Irre Starallüren Extra-Klobrillen für Madonna

Ein komplett schwarzes Hotelzimmer, ein paar Schafe zum drauf schießen oder ein Satz Pornohefte: Wenn Stars unterwegs sind, haben manche die irrsten Sonderwünsche. einestages hat die seltsamsten und unverschämtesten Extravaganzen der Reichen und Berühmten zusammengetragen.

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Von Isabell Spilker


Die Rolling Stones sangen 1966 "Paint It Black" - Prince machte daraus 40 Jahre später einen Auftrag für Hotelangestellte. Als er 2007 für eine Konzertreihe im Londoner Dorchester-Hotel residierte, schickte er vorab eine Wunschliste, die es in sich hatte: Sein Zimmer sollte schwarze Wände, schwarze Möbel und schwarze Vorhänge haben. Sogar schwarze Kerzen verlangte der bekennende Exzentriker. Ein Hotelangestellter erzählte der britischen Zeitung "Daily Star" später, Prince solle sogar einen schwarzen M&M's-Spender und eine Sauerstoffbar gefordert haben.

Die oft bizarren Extrawürste, mit denen sich Weltstars den Tourstress versüßen lassen, sind normalerweise ein gut gehütetes Geheimnis zwischen Veranstalter und Künstler. Wenn dennoch Details aus den vor Fans und Medienmeute meist gut abgeschirmten Backstage-Bereichen und Hotelsuiten bekannt werden, ist das nicht zuletzt einer Website wie thesmokinggun.com zu verdanken. Denn dort werden regelmäßig sogenannte Stage-Rider veröffentlicht: Backstage-Vereinbarungen zwischen Stars und Veranstaltern, auf denen haarklein aufgeführt ist, zu welchen Bedingungen ein Künstler auftritt, welches Catering er sich wünscht, wie seine Ankleide auszusehen habe und welche Wünsche ihm sonst noch erfüllt werden müssen.

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Die Exrawünsche der Stars: Rosa Plüsch, weiße Lilien und Orangensaft

Und Sonderwünsche gibt es reichlich - nicht selten ist einer skurriler als der andere. Super-Diva Mariah Carey etwa schläft vor Auftritten stets in einer Art Dampfsauna, um ihre Stimme zu pflegen: Etliche Luftbefeuchter haben um ihr Hotelbett herumzustehen. Sprechen tut sie vor Auftritten ohnehin nicht, mit niemandem. Da sie am liebsten über rote Teppiche wandelt, selbst wenn so nur der Weg von der Limousine zum Hotel überbrückt werden muss, ist auch dies Teil ihrer Abmachung mit dem Konzertveranstalter. Und tun Frau Carey die Füße weh, lässt sie sich eben tragen.

Von Plüschzimmer bis Porno-Magazin ist alles dabei

Manche Extras sind bei Rockstars wohl erwartbar, bestimmte Whiskey-Sorten auf dem Hotelzimmer und Porno-Magazine als Gute-Nacht-Lektüre wie bei den handfesten Jungs von Guns'n'Roses mögen noch so durchgehen. Aber warum fühlt sich Hip-Hop-Queen Mary J. Blige besser, wenn ihre Entourage vertraglich verpflichtet ist, in einem anderen Stockwerk des Hotels zu wohnen? Und wozu braucht Justin Timberlake in seinem Hotelzimmer einen Spiegel über dem Bett? Solche Bestimmungen regen nicht nur Fans zu Spekulationen an. Warum aber die Rocker von Jane's Addiction frische Unterhosen hinter der Bühne vorrätig wissen wollen und Moby gleich zehn paar frische weiße Socken, erschließt sich wirklich nicht unmittelbar.

Und es sind auch keineswegs Rocker oder HipHop-Größen, die auf dem Zimmer die irrsten Dinge vorfinden wollen. Schauspiellegende Sophia Loren etwa ließ sich in ihr Hotelbad gerne eine Küche einbauen. Und Malergenie Salvador Dalí verlangte im Pariser Luxushotel Le Meurice einmal nach ein paar Schafen für seine Suite. Wozu das? Der Surrealist hatte gerade Lust, mit einem Revolver auf Schäfchen zu schießen. Für das Mittagsmahl von Dalís beiden zahmen Ozelots mussten die Hotelangestellten derweil im Garten Fliegen und Käfern nachstellen.

Die Möglichkeiten der Veranstalter, sich wenigstens den abstrusesten Wünschen verwöhnter Showgrößen zu entziehen, sind gering. Die Sängerin Paula Abdul drohte gar einmal ganz unverhohlen mit der Absage ihres Konzertes, sollte nicht allen ihren Forderungen entsprochen werden. Die meisten Stars lassen sich für den Fall, dass sie nicht jedes Detail so vorfinden, wie vorher festgeschrieben, von ihren Anwälten drakonische Vertragsstrafen in die oft seitenlangen Rider hineinschreiben. 5000 Dollar etwa wären fällig, sollte jemand auf dem Telefon in Britney Spears' Backstage-Bereich anrufen oder die Nummer des Apparates irgendwie an die Öffentlichkeit gelangen.

Kleiner Trost für alle, die angesichts der Marotten von Popgrößen den Kopf schütteln: Nicht jeder Star stellt durchgeknallte Forderungen. Schmusesängerin Alicia Keys beispielsweise begnügt sich laut Rider für ihren Backstage-Bereich mit Zutaten für einen Thunfischtoast. Manche nervt das ganze Getue um die Rider sogar. Die britische Popsängerin Dido etwa gab in einem Interview mit dem Online-Magazin contactmusic.com zu Protokoll, sie habe in ihrem Rider einmal einen rosa Elefanten gefordert - einfach nur um zu sehen, ob es funktioniert.

Ergebnis des Selbstversuchs: Auch Popstars sind nicht allmächtig.

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Claus-H. Pahlke-Cruz García, 06.07.2009
1.
Barbra Streisand ist der Künstlername, geboren wurde sie als Barbara Joan Streisand.
Melanie Brandenburg, 07.07.2009
2.
Vielen Dank für den Artikel. Habe herzlich gelacht! Meine Güte, sind die alle durchgeknallt!
f. herwagen, 07.07.2009
3.
Mir wird schlecht, wenn ich höre in was für einer welt die promis leben schön, dass drüber berichtet wurde
M. Findeis, 18.11.2014
4. Meiner Meinung nach sind das alles Fälle für die Psychiatrie.
Aber es scheinen die Menschen solche Leute zu brauchen die sie vergöttern und in den Himmel heben können. Eine Woche in einem Auffanglager für Asylbewerber würde diese Leute vielleicht zurück in die "Realität" holen. Wäre sicher ganz heilsam.
Martin Herrmann, 18.11.2014
5. Das ist doch gar nicht snobistisch
Ich finde eine eigene Klobrille für keinesfalls snobistisch. Ich wäre jedenfalls froh, wenn ich keine Hoteltoilette benutzen müsste, auf der einer der oben erwähnten Stars, was auch immer, vollführt hat. Ich wäre auch als Nachmieter eines schwarzen Prinz-Appartements not amused.
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