Raumfahrt Weg da, Sputnik!

Er rettete die Ehre Amerikas: Im Januar 1958 schossen die USA mit dem "Explorer 1" ihren ersten eigenen Satelliten ins All - vier Monate nach dem Sputnik-Schock. Mächtigen Schub verlieh der Start auch der Karriere eines deutschen Ingenieurs: Wernher von Braun, einst Raketentechniker der Nazis, durfte fortan seinen Traum vom Mann auf dem Mond verfolgen.

Von Ralf Bülow


Die Nacht wurde zum Tage. Die braven Bürger von Huntsville drückten auf die Autohupen, tanzten auf den Straßen, schwenkten Banner mit Sprüchen wie "Der Weltraum gehört uns" oder "Mach Platz, Sputnik". Hoch über ihren Köpfen kreiste der erste amerikanische Erdtrabant Explorer 1. Knapp zwei Stunden zuvor, um 22:48 Uhr am 31. Januar 1958, hatte ihn eine Rakete aus der Südstaaten-Gemeinde ins All beförderte.

Gefeiert wurde auch im Pentagon in Washington. Im Mittelpunkt der Party stand Wernher von Braun von der Army Ballistic Missile Agency (ABMA), des in Huntsville gelegenen Entwicklungszentrum der US-Armee. Der 45 Jahre alte Schlesier leitete dort eine Gruppe von rund 120 Ingenieuren und Technikern, alle in Deutschland geboren, doch inzwischen meist amerikanische Bürger. Die vierstufige Explorer-Trägerrakete war ihr Werk.

Wertvolle Kenntnisse aus Nazi-Deutschland

Noch vier Monate zuvor sah von Braun in eine ungewisse Zukunft. Der einstige technische Direktor der Heeresversuchsanstalt Peenemünde und Schöpfer der ersten Großrakete A4, die am 3. Oktober 1942 zum Jungfernflug abhob, hatte 1945 die Fronten gewechselt und sich mit seinen Untergebenen der amerikanischen Armee gestellt. Seitdem brachte er seine Kenntnisse in den Rüstungswettlauf zwischen USA und UdSSR ein, blieb aber im Herzen ein Raumfahrtromantiker, der von bemannten Mond- und Marsflügen träumte.

Ab 1952 präsentierte von Braun, unterstützt vom Schriftsteller Willy Ley und den besten amerikanischen Technikgrafikern, seine Ideen in der Illustrierten "Collier's" und in großformatigen Bildbänden, 1955 und 1957 trat er in drei Fernsehfilmen der Walt Disney Studios auf. Parallel dazu warb er bei Politikern und Militärs für die Installierung einer großen rotierenden Raumstation, die mit Atomraketen an Bord die Pax Americana sichern sollte - ein Plan so fantastisch wie undurchführbar.

Scharfe Konkurrenz im eigenen Land

Immerhin konnte Wernher von Braun mit einem Pfunde wuchern, der von den Huntsville-Deutschen in den frühen 1950er Jahren entwickelten Redstone. Die einstufige, 18 Meter hohe Rakete für flüssige Treibstoffe, die technisch an die A4 anknüpfte, hatte eine Reichweite von 300 Kilometern und sollte gegen Bodenziele abgefeuert werden. Durch das Aufsetzen weiterer Stufen ließ sie sich leicht in einen Satellitenträger umwandeln, und genau ein solches Gefährt wurde 1955 gesucht.

Am 29. Juli 1955 verkündete Präsident Dwight D. Eisenhower, dass die Vereinigten Staaten im Rahmen des Internationalen Geophysikalischen Jahres - das von Juli 1957 bis Dezember 1958 dauern sollte - einen kleinen wissenschaftlichen Erdtrabanten starten würden. Als Träger standen zwei Geräte zur Wahl, das der ABMA und die Konkurrenz von der Marine. Huntsville schlug eine Kombination aus einer Redstone-Erststufe und drei Oberstufen aus erprobten Feststoff-Treibsätzen vor. Die US Navy antwortete mit der Vanguard, die aus der Forschungsrakete Viking und noch zu entwickelnden Stufen bestand.

