Psychotherapeutin Gudrun Halbrock: »Die Eltern kriegen doch Erziehungsgeld. Ja, für welche Erziehung denn?«
Psychotherapeutin Gudrun Halbrock: »Die Eltern kriegen doch Erziehungsgeld. Ja, für welche Erziehung denn?«
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Heike Klovert/ DER SPIEGEL

93-jährige Psychotherapeutin über Erziehung Was Eltern seit Jahrzehnten falsch machen

Gudrun Halbrock ist 93 und arbeitet immer noch als Psychotherapeutin für Familien. Hier erzählt sie, was in der Erziehung besser läuft als früher – und was nicht.
Ein Interview von Heike Klovert

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SPIEGEL: Frau Halbrock, Sie fingen mit 54 Jahren an, nebenbei Psychologie zu studieren. Nach Ihrer Pensionierung mit 62 machten Sie die Ausbildung zur Psychotherapeutin und erwarben mit 65 Jahren die Kassenzulassung. Warum so viel Aufwand zu einer Zeit, in der andere sich zur Ruhe setzen?

Gudrun Halbrock: Ich hatte vor der Pensionierung in zwei Heimen für schwer erziehbare Jugendliche gearbeitet. Ich war Lehrerin für das Fach Hauswirtschaft und unterrichtete in der Lehrküche. Dort merkte ich, dass ich mehr psychologisches Wissen brauchte, um mit diesen Kindern umzugehen. Einmal zündeten sie die Vorhänge an, manchmal mussten meine Kollegen die Polizei rufen, mein Vorgänger sei jeden Tag weinend zur Arbeit gefahren, hieß es. Ich kam mit einigen Jugendlichen gut klar, aber der Job war trotzdem herausfordernd.

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Foto: Heike Klovert/ DER SPIEGEL

Gudrun Halbrock, Jahrgang 1926, arbeitete jahrzehntelang als Lehrerin in Hamburg und Umgebung. Kurz vor der Pensionierung studierte sie Psychologie. Seit 1991 hat sie eine eigene psychotherapeutische Praxis in Hamburg. 2002 gründete sie die "Gudrun Halbrock Stiftung zum Wohle der Kinder", mit der sie sich für mehr Erziehungskompetenz von Eltern, Betreuern und Lehrkräften einsetzt.

SPIEGEL: Sie haben inzwischen eine eigene Praxis und arbeiten immer noch. Warum?

Halbrock: Ich bin doch nicht blöd und sitze auf dem Sessel und lese nur Zeitung. Ich sehe etwa zehn Patienten pro Woche und erlebe, wie dankbar sie sind, dass ich so viel Erfahrung habe. Ich staune auch immer wieder über mich selbst, dass mir in den Sitzungen stets einfällt, was die einzelnen Patienten und Patientinnen brauchen.

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