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130 km/h auf Autobahnen: Tempolimit senkt Unfallzahlen drastisch
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Die Bundesregierung lehnt eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung ab - dabei zeigen Beispiele in Brandenburg und NRW: Mit Tempo 130 reduziert sich die Zahl der Unfälle, der Verletzten und der Toten erheblich.

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elmer_fudd 29.01.2019, 10:29
450. Zu Beginn

dieses Jahrhunderts ist es eigentlich in einer Hochzivilisation wie der unseren unvertretbar, dass per Gesetz ganze Bevölkerungsschichten wie spielende Kinder, Fußgänger und Radfahrer von der Nutzung der vom Steuerzahler finanzierten Autobahnen ausgeschlossen sind. Da der genannte Personenkreis die Mindestvorgabe von 80 km/h selten erreicht, halte ich die Abschaffung der selben für dringend geboten.

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RGK20 29.01.2019, 10:29
451. Immer der Vergleich mit den Nachbarstaaten

Zitat von andree_nalin
und kein Nachbarstaat käme auf die Idee, an der als sinnvoll erkannten Situation etwas zu ändern. Wenn nun der Regierungssprecher Seibert als Grund für die Nichtbefassung mit diesem Thema anführt, es gebe intelligentere Lösungen, kann man nur von Hochmut sprechen. Und der kommt ja vor dem Fall. Apropos Fall. Aus Sicht der Bundesregierung kommt die Tempolimit- Debatte jetzt ganz ungelegen. Zur Zeit reicht gerade die Grenzwertdebatte, und die möchten die Regierenden eigentlich wieder einfangen. Schließlich will AKK Kanzlerin und die CDU/CSU wiedergewählt werden. Bis dahin wird die Diskussion um Grenz- und Tempowerte keine Lösungen hervorbringen. Und wie es scheint, setzen vor allem AFD affine Wähler auf freies Brettern auf den Autobahnen mit den dicksten Dieselschlitten. Na denn...
Zu den Nachbarstaaten im Vergleich zu D gib es auch einen signifikanten Unterschied. Fahren Sie mal in B, F, ES oder P.
Dort gibt es diese "Typisch Deutsch" Oberlehrer nicht, die andauernd mit 110 auf der linken Spur fahren und den deutschen Autofahrer erziehen und beschränken wollen. Und dort wird auch fleissig rechts überholt auf der Autobahn.
Offensichtlich eine ganz andere Fahrkultur. Vielleicht sollte man das auch mal thematisieren.

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Kurt-C. Hose 29.01.2019, 10:29
452. Sehr demokratisch

Wer max. 130 fahren will, kann das doch tun. Niemand hindert ihn daran. Das wiedermal reine Bevormundungspolitik. Gott sei Dank gibt's in der Regierung noch ab und zu ein paar klare Momente.

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Pickle__Rick 29.01.2019, 10:30
453.

Der Artikel ist (gezielt?) irreführend. Niemand bezweifelt, dass auf bestimmten Abschnitten eine Limitierung der Geschwindigkeit Sinn ergibt. Es geht darum, dass man aber nicht jeden Milimeter der Straße regulieren muss. Denn es gibt genug Abnschnitte auf denen die Limitierung nicht nötig ist und man den Fahrern eine Selbstregulierung erlauben darf. Warum hat man denn auf den betroffenen Abschnitten aus dem Artikel ein Limit eingeführt? Offenbar haben die Umstände dies gefordert.
"(...)Autobahnabschnitt der A4 zwischen den Gemeinden Elsdorf und Merzenich. Dort wurde 2017 nach mehreren schweren Unfällen mit zahlreichen Verletzten und insgesamt neun Getöteten (...)
Der Abschnitt war offenbar ein Unfallschwerpunkt. Also musste eine Maßnahme her. Kein Problem, würde ich sagen. Jetzt darauf zu schließen, dass dieser Effekt auch automatisch an unproblematischen Abschnitten eintritt, ist ein logischer Fehlschluss. Da wo es geht, darf gerne weiter selbst nachgedacht werden. Auch wenn es den deutschen Regulierungsfreunden weh tut.

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felisconcolor 29.01.2019, 10:30
454. Mein

Fahrlehrer fragte mich einmal "in wieviel Autos fährst du" Auf meinen verdutzten Blick sagte er "in mindestens 5, Ein vor dir, eins hinter dir und je eines rechts und links von dir". War ziemlich klug mein Fahrlehrer. Und was soll ich sagen, es wirkt. Mal die Frage hier an die Pro und Contra Fraktionen, haben sie jemals ein Fahrsicherheitstraining gemacht? Ich habe schon zwei absolviert und die Erkenntnisse die man dabei gewinnt sind sehr erhellend. Man merkt sehr schnell wo Mensch und Fahrzeug an ihre Grenzen kommen und wo durchaus auch Reserven bestehen. Ein Fazit daraus u.a. 75% aller Schilder auf Deutschland Strassen sind eigentlich überflüssig. Weil die Physik zeigt das der gesunde Menschenverstand ziemlich oft Unrecht hat, nach oben wie nach unten. Zweite Erkenntnis: Abstand ist die Mutter der Porzellankiste.

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Alderamin 29.01.2019, 10:30
455.