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"Explorer 1": Der Retter der Ehre

Die Entscheidung fiel hinter verschlossener Tür in einem Beratergremium: Am 3. August 1955 wurde die Vanguard zum Sieger erklärt. Den Ausschlag gaben außenpolitische Erwägungen. Bei einem zivilen Trägersystem würde die Sowjetunion - so dachte man jedenfalls - Überflüge amerikanischer Satelliten, die das Völkerrecht eigentlich verbot, eher schlucken als bei der Nutzung von Kampfraketen. Das stille Einverständnis der UdSSR hätte den Weg frei gemacht, um später auch Spionagesatelliten in den Orbit zu schießen.

Die große Blamage

Wernher von Braun und seine Mitarbeiter, die von jenen Gedanken nichts ahnten, schäumten vor Empörung, mussten aber der Marine den Vortritt lassen. Sie trösteten sich damit, ihre Redstone zur dreistufigen Jupiter-C-Rakete auszubauen und diese 1956 und 1957 dreimal zu starten, offiziell um Schutzschilder für den Wiedereintritt zu testen. Beim ersten der Flüge erreichte die Endstufe bereits 90 Prozent der Geschwindigkeit, die für das Erreichen eines stabilen Orbit nötig ist.

Am 4. Oktober 1957 schlug das Schicksal zu. Im sowjetischen Testgelände Tjuratam hob der erste Erdsatellit Sputnik ab und blamierte die Supermacht USA bis auf die Knochen. Nach der zweiten Blamage, dem Start von Sputnik 2 einen Monat später, rang sich das Pentagon dazu durch, dem Raketenteam der Armee grünes Licht zu geben. Das Interesse der Öffentlichkeit richtete sich aber zunächst auf die Vanguard, die am 6. Dezember mit einem drei Pfund schweren Satelliten von Cape Canaveral ins All fliegen sollte.

Daraus wurde nichts. Zwei Sekunden nach der Zündung lösten sich die Weltraumhoffnungen der Marine in einem spektakulären Feuerball auf. Mitte Januar 1958 rückte schließlich die Rakete der ABMA an, der Wernher von Braun den Namen Juno-1 gegeben hatte. Die Nutzlast, der 1,2 Meter lange und fünf Kilogramm schwere Explorer 1, kam vom Jet Propulsion Laboratory aus Kalifornien, die wissenschaftlichen Instrumente stellte der Physiker James van Allen von der Universität Iowa.

Von Braun setzt sich durch

Bis zum Start lieferte sich das Team um Wernher von Braun noch ein Wettrennen mit den Vanguard-Gruppe, die einen Ersatzrakete für ihr zerstörtes Vehikel vorbereitete. Am Schluss hatten aber die Deutschen die Nase vorn, und am 31. Januar donnerten Juno und Explorer in den Himmel von Florida. Vanguard Nummer 2 folgte wenige Tage später, doch musste das Gefährt nach einer Kursabweichung per Funkbefehl gesprengt werden.

Die Nacht des 31. Januar gab der Karriere des deutschen Raketenpioniers den entscheidenden Impuls. Im Laufe des Jahres 1958 erfolgte die Gründung der Raumfahrtbehörde NASA, in deren Dienste Wernher von Braun 1960 trat. Als Chef des auf der ABMA hervorgegangenen Marshall Space Flight Center war er unter anderem für den Bau der Riesenrakete Saturn 5 zuständig, die die ersten Menschen zum Mond trug. Wegen seiner Erfolge und seines Charismas verziehen ihm die Amerikaner seine Tätigkeit in der NS-Diktatur, nach 1970 wurde er aber von der NASA kaltgestellt. 1972 ging Wernher von Braun in die Industrie; 1977 erlag er einem Krebsleiden.

Explorer 1 umkreiste die Erde bis zum 31. März 1970 und verglühte beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. Sein Geigerzähler lieferte die ersten Hinweise auf die Existenz von kosmischen Strahlungsgürteln, die erste große Entdeckung des Raumfahrtzeitalters.

