TV-Stars als Posterboys Die Süßen aus der Serie - und was aus ihnen wurde

Johnny Depp, James Franco, George Clooney und so viele andere - den Durchbruch schafften sie als Serienschönlinge. Aber für manche war dort Endstation: Sie blieben für immer im Mädchenmagnetmodus hängen. Wie Luke Perry.

ddp images/Shooting Star

Und dann passierte es wirklich. Die naive Brenda aus der Bilderbuchfamilie und der coole Dylan, dieser Einzelgänger mit dem Vater im Knast - sie hatten Sex. WOOHOO. Millionen Fernsehzeugen waren dabei, als die Teenager nach einem großen Ball in einem Hotelzimmer übereinander herfielen.

An diesem 2. Mai 1991 verlor die US-Erfolgsserie "Beverly Hills 90210" ihre Jungfräulichkeit. Die einen träumten sich in den Körper der unerfahrenen Brenda oder in die Arme des durchaus erfahrenen Dylan. Die anderen schrien laut: Skandal!

Anfang der Neunziger war klar, wann es im wirkmächtigen Teen-TV zum Sex kommen durfte. Zumindest im Sender Fox, wo die Serie ab Oktober 1990 lief, galt: nach der Hochzeit, maximal mit absehbarem Blick auf die Ehe. Und nun das - zwei Jugendliche, von Heirat keine Spur. "Ich war wirklich überrascht von diesem Aufschrei", sagte Serienmacher Darren Star später dem Magazin "Rolling Stone". "Ich glaube, am meisten aufgeregt haben sie sich darüber, dass Brenda danach so glücklich war."

"Nirgends steht Vorbild in meinem Vertrag"

Die Serienbosse reagierten. In der nächsten Staffel gab Brenda Dylan den Laufpass. "Es war wirklich hart. Wie sollten wir eine Geschichte glaubhaft wirken lassen, in der jemand Sex mit Luke Perry hat und danach Schluss macht?", fragte sich Star. "Es war eine Reaktion auf den Sender, die Werbewirtschaft. Es ist wohl Teil der Fernsehens." Was blieb, war eine sterile und entsexte Serie über eine Highschool-Clique im L.A.-Vorort der Reichen und Schönen.

Nicht verhindern konnten die Kritiker das, was vielen Mädchen neben sehnsuchtsschwangeren Momenten des Glücks auch viele Schmerzen bereitete: die Vergötterung des Beverly-Hills-Beaus Dylan McKay. Schauspieler Luke Perry reihte sich mit dieser Rolle ein in die Riege erfolgreicher Serienschönlinge mit Bad-Boy-Attitüde.

Um ihm nahe zu sein, hüpften einmal kreischende Teenies über Absperrungen in einem Einkaufszentrum - Perry flüchtete in einem Wäschekorb. 1992 zerdrückten sie einander beinahe, als eine provisorische Bühne nachgab; ein Dutzend Mädchen musste ins Krankenhaus. "Wenn sie sich gegenseitig wehtun, ist das natürlich kacke", sagte Perry in einem Interview.

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Serien-Schönlinge: Guck mal, ist der nicht süüüß?

Wirklich Spaß hatte er mit seiner neuen Rolle nicht. "Nirgends steht Vorbild in meinem Vertrag", grummelte er einmal in der Zeitung "Hartford Courant". Dabei konnte Perry eigentlich froh sein über den Überraschungserfolg. Zuvor hatte er auch mal den Boden in einer Türgriffe-Fabrik geschrubbt, nach eigener Aussage gut 200 Castings vergeblich absolviert und sein Gesicht maximal schmierigen Seifenopern geliehen. Erst "90210" brachte ihm Geld und Ruhm. 1992 wurde ihm sogar eine glamouröse Affäre angedichtet: "Im Bett mit Madonna", angeblich - der Ritterschlag für männliche Show-Karrieren der Neunzigerjahre.

Den Freischwimmer schafften einige nie

Dieses Gerücht verfolgte Johnny Depp nie. Ansonsten gab es damals viele Parallelen zwischen Perry und Depp, der als junger Undercover-Polizist ab 1987 in "21 Jump Street" zum Teenieschwarm wurde. Sie waren die Kuscheltypen im Einsamer-Wolf-Kostüm, die geheimnisvollen Sonderlinge mit dem traurigen Blick, die jedes Risiko eingingen und, gerade deswegen, gerettet gehörten - von einer Frau natürlich.

