Seitenspringer Die amourösen Abenteuer der Promis

Im Königshaus, im "Oral Office", in der Besenkammer: Affären von Stars und Politikern zertrümmerten Ehen und Karrieren, ganze Regierungen taumelten. Gefährliche Liebschaften und ihre pikanten Details.

Getty Images

Von


Im grellen Scheinwerferlicht trippelt sie am 19. Mai 1962 auf die Bühne im New Yorker Madison Square Garden. Unter Gejohle des Publikums gleitet ihr die Jacke aus feinstem Hermelin von den Schultern. Nun steht sie da wie die Sünde selbst im Glitzerkleid, in das sie sich hineinnähen ließ: schamlos eng, vorn wie hinten tief ausgeschnitten. Die dralle Blondine blickt sich um und sucht den Ehrengast des Abends. Erst haucht sie wortlos ins Mikro, stöhnt und flötet dann das wohl berühmteste Geburtstagsständchen der Geschichte: "Happy… birthday… to you, happy birthday to you, happy birthday, Mister President…..."

Die frivole Gratulantin - es war natürlich Marilyn Monroe, der Ehrengast US-Präsident John F. Kennedy und die Veranstaltung die vorgezogene Feier zu seinem 45. Ehrentag. Nach diesem süßen Song könne er ja in Rente gehen, sagte JFK auf der Bühne. Seine Ehefrau Jackie fehlte an diesem Abend. Wohl nicht ohne Grund. Kennedy und Monroe, dieser ikonischen Schönheit der Fünfziger- und Sechzigerjahre, wurde eine heiße Affäre nachgesagt. Und wer die Szenen sieht, mag kaum daran zweifeln, dass sie für ihn mehr war als nur ein Ständchen singendes Starlet.



Der als Schürzenjäger berüchtigte Kennedy folgte mit seinen zahlreichen Affären einer Familientradition. Bereits sein Vater, der erfolgreiche Geschäftsmann Joseph Kennedy, galt als Playboy mit vielen Amouren, darunter die mit Stummfilmstar Gloria Swanson Ende der Zwanzigerjahre.

Durch spektakuläre Affären machten neben den Kennedys auch viele andere Berühmte und Mächtige von sich reden. Bisweilen war es mehr Showbiz, wie bei Boris Beckers "Besenkammer-Sex" oder Dieter Bohlens Eskapade mit dem "Teppich-Luder" Janina Youssefian und seiner Kurzzeit-Ehe mit Verona Feldbusch.

Manche Liebelei allerdings hatte gravierende Folgen - und das auch schon, bevor Medien jeden Winkel eines Promi-Privatlebens ausleuchteten. So waren Seitensprünge in Adelskreisen jahrhundertelang alltäglich, denn Ehen wurden meist auf dem Papier arrangiert. Das weckte den Fluchtimpuls und führte zu verhängnisvollen Affären.

Heute ein König: Die fesche Tänzerin Lola Montez

Zu den berühmtesten Beispielen der Geschichte zählt das Verhältnis des Bayern-Königs Ludwig I. mit Lola Montez, das ihn im 19. Jahrhundert zu Fall brachte. Die Irin Elizabeth Rosanna Gilbert gab sich als spanische Tänzerin Maria de los Dolores Porrys y Montez aus, genannt Lola Montez, und sorgte für Skandale. Nachdem sich ihretwegen zwei Männer 1846 in Paris duelliert hatten, wurde es ihr zu brenzlig. Sie floh nach München und machte dem König schöne Augen.


Mehr berühmte Seitensprünge? Hier entlang zur Fotostrecke


Die Münchner Hofbühne wollte die dunkelhaarige Schönheit, 25, wegen ihrer mäßigen Tanzkünste und hohen Gagenforderung nicht auftreten lassen. Indes verschaffte König Ludwig, 60, verheirateter Vater von neun Kindern, Lola das Engagement und bändelte mit ihr an, was schnell publik wurde.

