An manchen Orten zu bestimmten Zeiten Pflicht: Laufen nur mit Maske (Symbolfoto)
An manchen Orten zu bestimmten Zeiten Pflicht: Laufen nur mit Maske (Symbolfoto)
Foto: LanaStock / Getty Images/iStockphoto

Fitness unter Corona-Bedingungen Was man beim Joggen mit Maske beachten sollte

In einigen Großstädten müssen Jogger auf beliebten Strecken mit Maske laufen. Ist das gesund? Erfüllt das den Zweck? Ein Forscher der Deutschen Sporthochschule Köln gibt Antworten.
Von Detlef Hacke

Das Schöne am Joggen ist, dass die Lungen mit Sauerstoff geflutet werden. Der Kreislauf gerät in Schwung, der Bürostuhlhintern wird gelockert, wir lüften Seele und Körper durch, das Immunsystem wird gestärkt. Wer gern läuft, für den gibt es in Zeiten der Pandemie kaum etwas Gesünderes, als ein paar Kilometer an der frischen Luft zu absolvieren. Am besten dort entlang, wo man die Umgebung genießt.

Nur: Das wollen viele. Zu viele. Einige der beliebtesten Laufstrecken in Großstädten können derzeit nur eingeschränkt genutzt werden. In Metropolen wie Hamburg  oder Düsseldorf  gilt nun auch für Jogger eine Maskenpflicht, zumindest zeitweise. Wer in ausgewählten Parks an Alster, Elbe oder Rhein seine Ausdauer trainieren möchte, muss zu Stoßzeiten Mund und Nase bedecken, zum Beispiel tagsüber an Wochenenden.

Angenehm ist das nicht, denn wer joggt, atmet schneller und tiefer. Aber ist es auch schädlich, wenn man nicht frei atmet? Worauf sollte man achten? Welche Masken sind sinnvoll, welche nicht?

Die beste Nachricht zuerst: im Freien sind häufig keine medizinischen Bedeckungen vorgeschrieben, weder die sogenannte chirurgische Maske und schon gar nicht die FFP2-Variante, die eng im Gesicht anliegt. Fürs Joggen reichen fast immer jene Stofflappen aus, mit denen man in keine Bahn einsteigen oder keinen Supermarkt mehr betreten darf.

An der Deutschen Sporthochschule Köln haben Forscher festgestellt, dass das Laufen mit Maske zwar anstrengender werden kann, aber der Körper ausreichend Sauerstoff bekommt. »Der Atemwegswiderstand ist ein wenig erhöht«, sagt Hans-Georg Predel vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin . »Für den Bereich, in dem sich Freizeit- und Gesundheitssportler bewegen, ist das unproblematisch.« Nur bei hochintensiven Belastungen sei die maximale Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Wer für eine neue Bestzeit beim Marathon trainiert, könnte darunter leiden. Aber wer Tempo bolzt, der wird vielbevölkerte Strecken ohnehin meiden, um sich nicht durch einen Parcours aus Spaziergängern fädeln zu müssen.

Masken sind also eher ein gefühltes als ein echtes Problem. Dass auch Jogger sie tragen, wenn sie nicht gerade einsam durch den Wald laufen, ergibt sogar Sinn. Denn sie atmen die Aerosole  stärker ein und aus und könnten sich und andere Menschen gefährden. Medizinische Masken sollten nur einmal verwendet und danach entsorgt werden. Schweiß und die Feuchtigkeit der Atemluft weichen den Zellstoff auf, die Schutzwirkung sinkt rapide. Exemplare aus Textil benötigen eine Wäsche oder Reinigung.

Gewöhnen muss man sich daran, dass die Atemluft nicht ungehindert zirkulieren kann. Läuferinnen und Läufer sollten erst mal darauf achten: Wie geht's mir mit der Maske? Es kann etwas dauern, sich damit anzufreunden. Auch der Puls könnte erhöht sein. »Viele Jogger haben ihre Herzfrequenz als Parameter. Wenn jemand üblicherweise mit einer Frequenz von 120 läuft, dann sollte sie oder er das als Orientierungsmarke nehmen – und im Zweifel etwas langsamer laufen«, rät Predel.

Die schlechteste aller Reaktionen auf die Maskenpflicht wäre, gar nicht mehr zu joggen. »Zur Stärkung des Immunsystems ist es unheimlich wichtig«, sagt Predel. »Es darf nicht dazu führen, dass Leute sagen: Mit der Maske, um Gottes willen, da lasse ich es lieber ganz sein.« Dann besser vorübergehend eine neue Laufstrecke suchen, auf der keine Beschränkungen gelten. Oder zu Zeiten unterwegs sein, zu denen die Luft ungefiltert ein- und ausgeatmet werden darf.

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