Jens Radü

Elternkolumne Hilfe, meine Tochter will nicht einschlafen

So, jetzt aber Licht aus: Leider ist das der Moment, in dem meine Zweijährige erst richtig aktiv wird. Ich fürchte, wir brauchen professionelle Unterstützung.
Schlaf, Kindchen, schlaf: Abends wird die fröhliche Prinzessin in Pink zur dunklen Herrscherin der Nacht

Schlaf, Kindchen, schlaf: Abends wird die fröhliche Prinzessin in Pink zur dunklen Herrscherin der Nacht

Foto:

Runar Lind/ plainpicture

Was? Der Text hat schon angefangen? Entschuldigen Sie, bin kurz eingeschlafen. Liegt selbstverständlich nicht an Ihnen, sondern an Elisa, zwei Jahre, drei Schneidezähne und Temperament für vier.

Also bis hierher alles die übliche Ausstattung – doch es gibt zwei Elisas: Die eine, ein quietschendes Knäuel der guten Laune, versüßt mir gerade den Homeoffice-Alltag. Etwa, wenn sie sich bei der Videokonferenz leise anschleicht und auf meinen Schoß krabbelt. Da kann kein niesendes Pandababy mithalten, glauben Sie mir.

Doch abends, genau in dem Moment, in dem ich die Nachttischlampe ausschalte, wird die fröhliche Prinzessin in Pink zur dunklen Herrscherin der Nacht. Und die hat einen Feind: den Schlaf. Wie das abläuft? Szene aus meinem Murmeltiertag, 19.45 Uhr:

Also, Elisa, drei Bilderbücher, so ist es abgemacht. Na gut, dann eben noch das vom Maulwurf Grabowski. Und von mir aus auch noch dieses sinn- und handlungsarme Bobo-Siebenschläfer-Buch, das schafft mein Gehirn auch im Autopiloten. So, jetzt aber Licht aus. Knips.

Es ist dunkel, es ist still, nun ja, bis auf Elisa, die jetzt erst richtig aktiv wird: Noch was trinken, Papa. Noch was singen, Papa. Noch was erzählen, Papa. Nein, doch nicht das, Papa! Und schon robbt sie im Schlafsack zur Bettkante, ich hole sie zurück, und es geht wieder von vorn los. Wäre es ein Spiel, ich hätte die Runde verloren. Und ehrlich gesagt kapier ich noch nicht mal die Spielregeln.

So vergeht der Abend, manchmal dauert es eine Stunde, manchmal auch noch eine halbe Stunde länger, bis Elisa schließlich wegdämmert und ich sichtlich gerädert aus dem Zimmer wanke. Feierabend? Ich wäre ja schon froh über einen Früherabend.

Was läuft da schief? Sind das alles Corona-Folgen? Fällt ja alles weg gerade, die Kita, das Spielen mit anderen Kindern, U-Bahn-Fahren. Bin ich als Papa schlicht zu langweilig? Mehr Spielplatz wagen? Oder geht das tiefer?

Menschenskinder

Wer Kinder hat, hat was zu erzählen. Mal lustig, mal dramatisch, mal gestresst, immer liebevoll, also fast. In unserer Elternkolumne »Menschenskinder« verraten im Wechsel zwei Mütter und zwei Väter, wie sie mit ihren insgesamt zehn Kindern gut durchs Leben kommen.

Alle bisher erschienenen Kolumnen-Beiträge finden Sie hier.

"Eines steht schon mal fest: Anderthalb Stunden Ins-Bett-Bringen, das ist zu lang", sagt mir Annette Kast-Zahn. Ich habe sie angerufen, denn ich kann professionelle Hilfe gebrauchen, fürchte ich. Kast-Zahn ist Diplompsychologin und hat gemeinsam mit Harmut Morgenroth den Ratgeber "Jedes Kind kann schlafen lernen" geschrieben. Nicht unumstritten, zwischenzeitlich tobten regelrechte Glaubenskämpfe.

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