Magazin-Cover zu Weihnachten O Pannenbaum

Axtschwingende Weihnachtsmänner und liebesbedürftige Beatles: Jedes Jahr müssen die Titelbilder der Magazine das Weihnachtsfest zelebrieren. Hier eine Auswahl der schrägsten und skandalträchtigsten Cover.

Heinrich Bauer Verlag

Im Schutze der Nacht zwängt sich der alte Mann den Kamin hinauf. In der Hand hält er eine Axt, von der Klinge tropft Blut auf das schneebedeckte Dach. Der Blick durch das Fenster knapp unterhalb der Dachkante lässt vermuten, was hier kurz zuvor passiert sein muss: Leblos liegt eine knapp bekleidete junge Frau auf dem Boden des Wohnzimmers.

Das Bild erschien im Dezember 1974 auf der Titelseite einer amerikanischen Zeitschrift, verbunden mit dem guten Rat: "Passt besser auf …" Es war das Comicmagazin "Creepy", das seine Leser vor dem bevorstehende Horror warnte: "Santa Claus kommt in die Stadt".

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Magazin-Cover: O du Merkwürdige

Geschmacklos oder originell? Für Magazine ist die alljährliche Weihnachtsausgabe eine besondere Herausforderung: jedes Jahr das gleiche Thema, jedes Jahr eine neue Idee. Immer wieder stehen die Redakteure vor dem gleichen Problem. Was gab es noch nicht?

Prominente Geschenkeboten

Die Jugendzeitschrift "Bravo" hatte 1965 versucht, ihre Leser mit einem Geschenk zu ködern. Als Überbringer heuerte sie die Beatles an: Auf der Titelseite sieht man Ringo Starr, der von einem Stuhl aus den Weihnachtbaum schmückt, während sich John Lennon daneben lächelnd hervorbeugt und George Harrison sich lasziv darunter liegend räkelt. Paul McCartney streckt dem Betrachter ein Präsent entgegen.

Das wahre Geschenk an die Leser aber verbarg sich im Innenteil: ein "Beat-Star-Mobile" zum Heraustrennen und Aufhängen mit den Rolling Stones, Sonny & Cher und selbstverständlich den Beatles. Natürlich verrieten die vier Jungs aus Liverpool der "Bravo" auch ihre Weihnachtswünsche, bei denen jedes Teenagerherz höher schlug: "Küsse unterm Weihnachtsbaum".

Noch viel niedlicher - aber auch verstörender - als die Beatles ist das kleine Mädchen, das im Dezember 2014 von der Titelseite des Magazins "Reborn World" schaut. Das sommersprossige Mädel mit Schleifen in den roten Haaren steht schüchtern neben dem Weihnachtsgrün. Das Kind allerdings blickt erschreckend starr. Kein Wunder, es ist in Wahrheit eine Puppe aus Vinyl. Der Ehrgeiz der Hersteller dieser "Reborn Babys" besteht darin, echte Kinder realistisch zu kopieren.

Eine leicht durchschaubare Kopie findet sich hingegen auf dem Titel der Dezemberausgabe des "Galaxy Magazin" von 1960: Verdutzt kratzt sich der in der Tür stehende Santa Claus den Kopf, als er entdeckt, wer ihm zuvor gekommen ist: ein Roboter mit Zipfelmütze, angeklebtem Rauschebart und einem Geschenkesack auf dem Rücken. Erst auf den zweiten Blick wird klar, dass auch mit dem echten Santa etwas nicht stimmt. Denn er stützt die Hände in die Hüften, während er sich mit der dritten Hand an die Stirn tippt und in einer weiteren den Geschenkesack hält.

Das Fest der Liebe als schrille Nacht oder hitzige Männerfantasie - was sich die Blattmacher in den vergangenen Jahrzehnten sonst noch zu Weihnachten haben einfallen lassen, sehen Sie in der Bildergalerie.



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Wolfgang Schermuly, 24.12.2014
1. Gipfel der Schnulzigkeit
Die BRAVO Cover der vor und hinter dem Weihnachtsbaum postierten Beatles kann nicht mit Heino's LP Cover "Liebe Mutter" mithalten.
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