ZWEITER WELTKRIEG

NÜRNBERG

DIE FANATIKER

Nürnberg ist für Hitlers Regime ein Symbol.

Hier veranstaltet die NSDAP seit 1927 ihre Reichsparteitage, seit 1933 regelmäßig. Bei dieser jährlichen Heerschau lässt Hitler Tausende Soldaten aufmarschieren. Die Welt soll die militärische Macht des NS-Regimes sehen.

Auf dem Zeppelinfeld nimmt der Diktator die pompösen Massenaufmärsche ab.

1935 verabschiedet die NSDAP einstimmig die sogenannten Nürnberger Gesetze.

Das "Reichsbürgergesetz" degradiert Juden zu Bürgern minderer Klasse. Und das "Blutschutzgesetz" verbietet Ehen oder Beziehungen zwischen Juden und "Reichsbürger" "deutschen oder artverwandten Blutes".

Mit den Nürnberger Gesetzen ist auch der juristische Weg frei zur Ausgrenzung der Juden. Das führt zur systematischen Verfolgung und dem Völkermord an sechs Millionen Juden.

Frontlinien am 15. April 1945

Mehr als fünfeinhalb Jahre dauert der von Hitler angezettelte Vernichtungskrieg schon. Nun steht die US-Armee vor der Stadt, in der Hitler seine größten Triumphe feierte.

Seit Sommer 1940 haben die Alliierten die Nazi-Hochburg insgesamt 44-mal bombardiert. Durch die Luftangriffe sterben rund 6000 Menschen in Nürnberg.

Nicht nur die Bomber sind für die Verwüstungen in Nürnberg verantwortlich, sondern auch Hitlertreue Fanatiker, ei Strafe verboten, sich zu ergeben.

Wie viele Soldaten und Volkssturm-Angehörige wirklich Nürnberg verteidigen, ist unklar. Die Angaben von deutschen Stellen schwanken zwischen 2000 und 10.000 Bewaffneten.

Die US-Armee geht dagegen von 15.000 bis 20.000 deutschen Soldaten und bewaffneten Zivilisten aus.

Der blutige Häuserkampf dauert fünf lange Tage. 129 US-Soldaten werden getötet, auf deutscher Seite kommen etwa 370 Zivilsten und 400 Bewaffnete ums Leben. Der jüngste Gefallene ist nicht einmal 15 Jahre alt.

Am Abend des 20. April, Hitlers Geburtstag, hissen die US-Truppen das Sternebanner auf dem Adolf-Hitler-Platz.

Schwer getroffen

Im Mai 1939 wurden rund 423.000 Einwohner in Nürnberg gezählt. Zum Kriegsende im April 1945 sind es nur noch 196.000, darunter 175.000 Deutsche und 21.000 Ausländer.

Quelle: Stadt Nürnberg

Die mittelalterliche Altstadt ist fast restlos vernichtet.

Selbst die US-Truppen sind vom Ausmaß der Zerstörung überrascht.

In den Aufzeichnungen des 179. Regiments heißt es:

"Was die Bomber übrig gelassen haben, erledigten Artillerie und Infanterie. Nichts als Zerstörung in Nürnberg. Die Kultur war verschwunden."

Die Amerikaner besetzen auch das Reichsparteitagsgela¿nde. Ein US-Kamerateam dokumentiert, wie sich GIs u¿ber den Gigantismus der Nazis und die Auftritte Hitlers lustig machen.

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