.

Die Kanzlerin oder der Kanzler wiederum kann den Bundestag fragen: Vertraut ihr mir noch? Falls die Mehrheit der Abgeordneten Nein sagt, kann der Bundespräsident den Bundestag auflösen, und es gibt Neuwahlen. Der Bundestag kann sich aber nicht selbst auflösen.

All diese Regelungen sollen für eine stabile Beziehung zwischen der Regierung und den Abgeordneten sorgen. So will man häufige Regierungswechsel vermeiden. Die gab es vor etwa 100 Jahren in der Weimarer Republik. Damals waren die Politiker so zerstritten, dass es der Diktator Adolf Hitler leicht hatte, an die Macht zu kommen. Ähnliches wollte man verhindern, als nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues politisches System für Deutschland geschaffen wurde.

Man kann den Bundestag übrigens besuchen. Mehr dazu hier .

Dieser Text erschien in »Dein SPIEGEL« 07/2021.

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