Feldzug gegen den Irak Auge in Auge mit dem Krieg

Claus Christian Malzahn

10. Teil: Juni 2003


Deutschland

Der Krieg ist nicht vorbei. Ich bin wieder zu Hause, aber die fünf Wochen Irak lassen mich nicht los. Ostern habe ich mit Freunden am Chiemsee verbracht, zwischen blühenden Geranien und blitzenden Berggipfeln. Das war sehr erholsam, trotzdem macht mich die Idylle in Deutschland mißtrauisch. Ist die seeblaue Ruhe am Chiemsee eigentlich selbstverständlich - oder sind es die schmutzigen Rauchpilze, die im Irak weiter in den Himmel wachsen? Leben wir am Chiemsee im Normalzustand oder in Bagdad? Ich weiß es nicht mehr.

Auf einer Podiumsdiskussion beim NDR in Hamburg werde ich vom Moderator gefragt, ob Kriegsberichterstatter ihr Leben riskieren müssen. "Ja", antworte ich. Alles andere wäre gelogen. Manche Zuhörer möchten gerne, daß ich ihnen bestätige, was für ein durchtriebener Propagandatrick "embedded journalism" gewesen ist. Leider kann ich diese Herrschaften nicht bedienen. Ich bin im Irak weder zensiert noch von Presseoffizieren manipuliert worden. Ich war manchmal nur ziemlich alleine. Dieser Krieg läßt mich ratlos zurück. Ich kann nicht erkennen, daß er für irgendwas gut war.



insgesamt 4 Beiträge
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dirk brauns, 24.03.2008
1.
der text ist langweilig. um mitzuteilen, was krieg ist, benötigt es etwas mehr als dieses verstockte gemurkse. abtreten, embedded mahlzahn. nochmal schreiben.
Indira Geisel, 29.03.2008
2.
Malzahn bei der US Armee in der irakischen Wüste erinnert nicht wenig an Isherwood in dem Berlin Weimars. Ein Beobachter ringt mit seiner Sympathie sowie mit seiner Skepsis gegenüber einen tollkühnen Gastgeber. Eine Vorahnung der Katastrophe, ehe sie anfängt: "Der Krieg liegt wie ein dunkler, endloser Tunnel vor mir." Aber eigentlich darf er nur über abgeschlossene Operationen schreiben.
johann legner, 30.03.2008
3.
ich bin malzahn dankbar für seinen beitrag und die risiken, die er dafür eingegangen ist. dazu gehört auch, sich mit dem verdacht auseinanderzusetzen, instrumentalisiert zu werden. beim lesen habe ich mich an diese tage der ungewissheit erinnert, die den beginn des irak-krieges prägten, an den der kampf mit den gasmasken, der damals für die angreifer alles beherrschte. im nachhinein scheint er das fanal des weiteren verlauf dieses krieges. der erwartete schrecken bleibt aus, aber die angst vor ihm wirft einen langen schatten und gebiert seinerseits schreckliches. vom ersten tag an ist alles ganz, ganz anders als erwartet. dies in erinnerung zurück zu rufen, zeichnet einen zeitzeugen aus.
Norbert Polster, 30.03.2009
4.
>der text ist langweilig. um mitzuteilen, was krieg ist, benötigt es etwas mehr als dieses verstockte gemurkse. >abtreten, embedded mahlzahn. nochmal schreiben. gott sei dank geschmackssache. ich werde mir das buch kaufen.
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