Solche Charmeur-Rollen mit wechselnden Schattierungen waren der Startpunkt vieler großer Schauspielkarrieren, ob von John Travolta, George Clooney oder James Franco (siehe Fotostrecke). Ihnen gelang ein mal eleganter, mal hart ertrotzter Absprung. Andere konnten sich nie freistrampeln und blieben für immer fest verleimt mit ihren frühen, flachen Serienfiguren.

Auch die Wege von Johnny Depp und Luke Perry trennten sich: Depp begeisterte bald Hollywood, mancher Regisseur dachte beim Drehbuch gleich an ihn. Aber weniger an Perry, als der mit großen Zielen die Serie verließ. Sein Herzensbrecher-Image wurde er nie wirklich los: "Wir arbeiten extra hart. Wir wissen, dass es Leute gibt, die sagen, dass wir nur blöde Mamasöhnchen sind, die gut aussehen." Doch der Neustart missglückte, im Filmbusiness hatte Perry wenig Fortune. 1998 kehrte er für zwei Staffeln zu "90210" zurück.

Depp emanzipierte sich energischer, überzeugte auch in exzentrischen Rollen. "Ich will keine Karriere darauf aufbauen, dass ich mein Shirt ausziehe", sagte er einmal dem "Rolling Stone". Sein Presseberater begrüßte Journalisten bisweilen mit den Worten: "Ich hoffe, das wird nicht irgendein Teenie-Idol-Scheiß. Darauf haben wir keinen Bock mehr."

Johnny Depp wollte nur noch raus

Auch Vergleiche mit James Dean musste jeder Serienschönling mit schwierigem Charakter zu dieser Zeit erdulden. Perry fuhr, ob Absicht oder nicht, als Dylan sogar einen alten Porsche. Und sagte dazu nur: "Er ist tot, ich nicht. Er hat drei Kinofilme gemacht, die die Welt veränderten, ich nicht."

Johnny Depp fand rechtzeitig den Ausgang. Bei "21 Jump Street" war er gelandet, weil er von einem Ein-Jahres-Projekt ausgegangen war und sich auf seinen Kollegen Frederic Forrest freute. Aber Forrest war nach einem Jahr weg, Depp versuchte nun allein, "etwas mehr Tiefe" in die Sendung zu bekommen, wie er dem "Sky Magazine" sagte. Daraus wurde nichts, stattdessen bekam er 10.000 Fanbriefe pro Woche. Depp wollte nur noch raus. Und schaffte es 1990, mit den Kino-Hauptrollen in "Cry-Baby" und "Edward mit den Scherenhänden".

Den Verlust abfedern wollten die Serienproduzenten, indem sie Depps letzte Episode in die folgende Staffel verschoben. Es war nur ein Kurzauftritt, aber genug, um "21 Jump Street" weiter mit dem beliebtesten Charakter zu bewerben. Im Internet kam es zu wüsten "Abzocke"-Beschimpfungen, weil ein Johnny-Depp-Bild das Cover der DVD-Box von Staffel fünf schmückt, bis heute.

"Es ist wohl Teil der Fernsehens", könnte dazu Serienspezialist Darren Star bemerken - wie damals, als es um zu viel Sex in "Beverly Hills 90210" ging.

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insgesamt 5 Beiträge
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Winit Tiwary, 07.12.2015
1. Johnny Depp
Passt da irgendwie nicht so ganz in die Argumentation, dieser hat schließlich mit "A Nightmare on Elmstreet" und "Platoon" schon in zwei Kultfilmen mitgespielt, bevor er bei 21 Jump Street angefangen hat. Mag sein das er als "Teeny-Schwarm" erst dort an die "Masse" herangeführt wurde, aber das Fundament (vor allem auch das man damit in der Vita und den Kontakten ganz andere Chancen hat) war eben ein gänzlich anderes als bei Luke Perry
Tutmaz Ullrich, 08.12.2015
2. Sam Seaborn, #22
Sam Seaborn war nicht Pressesprecher des Weißen Hauses (das war CJ Cregg), Seaborn war Deputy Communications Director.
Chris SYTbuero, 08.12.2015
3. Shane West
hatte bis vor zwei Jahren mit "Nikita" einen Kulterfolg im TV. Und nun mit "Salem" immer noch extrem erfolgreich.
Maurits de Wijs, 23.08.2016
4. Akte X
Und was ist mit Mulder / David Duchovny? Der fehlt hier!
Claudia Hildebrandt, 19.10.2016
5. What about Seth Cohen?
Adam Brody schlägt sie alle. Es ist eine Auszeichnung, dass er fehlt. Danke an den attraktiven Herrn Pfeiffer.
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