Zitat von HansChristianKommenter
Sensationell. Wir beginnen als nun mit Zahlen, die zwischen 15 und 20 JAHREN (!) alt sind, die Diskussion zu führen. Ist ja nicht so, dass die PKW sich seither weiterentwickelt haben.
Erstens sind die Zahlen vom A4-Abschnitt Merzenich-Elsdorf sehr frisch - ich kene das Stück, Neubau aufgrund des fortschreitenden Tagebaus Hambach, 8 km 3 spurig schnurgeradeaus, dann langgezogene Kurve. Da sind furchtbare Unfälle passiert, z.B. ein Porsche mit hohem Tempo auf den Wagen einer jungen Frau aufgefahren, die vorher einen kleineren Unfall hatte. Zweitens haben sich ja die PKWs weiterentwickelt und es wurde an vielen Stellen verbessert, Gurtpflicht, Knautschzone, ABS, ESP etc., und ein generelles Tempolimit ist ein weiterer kleiner Beitrag um die Unfallzahlen zu senken, weil verdammt nochmal jedes einzelne gerettete Leben wichtig ist. Es gibt fast kein Land auf der Welt, in dem es Straßen ohne Tempolimits gibt - die anderen sind ja nicht alle blöde. In den Niederlanden wurde vor ein paar Jahren das Limit von 120 auf 130 erhöht, das ist schnell genug, da fährt es sich wunderbar entspannt. Schreibt ein Pendler, dessen Wagen 220 fährt, was er auch schon mal ausprobiert hat. Mit Schweiß auf der Stirn vor Angst, es könnte jemand ausscheren. Was für ein Irrsinn.

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misterknowitall2 29.01.2019, 10:31
456. Ja aber,

Zitat von furzgurk
Das ist ja merkwürdig.. Einerseits will man sparsam sein, die Gesundheit beschützen und CO2 verringern. Und dann so was... Man könnte annehmen, die Regierung ist zu tief bei der Autoindustrie in der Schuld...
um die Gesundheit zu schützen und CO2 einzusparen gibt es viel wirksamer Methoden und Ansätze. Wie wäre es mit einem Rauchverbot oder Alkoholverbot? Dass würde wirklich helfen! Wie wäre es mit einer 50% Förderung für eine neue Heizung? Wie wäre es mit einer Förderung auf ein Heimkraftwerk aus PV und BHKW mit Batterie? Wie wäre es mit einem synth. Kraftstoff?

PS: Die Autoindustrie ist weder unser Feind, noch ein ordentliches Feindbild. Was konstruieren sie denn da?

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pritt 29.01.2019, 10:32
457. Sind pauschale Gesetze noch zeitgemäß?

Warum muss es denn eine generelles Gesetz sein? Letztlich sollten Füllgrad, Smog und Witterungsbedingungen die Höchstgeschwindigkeit bestimmen. Damit wäre doch allen geholfen.

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bluebill 29.01.2019, 10:32
458. Volle Pusten und Stau

Als Vielfahrer kann ich die Entwicklung auf den deutschen Autobahnen verfolgen. Vor 30 Jahren konnte man noch relativ weite Strecken mit hohem Tempo fahren, allerdings kam früher oder später auch wieder das nächste Hindernis. Baustellen, Stau, hohe Verkehrsdichte haben seitdem dramatisch zugenommen. Je schneller ich versuche zu fahren, umso eher bin ich beim nächsten Stopper. Das kann ein langsameres Fahrzeug sein oder ein Tempolimit, das sicher nicht grundlos besreht, meist ist es eine Baustelle. Wenn ich in einem Pulk von 5 Autos mit 180 auf die Baustelle zufahre, muss ich auf Tempo 80 abbremsen. Auch alle hinter mir müssen darauf bremsen, mit leichter Verzögerung durch die Reaktionszeit. Der Verzögerungsimpuls setzt sich nach hinten fort und verstärkt sich dabei. Der Fünfte kommt schon fast zum Stehen. So entstehen Staus. Je höher die Geschwindigkeitsfifferenz zwischen Heranfahren und Abbremsen, umso schneller geht das. Wenn alle nur 130 fahren, rollt es dagegen ganz gut. Auf Strecken mit Tempolimit gibt es deutlich weniger Stop and Go.
Abgesehen davon ist es irrelevant, ob ich zwei Sekunden früher oder später in der Baustelle stecke. All die Egoshooter-Dummbratzen, die versuchen, sich durch aggressives Auffahren und Lichthupen freie Fahrt zu erzwingen, stecken ein paar Kilometer weiter genauso fest, selbst wenn es ihnen gelingt, davor ein paar Autos zur Seite zu drängen. Der tatsächliche Geschwindigkeitsvorteil ist marginal. Auf mehr als Tempo 90 im Durchschnitt kommt man kaum. Eben weil es zz voll ist.

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jkleemann 29.01.2019, 10:33
459.

Zitat von jkleemann
Hier sieht man wie man heutzutage Stimmung macht. Wer sich selbst informiert ( http://www.spiegel.de/auto/aktuell/tempolimit-mit-130-km-h-sinken-die-unfallzahlen-drastisch-a-1249595.html) kann sehen, das die Anzahl der Verkehrstoten auf Autobahnen generell rückläufig ist und der Effekt nicht nur mit dem Tempolimit zu tun hat. Einfach mal die im Link aufgeführten Zeitreihen (Verkehrstote Autobahn) ab 1995 ansehen (der Einfachheit halber die Zahl der Verkehrstoten pro Mrd. Autobahnkilometer). Oder weiter unten (3.2 Unfälle und Verunglückte nach Bundesländern 1980 – 2017) S. 53. Hier sind in anderen Bundesländern im gleichen Zeitraum die Verkehrstotenzahlen halbiert worden (ohne explizite Tempolimits). Ich bin nicht grundsätzlich gg. Tempolimits, aber die Art und Weise wie Medien solche Studien unreflektiert als Clickbait einsetzen - unfassbar - wo ist der Spiegel von vor 20 Jahren ?
falscher Link - hier die Zahlen: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/TransportVerkehr/Verkehrsunfaelle/VerkehrsunfaelleZeitreihenPDF_5462403.pdf?__blob=p ublicationFile

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