Ludwig überschüttete die Tänzerin mit Geld und Schmuck, änderte für sie sein Testament, wollte sie einbürgern lassen. Das Kabinett weigerte sich und dankte am 1. März 1847 geschlossen ab. Erst das Nachfolgekabinett entsprach dem Königswunsch. Ludwig schenkte der Geliebten ein Palais und erhob sie als Gräfin Marie von Landsfeld in den Adelsstand - "wegen der vielen, den Armen Bayerns erzeigten Wohltaten".

Die Exzentrikerin provozierte das katholische München, zog Zigarre rauchend mit ihrem schwarzen Boxer-Bulldoggen-Mischling Turk umher, scharte Studenten um sich. Bald verspottete die Bevölkerung das Corps Alemannia, ihre studentische Leibgarde, als "Lolamannen". Mit dem Corps-Anführer hatte Lola ein Verhältnis und musste bei erneuten Protesten fliehen. Statt sich in ihrem Palais zu verstecken, prostete sie auf dem Balkon der rasenden Menge mit einem Glas Champagner zu.

Frivole Fehltritte im Rampenlicht

Ludwig griff hart durch und schloss die Universität, öffnete sie aber nach Unruhen wieder und schickte die Gräfin ins Schweizer Exil. Sie kam zurück, als auch Bayerns Bürger im Zuge der Märzrevolution für die Demokratie auf die Straße gingen. Unter öffentlichem Druck ließ Ludwig seine Mätresse offiziell zur Fahndung ausschreiben - und trat am 17. März 1848 zurück. Aus dem Genfer Exil tröstete sie Ludwig, der sie weiter finanzierte, mit Briefen. Erst als er von Lolas Liaison mit dem Corps-Anführer erfuhr, beendete Ludwig die amouröse Katastrophe.

Wie einst der bayerische Monarch stürzte später auch der britische Kurzzeit-König Edward über eine Mesalliance, für seine Geliebte Wallis Simpson verzichtete er 1936 auf den Thron. Der britische Heeresminister John Profumo musste 1963 nach seiner Liebschaft mit dem Model Christine Keeler zurücktreten; US-Präsident Bill Clinton hatte eine Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky und überstand 1998 nur knapp ein Amtsenthebungsverfahren.

Mal führen erotische Eskapaden gleich zur Staatsaffäre, mal zum Karriereknick oder Rosenkrieg. Seit jeher bescheren heimliche oder öffentlich ausgelebte Seitensprünge Prominenten geballtes Aufsehen. Heute nährt sich eine ganze Mediensparte von intimen Geheimnisse der Stars, an echten oder auch herbeispekulierten. Spötteleien wie über Arnold "Sperminator" Schwarzenegger, über Prinzessin Dianas Beziehung mit ihrem Reitlehrer oder das Liebesgeflüster von Prince Charles mit Camilla Parker Bowles - sie sind legendär.

insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Volker Eschen, 25.05.2016
1. Bülow
Ob die Anekdote wahr ist, weiß ich nicht; auf jeden Fall ist sie gut. Auf die Frage, warum er nich nach Bayreuth fahre, soll Bülow geantwortet haben: "Weil Wagner mir meine zweite Frau wegnehmen und mir dafür die erste zurückgeben könnte."
Susanne Stohl, 25.05.2016
2.
Richard Burton und Liz Taylor sollten noch erwähnt werden. Ihre Affaire während der Dreharbeiten in Rom zu "Kleopatra" war ein so großer Skandal, dass sich sogar der amerikanische Kongress und der Vatikan damit beschäftigt haben.
Silke Schimmer , 25.05.2016
3. nee nee
Hat der Helmut seine Loki tatsächlich 20 Jahre lang beschi*sen oder ist das ein Fehler? :O (siehe Fotostrecke)
Petra Illner, 25.05.2016
4. Na ja,
Edeljournalismus ist eine solche Zusammenstellung nicht gerade.
Ian McBrayne, 25.05.2016
5. und wo ist der König Bunga Bunga ?
Berlusconi darf ja wohl auf dieser Liste nicht fehlen, oder ?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.