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130 km/h auf Autobahnen: Tempolimit senkt Unfallzahlen drastisch
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Die Bundesregierung lehnt eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung ab - dabei zeigen Beispiele in Brandenburg und NRW: Mit Tempo 130 reduziert sich die Zahl der Unfälle, der Verletzten und der Toten erheblich.

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neurobi 29.01.2019, 08:22
170.

In Hamburg sind nach dem Dieselfahrverbot die Stickoxydwerte gestiegen. Nach der Logik müssten augenblicklich alle Dieselfahrverbote aufgehoben werden.

Ich kenne die Strecke, meist stehe ich da auch im Stau.
Ich bin immer wieder froh die A24 zu erreichen und wieder entspannter fahren zu können.

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JudgeDread 29.01.2019, 08:22
171. Der Vergleich hinkt

Wittstock/Dosse und Havelland befinden sich mitten im Land der ehemaligen Trabifahrer und bis die sich an schnelle Autos gewöhnt haben, könnte es noch Jahrzehnte dauern....die fahren heute noch gegen Bäume:
,,Die Brandenburger Verkehrsunfallbilanz ist verheerend: 148 Menschen kamen 2017 auf Brandenburgs Straßen ums Leben. Das waren 27 mehr als noch ein Jahr zuvor. Gerechnet auf die Einwohnerzahl hat Brandenburg neben Sachsen-Anhalt damit bundesweit die meisten Verkehrstoten.“

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swandue 29.01.2019, 08:22
172.

Zitat von freudentanz
bei Geschwindigkeitsunfällen kamen 122 Menschen (66 Prozent) in Abschnitten ohne Tempolimit ums Leben. Insgesamt kamen 407 Menschen in 2017 auf deutshcen Autobahen ums Leben. Die Zahl sagt nichts aus von Übermüdung, Spielen mit dem Telefon, Herinfarkt beim fahren etc etc.
Tempolimit dürfte sinnvoll sein. Wer im In- und Ausland unterwegs ist, der sagt, im Ausland fährt es sich entspannter ohne andere Autos, die mit hohem Geschwindigkeitsüberschuss daherkommen.

Aber diese Zahl spricht nicht dafür bzw. das muss man noch besser herausarbeiten: 66% der Toten in Abschnitten ohne Tempolimit, wenn "auf rund 70 Prozent der deutschen Autobahnkilometer jeder fahren" darf, "was Auto und Verkehrslage hergeben."

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Mössinger 29.01.2019, 08:23
173. Fragwürdige Freiheit

Allen, die in ihren Argumentationen gegen ein Tempolimit den Begriff der Freiheit verwenden, möchte ich folgenden Ausspruch von Immanuel Kant (1724-1804) nahelegen:
"Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt."

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sonicscrewdriver 29.01.2019, 08:23
174. Irreführende Zahlen!

Ich bin der Meinung, dass dieser Artikel irreführend ist. Auf Basis von Unfall-/Todeszahlen auf einem sehr gefährlichen Autobahnabschnitt (gleich mehr dazu) wird geschlussfolgert, dass ein allgemeines Tempolimit auf allen Autobahnen in Deutschland nicht nur gerechtfertigt wäre, sondern zahlreiche Leben retten und Verletzte verhindern würde. Die Zahlen sagen da jedoch etwas anderes: Bei 45000 Fahrzeugen über 365 Tage auf einem 62 Km langen Autobahnabschnitt (A 24 ab Wittstock - siehe Artikel) kommt man auf ca. 1,02 Mrd. gefahrene Autobahnkilometer pro Jahr. Von 1996 bis 2002 gab es 38 Tote, sodass man gerundet von 6,5 Toten pro Milliarde gefahrener Autobahnkilometer sprechen kann. Deutschlandweit liegt dieser Wert bei weniger als 2! D.h. wir haben es hier mit einem Autobahnabschnitt zu tun, der vier Mal gefährlicher ist als der Durchschnitt. Die Gründe hierfür kann ich anhand des Artikels nicht herleiten - es kann an hoher Geschwindigkeit, hohem Anteil Schwerlastverkehr, Baustellen in diesem Zeitraum etc. gelegen haben. Für mein Argument ist das aber auch egal: Warum sollte ein - selbstverständlich gerechtfertigtes - Tempolimit auf einem wahnsinnig gefährlichen Autobahnabschnitt eine Legitimation für ein allgemeines Tempolimit darstellen? Weder Tote noch Verletzte werden auf ungefährlichen, geraden, gut einsehbaren Autobahnabschnitten reduziert, nur weil man maximal 130 fahren dürfte. Selbstverständlich müssen auf sehr gefährlichen Abschnitten weiterhin Tempolimits eingeführt werden. Dafür muss man regelmäßig die Zahlen analysieren und die Politik entsprechend handeln. Ein allgemeines Tempolimit jedoch wäre blinder Aktionismus - davon haben wir bereits mehr als genug in der heutigen Politik!