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Siegfried Marquardt, 06.02.2014
1.
Mathematisch-physikalische Widerlegung von Apollo 11 und N auf fünf Ebenen 1. Nach Sternfeld (1959) sollen nur zwei ca. 15-Tageskonstellationen und ein 60-Tageszenarion existieren, um den Mond durch einen künstlichen Raumflugkörper von der Erde aus zu erreichen und auf der Erde wieder zu landen. Unabhängig von den theoretischen Fakten und Details von Sternfeld, benötigte der Forschungssatellit SMART I, der Ende September 2003 gestartet wurde, 49 Tage bis auf die Mondebene und fünf Monate bis er in die Mondumlaufbahn einmündete. Und die im Dezember 2013 exfolgreich verlaufende Mondexpedition der chinesischen Sonde Chang`e-3 bewies bestechend, dass man mindestens 14 Tage zur Bewältigung der Distanz zum Mond benötigt. Damit wäre Apollo 11 bereits eindrucksvoll empirisch widerlegt, weil ein vermeintliches 8-Tagesregime, das angeblich praktiziert wurde, astrophysikalisch überhaupt nicht existiert! Anderseits haben die Amerikaner sich auch hier rein formal verrechnet und eine sündhaft fehlerhafte formale Angabe getätigt: Rein physikalisch als Einkörperproblem betrachte, wäre hier nicht eine Gesamtzeit der Mondexpedition von 8 Tagen 3 h und 18 Minuten zu veranschlagen (siehe Internetseite ?Apollo 11 vom 01.02.2014), sondern es ergibt sich ein Gesamtzeitbudget von 8 Tagen, 21 Stunden und 12 Minuten. Denn: Bei einer mittleren Beschleunigung von g=0,0078 m/s² und einer minimalen Distanz von 417.000 km zwischen Erde und Mond, würde die Flugzeit t zum Mond und zurück zur Erde t= 2* √2*417.000.000 m: 0,0078 m/s² = 2*90,83 = 191,66 h währen. Addiert man hier die 21 h und 37 Minuten für den Mondaufenthalt der zwei Astronauten hinzu, dann kommt man auf einen Zeitumfang von 8 Tage, 21 h und 12 Minuten. Hiermit haben also die Apolloexperten aus Houston ihr eigenes Projekt selbst ad absurdum geführt! 2. Die fast 800 Sv an kosmische Strahlung, die auf die Astronauten innerhalb der 8 Tage eingewirkt hätten, wären einfach infaust gewesen! Denn: Dies ist die 80-fache tödliche Strahlendosis. Die Astronauten hätten den Flug zum Mond und zurück einfach nicht überlebt. 3. Es fehlten insgesamt über 100 t Raketentreibstoff, um von der Erde zum Mond und von dort wieder zurück zur Erde auf der von der NASA vorgegebenen schleifenförmigen Flugbahn zu gelangen. Ferner hätte die Treibstoffmenge und die damaligen Treibstoffparameter eine Mondladung und erst recht einen Start vom Mond unter den vormaligen Bedingungen unmöglich gemacht. 4. Bereits in einer ersten Betrachtungsphase der Rekonstruktion der Mondlandfähre nach Abzug der vermeintlichen ca. MTr= 10,6 t in Rechnung gestellten Treibstoffmasse von der Startmasse Mo=15 t der Mondlandefähre verbleiben lediglich nur noch 4,4 t an Rüstmasse, die bereits bei der Materialrekonstruktion der Kabine (ca. 1,1 t), von Teilen der äußeren Zelle (ca. 1,3 t), der Stützbeine ( ca. 0,7 t) und der Zuladung (ca. 1,7 t), ohne Berücksichtigung des Gewichtes der Astronauten mit ihren Raumanzügen (400 kg) , der Masse für die Tanks und für die beiden Haupttriebwerke der Mondlandefähre (?) mit fast 400 kg überschritten wird. Insgesamt fehlten über 3 t Masse, wie von der NASA ursprünglich angegeben und mit der Gesamtrekonstruktion des Lunarmoduls von Apollo 11 eindrucksvoll belegt werden konnte. 5. Zudem ist das Pendelverhalten der Fahne auf dem Mond äußerst verräterisch! Denn die Pendelperiode T, die sich physikalisch zu T= 2*π*√ l : g errechnet, müsste auf dem Mond T= 6,28 * √ 0,7 m : 1,6 m/s² ≈ 4,2 s betragen. In den TV-Filmdokumentationen beträgt Periodendauer aber ca. 2 s, wie eben auf der Erde, wie die Berechnung T= 6,28 * √ 0,7 m/9,81 ≈ 1,7 s zeigt. Außerdem müsste auf dem Mond sich eine leicht gedämpfte, periodische Schwingung ergeben. Die wahrzunehmende Schwingung ist aber aperiodisch! Resümee und Fazit: An Apollo 11 und N stimmt rein gar nichts! Siegfried Marquardt Königs Wusterhausen, den 05.02.2014
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