Feldzug gegen den Irak Auge in Auge mit dem Krieg

Claus Christian Malzahn

4. Teil: Montag, 24. März 2003


Camp Virginia, Kuwait

Der schnelle Vormarsch durch die Wüste sorgt in der Truppe für gute Laune. "Das ist kein Krieg, sondern ein Spaziergang" trompetet ein Offizier, bevor er im Kommandozelt verschwindet. Doch die Stimmungen schwanken hier schnell. Ein paar Stunden später scheinen die Soldaten unter Depressionen zu leiden.

Die Nachricht von der Gefangennahme mehrerer Soldaten, die Berichte von dem heftigen Widerstand der irakischen Armee in Um Kassr haben die Stimmung ziemlich ruiniert.

"Warum jubeln die nicht?" fragt sich ein Soldat im Kommandozelt, als er TV-Bilder von irakischen

Einheimischen sieht, die teilnahmslos, fast skeptisch, zusehen, wie Amerikaner die Strassen entlangfahren. Die Amerikaner haben sich bisher als Befreier gesehen, aber irgendwie machen die Irakis nicht mit. Im Gegenteil. Die Berichte über den hartnäckigen Widerstand von Saddams

Armee in Um Kassr irritiert die Offiziere.

"Hoffentlich gibt es keinen Straßenkampf. Das können wir nämlich nicht" sagt Eric, ein Soldat, den ich vor ein paar Tagen an der Grenze kennengelernt habe. Eric, Anfang 30, gehört zu den Krisenspezialkräften, einer Sondereinheit der Armee. Er hat 1993 in Somalia gekämpft. "Wir haben da ziemlich alt ausgesehen", sagt Eric.

Das Wort "Somalia" höre ich heute ziemlich häufig. Die meisten Soldaten hier im Camp David waren zwar nicht dabei, als die Amerikaner in Mogadischu zwei Kampfhubschrauber und fast 20 Soldaten verloren haben. Den Film Black Hawk Down von Ridley Scott kennen aber alle. Seine atemlosen, blutigen Bilder haben die Soldaten hier im Kopf, wenn sie jetzt an Basra, Um Kassr oder Bagdad denken.

Eric ist ein ziemlich ausgeschlafener, intelligenter Bursche. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, daß er viel mehr weiß, als er sagt. In der Geschichte des Irak kennt er sich ganz gut aus. Die meisten Soldaten, haben keine Ahnung, welches Land sie gerade erobern. Die Truppen bekommen am Flughafen in Kuwait-City eine kurze Lektion per Overhead-Projektor, in denen ihnen gesagt wird, daß sie die Finger von muslimischen Frauen und Alkohol lassen sollen. Das wars. Zuviele Informationen schaden bloß, lautet die Devise.



insgesamt 4 Beiträge
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dirk brauns, 24.03.2008
1.
der text ist langweilig. um mitzuteilen, was krieg ist, benötigt es etwas mehr als dieses verstockte gemurkse. abtreten, embedded mahlzahn. nochmal schreiben.
Indira Geisel, 29.03.2008
2.
Malzahn bei der US Armee in der irakischen Wüste erinnert nicht wenig an Isherwood in dem Berlin Weimars. Ein Beobachter ringt mit seiner Sympathie sowie mit seiner Skepsis gegenüber einen tollkühnen Gastgeber. Eine Vorahnung der Katastrophe, ehe sie anfängt: "Der Krieg liegt wie ein dunkler, endloser Tunnel vor mir." Aber eigentlich darf er nur über abgeschlossene Operationen schreiben.
johann legner, 30.03.2008
3.
ich bin malzahn dankbar für seinen beitrag und die risiken, die er dafür eingegangen ist. dazu gehört auch, sich mit dem verdacht auseinanderzusetzen, instrumentalisiert zu werden. beim lesen habe ich mich an diese tage der ungewissheit erinnert, die den beginn des irak-krieges prägten, an den der kampf mit den gasmasken, der damals für die angreifer alles beherrschte. im nachhinein scheint er das fanal des weiteren verlauf dieses krieges. der erwartete schrecken bleibt aus, aber die angst vor ihm wirft einen langen schatten und gebiert seinerseits schreckliches. vom ersten tag an ist alles ganz, ganz anders als erwartet. dies in erinnerung zurück zu rufen, zeichnet einen zeitzeugen aus.
Norbert Polster, 30.03.2009
4.
>der text ist langweilig. um mitzuteilen, was krieg ist, benötigt es etwas mehr als dieses verstockte gemurkse. >abtreten, embedded mahlzahn. nochmal schreiben. gott sei dank geschmackssache. ich werde mir das buch kaufen.
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