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marga+wolfgang.weber 29.01.2019, 08:24
175. Warum solche Artikel erst jetzt

Es erstaunt mich doch sehr, dass Spiegel Online diese Angelegenheit erst dann thematisiert, wenn sich a) Regierung schon festgelegt hat und b) Kredi & Pleti darüber herfallen. Wenn die Sache so klar wäre, warum hat Spiegel online dies Thema nicht schon (viel) früher aufgelegt??
Die einige hoch substantiierte Leser-Kommentare zeigen auch, wie differenziert das Thema Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen zu betrachten ist, es sind gesamtheitliche Betrachtungen erforderlich.

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kritischer-spiegelleser 29.01.2019, 08:24
176. Die Geschwindigkeitsdifferenzen

zwischen mittlerer und linker Fahrspur sind einfach zu groß. Wer in der Mitte 140 fährt nimmt sich auch die Freiheit einmal zu überholen. Und linksfahrende Geaschäftswagen oder Sportwagen können sich immer seltener die Bahn freiblinken. Der Respekt ist gesunken, die Unfallgefahr gestiegen!

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Fruusch 29.01.2019, 08:24
177. Reisezeit

Dass Reisezeiten sich kaum verringern, wenn man kein Tempolimit hat, sollte jeder wissen, der Grundkenntnisse in Mathematik hat. Wenn ich Spitze 200 fahren kann, heißt das ja nicht, dass ich meine Durchschnittsgeschwindigkeit auf 200 hochschrauben kann - wenn dann mal wieder ein Elefantenrennen stattfindet, kann ich das sofort vergessen, von den vielen Baustellen ganz zu schweigen.
In den 90ern hat der ADAC mal einen Versuch durchgeführt, da fuhren zwei Leute von Hamburg nach Rom. Der eine hielt eine strenge Begrenzung auf 130 ein, der andere fuhr so schnell wie es nur ging. Der Schnellere kam glatte 30min früher an.

Im Artikel wurde ziemlich sauber argumentiert und die betrachteten Unfallstatistiken wirken auch sehr überzeugend. Nur eine Zahl ließ mich dann doch stutzig werden. In Deutschland sind 70% der Strecken begrenzungsfrei - und dann wundert man sich, dass 70% aller tödlichen Unfälle auf solchen Strecken geschehen?

Doch was nützen alle Fakten und Berechnungen, wenn das Bauchgefühl der Raser gegen ein Tempolimit spricht. Überholen ist und bleibt ein Akt der virtuellen Selbstbefriedigung, da kann man sich noch mal so richtig männlich fühlen und dem anderen noch mal so richtig zeigen, dass man den längeren... Bremsweg hat, wenns kracht.

So richtig entspannt kann man übrigens in Norwegen fahren. Da gilt ein generelles Tempolimit von 80, auf wenigen Strecken darf man sogar 90 fahren. Die Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen sind hoch, da ist man schnell bei mehreren Hundert Euro. Also Tempomat rein, zurücklehnen und die Fahrt genießen.

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Bin_der_Neue 29.01.2019, 08:24
178. Stellen, wo es gefährlich ist?

Zitat von quadraturdeskreises
Niemand bestreitet ernsthaft, dass Geschwindigkeitslimits an gefährlichen Stellen Sinn machen - und zwar an den Stellen, wo es gefährlich ist. Wenn man einen Unfallschwerpunkt hat, wird niemand hiergegen ernsthaft diskutieren. Allerdings frage ich mich, worin der Sinn liegen mag, an den sonstigen Stellen dies zu tun? Mit Zahlen für einen Unfallschwerpunkt lässt sich das wohl kaum belegen.....
Besagte Stellen sind überall, und zwar immer dann, wenn einer meint, seine hier viel zitierte "Freiheit" auf der BAB durchsetzen zu müssen, ohne Rücksicht auf Verkehrssituation oder Vordermann.

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rambazambah 29.01.2019, 08:24
179. Schritttempo

Die meiste Zeit fahre ich auf der Autobahn Schritttempo. A6 nach Osten: immer Stau, nach Westen: meistens Stau. A8 nach Osten: immer Stau, nach Westen: auch. A5 nach Norden: Waldorfer Dreieck, Heidelberg: fast immer Stau, nach Süden: Karlsruhe, dank Baustellen seit mehr als 2 Jahren: fast immer Stau. Am meisten knallt es auf den Landstraßen. Massig Kreuze am Weg, ständig kommen neue dazu. Unfälle auf der Autobahn: Meistens war mindestens ein LKW beteiligt oder irgendwer ist ins Stauende gedonnert (Stau wegen Fahrbahnverengung wegen Baustellen). Ich habe festgestellt, dass es - ja - noch ein paar Raser gibt, die stereotypisch Drängeln, Lichthupen und das volle Programm des Klischeerasers durchziehen, aber das sind fast immer Schweizer und die sind fast immer auf der A5 unterwegs. Die A6 ist streckenweise ganz entspannt zu fahren - vor allem am Hockenheimring. Ach übrigens Hockenheimring: Wird es hier auch ein Tempolimit geben? Oder wird der Motorsport generell auch nicht so davon betroffen sein?

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